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Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer gratuliert Bela Bach zu ihrem dritten Platz auf der Frauenliste. 

SPD-Bezirksparteitag in Ismaning: Platz 3 für Bela Bach

Bela Bach hat gute Chancen für Berlin

Landkreis - Bela Bach (25) ist mit einem Bein in Berlin. Der Bezirksparteitag der SPD in Ismaning setzte die Jura-Studentin aus Planegg am Wochenende auf Platz 3 der Frauenliste Oberbayern. Die Entscheidung für die Landesliste fällt am 10. Dezember in Nürnberg.

Rang 1 und 2 waren von vornherein an die Bundestagsabgeordneten, Bärbel Kofler (49) aus Traunstein und die München-Chefin, Claudia Tausend (52), vergeben. In Ismaning gelang es Bach, die vom Bezirksvorstand am Vorabend auf 3 gesetzte Annette Heidrich (49), Altötting, zu verdrängen. Der dritte Frauenplatz ist der letzte, der zu berechtigten Hoffnungen auf den Einzug in den Bundestag Anlass gibt. 

Seit Urzeiten sendet der Bezirkstag eine Frauen- und eine Männerliste an die Landesvertreterversammlung. Im steten Wechsel und exakt in dieser Reihenfolge landet ein Männlein und ein Weiblein auf der Landesliste. Gegenwärtig sitzen fünf Oberbayern im Bundestag, wobei der fünfte Platz für einen Mann reserviert ist. 

Bach darf dennoch schon halb mit Berlin planen. Nicht nur, dass der Unterbezirk seine Vorsitzende unlängst zur Direktkandidatin kürte. Den nötigen Mut und Aktionismus, den der Bundesvorstand zuweilen vermissen lässt, scheint den Oberbayern zur Genüge gegeben. 

Oberbayern wollen sechs Plätze auf der Landesliste

In einer für seine Verhältnisse feurigen Ansprache gab der sonst eher besonnen wirkende Bezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete, Ewald Schurer, sechs Plätze für Berlin als Minimalziel aus: „Wir sind der Bezirk Oberbayern. Wir sind bestimmt nichts Besseres. Doch wir sind noch immer die Größten“, hatte Schurer das quantitative Recht des Bezirks auf wenigstens sechs Plätze begründet. Vorausgesetzt die Landesvertreter spielen am 10. Dezember mit, platzieren Rang 3 der Oberbayern-Liste nicht irgendwo fern ab in den Zwanzigern der Landesliste, hätte Bach es geschafft. 

Natascha Kohnen (48) jedenfalls platzt bereits vor Stolz. „Auf 3 hat sie eine richtige Chance“, sagt sie und lacht: „Mehr hätte sie nicht rausholen können.“ Die Landtagsabgeordnete hält einen Moment inne, als müsste sie den Erfolg ihres politischen Ziehkinds erst einmal sacken lassen. „Ich ziehe den Hut vor dieser Leistung“, schiebt sie nach. 

Gegenwind aus Franken?

Peter Paul Gantzer (77) hingegen ahnt Gegenwind aus dem Norden. „Die Franken-Mafia“, raunt er im Flüsterton. „Die hetzen wieder gegen uns.“ Traditionell verbündet sich der Norden gegen die als arrogant und selbstverliebt geltenden Oberbayern. Je näher eine Kandidatin, wie die Planeggerin, an der Landeshauptstadt lebt, desto schlechter. Die Mittelfranken hätten schon angekündigt: „Ihr kriegt keinen Platz dazu!“ Harte Kämpfe indes ist Bach inzwischen gewohnt. Mit 18 zu 17 Stimmen hatte der Bezirksvorstand die Genossin am Abend vor der Veranstaltung auf Platz 4 nominiert. Die Abstimmung um Rang 3 gewann sie mit dem knappsten aller Ergebnisse.

Schafft es Bach in zwei Anläufen nach Berlin?Bela Bach mausert sich zur Kandidatin der engen Entscheidungen. Als Langzeitprojekt angelegt, soll Bach dem Unterbezirk endlich mal wieder zu einer Stimme in Berlin verhelfen. Peter Paul Gantzer, einer ihrer größten Förderer, hatte mit einem längeren Vorlauf gerechnet. Nach dem misslungenen, ersten Anlauf vor drei Jahren prophezeite er der 22-Jährigen: „Du brauchst drei Versuche, um es zu schaffen!“ Nun könnte es schon nach der zweiten Runde klappen.

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