Zu Mariä Himmelfahrt

Die heilende Wirkung von Kräutern

Neubiberg - Für Mariä Himmelfahrtstag findet überall das traditionelle Kräuterbuschenbinden mit zahlreichen Heilkräutern statt. Dabei stellt sich die Frage, welche Heilkräuter es bei uns überhaupt gibt und gegen was sie wirken? Weiterhelfen kann Sieglinde Schuster-Hiebl (52) aus Neubiberg. 

Sieglinde Schuster-Hiebl ist gelernte pharmazeutisch-technische Assistentin mit Schwerpunkt Kräuter- und Naturheilkunde sowie Natur- und Gartenpädagogin. 

Mit Pflanzen beschäftigt sich die Expertin schon seit ihrer Jugend. „Mich fasziniert vor allem die Vielseitigkeit und Schönheit der Pflanzen“, erklärt Schuster-Hiebl. Sie weiß, welche Kräuter sich gut für die Naturkosmetik und zum Kochen eignen. Wie viele Heilkräuter es bei uns gibt, lässt sich nicht sagen. „Unendlich viele“, meint Schuster-Hiebl. Zum Beispiel die „Schafgarbe“, aus der Familie der Korbblütler. Sie hat weiße Blüten und Blätter, die wie Augenbrauen aussehen. Das Kraut ist auf Wiesen und in Gärten zu finden und dient der Wundheilung. „Die Pflanze wirkt antibakteriell und wird häufig nach Operationen verwendet. Sie lässt sich sehr gut in eine Salbe einarbeiten“, erklärt Schuster-Hiebl. Außerdem zählt die Pflanze zu den „Frauenkräutern“, die so heißen, weil sie vor allem für Frauen von Nutzen sind. Die Schafgarbe wirkt entkrampfend und kann bei Menstruationsschmerzen helfen. „Dafür einfach aus den Blättern einen Tee kochen“, sagt Schuster-Hiebl. Die Expertin erklärt, dass selbst Schafe die Pflanze bei Bauchschmerzen zu sich nehmen, was dem Kraut seinen Namen gab. Auch zum Kochen ist die Pflanze geeignet: Die Blätter sind zwar bitter, lassen sich aber sehr gut in eine Kräuterbutter mischen. 

Ein weiteres Frauenkraut ist das sogenannte „Gänsefingerkraut“. Es hat gelbe Blüten, silbrige Blätter und ist vor allem auf Wiesen zu finden. Die Pflanze wirkt stark krampflösend und kann gegen Bauchkrämpfe, Migräne und Wadenkrämpfe helfen, wie Schuster-Hiebl erklärt. Auch kosmetisch kann sie verwendet werden. „Man kann einen daraus gekochten Tee zu einer Creme mischen und dann einfach auf die Haut auftragen. Oder man macht sich aus den Blättern ein Hydrolat“, sagt die Expertin. Für den puren Verzehr ist das Kraut nicht geeignet, da es bitter schmeckt und ledrig ist. „Man kann es aber super in einen Auflauf geben oder dünsten“, sagt Schuster-Hiebl. Auch ein Kraut, das jeder kennt, kann für verschiedene Zwecke verwendet werden: die Brennnessel. Schuster-Hiebl erklärt, dass die Pflanze aufgrund ihres hohen Eisengehaltes den menschlichen Körper entwässert und die Verdauung fördert. Das habe auch eine gesündere Gesichtshaut zur Folge. Außerdem können die Samen der Pflanze abgesammelt und über eine Suppe gestreut werden. Aus den Blättern lassen sich zudem selbst gemachte Chips herstellen: „Dafür einfach die Brennhaare mit einem Nudelholz platt rollen und dann die Blätter in Fett braten und trocknen lassen“, erklärt Schuster-Hiebl. Sie weist außerdem auf den ökologischen Nutzen der Pflanze hin. „Man sollte die Brennnessel im Garten stehen lassen, da Schmetterlinge ihre Eier darauf ablegen und heranwachsenden Raupen sich davon ernähren.“ 

Als viertes Heilkraut nennt die Expertin den „Storchschnabel“. Das Kraut hat lila Blüten und kann überall gefunden werden. Es ist ein lymphreinigendes Mittel und säubert gründlich den Darm. „Außerdem bringt es die Hormone besser ins Gleichgewicht“, betont Schuster-Hiebl. Ihre Blätter können in einen Salat geschnitten oder zu einem Tee gekocht werden. Um Interessierten die Welt der Kräuter noch näherzubringen, bietet Schuster-Hiebl in Zusammenarbeit mit Vereinen jedes Jahr Kräuter-Führungen und Kurse an. Die nächste Führung findet mit dem Gartenbauverein Unterhaching am Sonntag, 14. August, am Infineon-Park statt. Sie beginnt um 16 Uhr und ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Außerdem bietet Schuster-Hiebl am Mariä Himmelfahrtstag zwei Kurse im Museum Wald und Umwelt Ebersberg an: von 10 bis 13 Uhr zu Frauenkräutern und von 14 bis 17 Uhr zu Naturkosmetik. Anmeldung und weitere Informationen bei der Stadt Ebersberg unter Telefon: 08092/82 55 92. Josephine Bruhn

Rubriklistenbild: © dpa

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