Obergäriges Helles als „Weltpremiere“

„Stadlbräu“ bringt sein Bier in die Flasche

Oberhaching - Bislang gibt es das Bier aus dem „Stadlbräu“ in Oberhaching nur im Rahmen von Braukursen zum Probieren oder als frisch gezapfte Halbe im Mini-Biergarten vor Ort.

Nach sieben Jahren schaltet Braumeister Robert Prinz (45) nun einen Gang hoch. Und füllt mit dem „Gleissenthaler“ sein Bier erstmals für den Verkauf in Flaschen ab.

Pro Jahr besuchen ungefähr 2000 Bierfreunde die Braukurse von Robert Prinz. Der führt die Leute ein in die Geheimnisse von Zutaten, Gärungsprozess oder Wasserentzug. Das, was am Ende herauskommt und ins Glas fließt, schmeckt den Kursteilnehmern so gut, dass ganz immens der Wunsch wuchs, die Oberhachinger Stadlbräu-Biersorten für daheim kaufen zu können. „Die Resonanz ist gigantisch“, sagt Prinz. Doch seine buchstäblich in Handarbeit produzierten Biere werden seit sieben Jahren nur in verhältnismäßig geringen Mengen direkt vom Fass ausgeschenkt.

Ab diesem Wochenende ändert sich das: Als Helles und Weißbier füllt der 45-Jährige sein „Gleissenthaler“ auch in Flaschen ab. Am Sonntag, 31. Juli, können Interessierte von 13 bis 17 Uhr im „Stadlbräu“ (Kybergstraße 19) davon kosten - jeder erhält eine Freimaß. Für 15,99 Euro pro Tragerl soll das Oberhachinger Bier auch in Getränkeläden im südlichen Landkreis vertrieben werden.

Dass dieses Konzept funktionieren kann, zeigt ein Beispiel aus Spanien. In Valencia haben sich zwei von Prinz’ Kursteilnehmern selbstständig gemacht - ihre 0,3-Liter-Flaschen haben sich zum regionalen Verkaufsschlager entwickelt.

Das Problem in Oberhaching ist die Menge. 8000 Liter Bier produziert Prinz pro Jahr im Rahmen seiner Braukurse, das Gros davon wird direkt konsumiert. Zudem wäre der Aufwand, das Bier aus der kleinen Hinterhof-Anlage in der Kybergstraße in Flaschen abzufüllen, riesig. Also suchte der Stadlbräu-Chef einen Kooperationspartner - und fand ihn dort, wo er von 1982 bis 1984 einst die Braukunst gelernt hat: bei der Schlossbrauerei Grünbach, wo sich Eigentümer Alexander Noll und Braumeister Jan Opper aufgeschlossen zeigten.

Flugs rechnete Prinz seine Rezeptur auf die große Anlage um. Und erlebte prompt einen Enttäuschung: „Der erste Sud ging in die Hose.“ Die Großanlage harmonierte nicht mit den Erfordernissen der Handsteuerung, es musste entsprechend nachgebessert werden. Der zweite Sud aber gelang, das Bier schmeckt genauso wie aus dem Fass in Oberhaching. „Jetzt haben wir den Bogen raus“, strahlt Prinz.

Seine nächste Idee: ein „Seniorenbier“ mit weniger Kohlensäure („Das ist bekömmlicher“) und in 0,33-Liter-Fläschchen. „Weil die Älteren eher Genießer sind und das Bier nicht so runterschütten wie die Jungen.“ Erstmal aber kommt das „Gleissenthaler“ mit 5,3 Prozent Alkohol, 12,8 Prozent Stammwürze und in gebrauchten Kästen ohne Logo (das zier lediglich, vom Graphiker Hermann Knauer entworfen, die Halbliterflaschen) auf den Markt. Wie der sich entwickelt? Reine Geschmackssache.

Martin Becker

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