Viele Büros im Landkreis stehen leer

Firmen bevorzugen Münchner Adresse

Landkreis - Fast 300 000 Quadratmeter Bürofläche sind im Nordosten und Südosten Münchens ungenutzt. Oft zieht der Landkreis als Standort im Vergleich mit der Stadt den Kürzeren, wenn sich Unternehmen für einen neuen Sitz entscheiden.

Während Wohnungen im Münchner Umland heiß begehrt sind, stehen Bürogebäude oft leer. Im Nordosten und Südosten der Landeshauptstadt sind fast 300 000 Quadratmeter Bürofläche ungenutzt. Das geht aus dem aktuellen Marktbericht des Immobilienberatungsunternehmen Collier International hervor. Grund für den Leerstand ist unter anderem, dass viele Unternehmen sich lieber in der Stadt statt im Umland ansiedeln. In den letzten Jahren haben einige große Firmen ihren Sitz vom Landkreis in die Stadt München verlegt. Beispielsweise hat das Software-Konzern Microsoft seine Deutschland-Zentrale in Unterschleißheim aufgegeben, um sich in München-Schwabing anzusiedeln. Erst vor Kurzem haben die Mitarbeiter das neue und sehr moderne Gebäude in der Parkstadt bezogen. Das alte Microsoft-Gebäude dagegen in Unterschleißheim steht seitdem leer. Ein anderes Beispiel ist das Medizintechnik-Unternehmen Brainlab, das sich erst vor zehen Jahren in Feldkirchen angesiedelt hatte. Nun läuft der Mietvertrag für den Feldkichner Standort aus. Der neue Hauptsitz befindet sich nur wenige Kilometer weiter in München-Riem.

Der Nordosten ist besonders von Büro-Leerstand betroffen. Den Zahlen von Collier International zufolge sind nirgendwo sonst innerhalb und außerhalb Münchens mehr Bürogebäude frei. Alleine im Gewerbegebiet Dornach liegen etwa 80 000 Quadratmeter Bürofläche brach. Das ist ein Viertel des gesamten Areals, das seit einem Jahr den Namen Expogate Munich-Dornach trägt. „Your Businesspark. Your Gate to Munich“, heißt es auf der Homepage. Der englische Name und der Bezug zur Messe soll den Standort attraktiver machen. Philipp Ullrich, 39, ist Vorsitzender des Fördervereins zur Förderung des Gewerbegebietes Aschheim-Dornach. Er sagt: „Wir haben die Messe direkt vor der Haustür.“ Ullrich sieht das freilich als Vorteil des Standortes. Er spricht von einer „zentralen Stadtrandlage“ und „günstiger Gewerbesteuer“ im Vergleich zur Landeshauptstadt. Doch warum steht dann soviel Fläche leer? „Der Trend ist momentan so, dass es Unternehmen nach München zieht.“

Gleichwohl ist der Büro-Leerstand im Umland in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen. Betrug die Leerstandsrate zum Beispiel im Nordosten vor zwei Jahren noch 8,4 Prozent (257 368 Quadratmeter), ist dieser Wert im aktuellen Marktbericht von Collier International auf 6,8 (210 902 Quadratmeter) gesunken. „Der Büroflächenleerstand setzt seinen Abwärtstrend fort“, schreiben die Autoren der Studie. Unter anderem haben einige Gemeinden die leer stehenden Büros genutzt, um darin Flüchtlinge unterzubringen. Zum Beispiel ist in einem ehemaligen Bürogebäude in Haar in der Hans-Pinsel-Straße eine Unterkunft für mehr als 160 Menschen entstanden. Es stehen fünf große Zimmer für Familien zur Verfügung, alle anderen Zimmer sind für zwei Personen geeignet. Im Untergeschoss gibt es Sozialräume und einen Waschraum. Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen.

Thomas Radlmaier

Rubriklistenbild: © dpa

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