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Assistenzsystem: Professor Berthold Färber im „Vehicle in the loop“.

Tag der offenen Tür an der Bundeswehr-Uni

Virtuelle Realität: Wenn das Auto selber steuert

Neubiberg - Professoren an der Universität der Bundeswehr geben einen Einblick in ihren Forschungsalltag. Sie zeigen zum Beispiel, wie ein Fahrsimulator dazu beiträgt, Straßen sicherer zu machen.

Kaum springt die Ampel auf Grün, drängelt der Hintermann, Fußgänger hechten unachtsam quer über die Straße. Im Gegensatz zur geradlinigen Fahrt auf der Autobahn ohne Gegenverkehr treffen Fahrerinnen und Fahrer innerorts auf viele unerwartet auftretende Herausforderungen, die zur Gefahr werden können. Antiblockiersysteme und Bremshilfen können zwar das Ausbrechen des Fahrzeugs verhindern, aber in komplexen Situationen geraten sie an ihre Grenzen. 

Reagiert der Fahrer sinnvoll?

Reagiert der Fahrer sinnvoll? Professor Färber und sein Team am Institut für Arbeitswissenschaft forschten im kürzlich abgeschlossenen Großprojekt UR:BAN mit 30 Partnern aus Automobil-, Elektronik- und Softwareindustrie, Forschungsinstituten und Städten daran, wie ein technischer Assistent sowohl die Fahrzeugumgebung als auch das Fahrerverhalten einkalkulieren kann – und in gefährlichen Situationen eingreift, ohne dem Fahrer das Steuer komplett aus der Hand zu nehmen. „Assistenzsysteme sollen gute Beifahrer sein“, sagt Berthold Färber. Bei einer drohenden Kollision mit einem anderen Verkehrsteilnehmer verhindern die Ausweichassistenten zunächst einen Eingriff des Fahrers, der in den ersten 300 Millisekunden reflexartig gegensteuert. Erst dann kann der Fahrer das System übersteuern oder sich ihm anvertrauen. Um Assistenzsysteme optimal zu gestalten, sollen sie die Absicht des Fahrers einschätzen und erkennen. Beispielsweise muss ein System wissen, ob sich im Fahrstil einfach nur ein gestresster Fahrer widerspiegelt oder sich ein Unfall anbahnt. 

Vor den Augen des Fahrers entsteht eine virtuelle Realität

Im mit GPS, Sensoren und Kameras ausgestatteten „Vehicle in the Loop“ kann während der Fahrt auf der rund vier Kilometer langen Campus-Teststrecke stets die genaue Position und Ausrichtung des Autos bestimmt werden. Auf eine Leinwand in der Windschutzscheibe wird die Verkehrslage aus dem Blickwinkel des Fahrers eingeblendet, so entsteht vor den Augen des Fahrers eine virtuelle Realität. Mit dem Hybrid aus Auto und Simulator kann das Forscherteam jede beliebige Situation aus dem Straßenverkehr realistisch nachstellen und die Reaktionen der Testpersonen messen – ohne Fahrer und Fahrzeug zu gefährden. 

Im Forschungsvorhaben UR:BAN arbeiteten sie generationsübergreifend: „Die Innovationen kommen vor allem von den Jungen“, sagt Färber. Am Projekt beteiligten sich vier Doktoranden der Professur – ein wichtiger Schritt für die Nachwuchsförderung.

Informationen zum Tag der offenen Tür an der Bundeswehr-Uni

Die Universität der Bundeswehr München mit Sitz in Neubiberg richtet ihren nächsten Tag der offenen Tür im Rahmen des bundesweiten „Tag der Bundeswehr“ am Samstag, 11. Juni aus. An der Universität öffnen an diesem Samstag von 10 bis 18 Uhr alle Institute und Labore ihre Türen und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden den Besuchern ihre spannenden Forschungsprojekte erklären, Vorträge halten, Mitmach-Experimente durchführen und Labor- und Campusführungen anbieten. 

Zum Konzept des „Tag der Bundeswehr“ gehört, dass alle Organisationsbereiche der Bundeswehr abgebildet werden. Hier erwarten den Besucher teilweise spektakuläre militärische Vorführungen auf dem Campus. 

In diesem Jahr wird es auch eine große Bühne im Zentralbereich der Universität, zwischen Mensa und Universitätsbibliothek, mit einem bunten Programm aus Musikeinlagen, Gesprächen zu aktuellen Themen und Mitmachaktionen geben. Auch für das kulinarische Wohl ist am „Tag der Bundeswehr“ bestens gesorgt. Ein weiterer Höhepunkt wird um 16 Uhr der Beförderungsappell auf dem Campus sein. Zum Appell sind neben den Angehörigen auch Besucher eingeladen. 

Der Zugang auf den Campus der Universität der Bundeswehr München wird für Fußgänger und Radfahrer über alle Tore möglich sein. PKW können am Ostparkplatz (Bamerstrasse) parken.

Von Eva Olschewski

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