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Die Kontrahenten: Bela Bach und Wolfang Lex bewerben sich beide um das SPD-Bundestagsmandat.

Bis zum Nominierungsparteitag

SPD-interner Wahlkampf: Wolfgang Lex gegen Bela Bach

Landkreis - Der SPD steht ein parteiinterner Wahlkampf bevor. Der Oberhachinger Wolfgang Lex, 54, fordert die Planeggerin Bela Bach, 25, bei der Nominierung des SPD-Bundestagskandidaten heraus.

Bela Bach hat überraschend Konkurrenz bei der Nominierung des SPD-Bundestagskandidaten für die Wahl im kommenden Jahr bekommen: Wolfgang Lex, Kassier im Oberhachinger Ortsverein der SPD, fordert die Kreisvorsitzende auf dem Nominierungsparteitag am 4. Oktober heraus. 

Bach, deren Ernennung zur SPD-Bundestagskandidatin im Wahlkreis München-Land bisher als absolut sicher galt, zeigt sich überrascht, dass Lex seinen Hut in den Ring wirft. Der 54-jähriger Oberhachinger indes gibt sich angriffslustig: „Ich will gewinnen“, sagt er. 

Den Sozialdemokraten steht ein interner Wahlkampf bevor

Der SPD-Kreisvorstand hatte Bach erst Ende Juli einstimmig als Bundestagskandidatin vorgeschlagen. Aus der Kreis-Führung der Sozialdemokraten heißt es, auch Lex habe der SPD-Kreis-Spitze seine Gegenkandidatur im Juli mitgeteilt. Am Dienstag vor einer Woche wurden die SPD-Mitglieder per E-Mail informiert. Man sei über Lex’ Vorhaben überrascht gewesen, heißt es. Wolfgang Lex gleichwohl hat nach eigener Aussage seine Kandidatur bereits im Juli 2015 parteiintern angedeutet. Damals habe das nur keiner wahrgenommen, sagt er. 

Den Genossen steht nun bis zum Nominierungsparteitag am 4. Oktober ein spannender Wahlkampf bevor. Bei zwei sogenannten Kandidatenrunden – eine im Süden und eine im Norden des Landkreises – sollen Bela Bach und Lex den Delegierten Rede und Antwort stehen. Die beiden Kontrahenten liefern sich schon jetzt einen politischen Schlagabtausch.

Für Wolfgang Lex ist die Entkriminalisierung von Cannabis ein "absolutes No Go"

Lex, der unter anderem im Betriebsrat von Panasonic saß und als Ingenieur tätig ist, spricht Bela Bach die nötige Berufserfahrung für ein Bundestagsmandat ab. „Sie ist sicher eine intelligente Frau. Aber das geht ihr einfach ab. Daher denke ich, dass es für sie nicht reichen würde.“ Als „absolutes No Go“ bezeichnet er Bachs Forderung, Cannabis zu entkriminalisieren, für die sich auch die SPD-Mitglieder auf einem Kreisparteitag im März 2015 einstimmig ausgesprochen hatten. Das sei der „Auslöser“ für seinen Wunsch gewesen, zu kandidieren.

Bela Bach: „Es geht um die richtige politische Einschätzung und die bemisst sich nicht nach Lebensjahren“

Bach reagiert gelassen darauf, plötzlich einen Kontrahenten zu haben. „Das ist das normale demokratische Prozedere“ sagt die Planeggerin, die gestern ihre letzte Prüfung für das erste juristische Staatsexamen abgelegt hat. Über Lex’ Kritik, sie habe zu wenige Erfahrung, kann sie nur schmunzeln, wie sie sagt. „Es geht um die richtige politische Einschätzung und die bemisst sich nicht nach Lebensjahren.“

Zwischen den Zeilen ist das ein Angriff auf Lex, der bisher noch nie ein kommunalpolitisches Mandat bekleidet hat. Von 1999 bis 2001 war er Ortsvorsitzender der Oberhachinger SPD. Bach dagegen sitzt seit zwei Jahren im Planegger Gemeinderat und seitdem auch im Kreistag München. Lex sagt, er habe eine Mandat nie angestrebt. Er räumt aber „mangelnde Bekanntheit“ seiner Person ein. „Das muss ich wettmachen und in den kommenden Wochen fleißig sein.“ Aus diesem Grund tingelt er nun von Ortsverband zu Ortsverband, um sich vorstellen.

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