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Ein Grab auf dem Friedhof in Neubiberg muss man sich erst mal leisten können. Die Gebühren steigen drastisch an.

Friedhofsgebühren steigen drastisch an

Der hohe Preis der letzten Ruhe

Neubiberg - Die Gemeinde Neubiberg wird ihre Friedhofsgebühren drastisch erhöhen. Dabei wird die Grabmiete bis zu doppelt so teuer als bislang. Hintergrund sind hohe Defizite bei den Unterhalts- und Personalkosten.

Allein im Jahr 2015 belief sich das Defizit des Friedhofs am Landschaftspark auf fast 235 000 Euro. Bereits seit Jahren hatte die kommunale Rechtsaufsicht von der Gemeinde gefordert, dass die Unterhalts- und Personalkosten für die Anlage von der Gemeinde in höherem Prozentemaß als bislang gedeckt werden müssen. Im Widerspruch dazu waren die Friedhofsgebühren bereits seit 2010 nicht mehr angehoben worden.

Um die Zahlen in den Griff zu bekommen, folgt nach einstimmigem Votum des Gemeinderates nun eine deutliche Erhöhung. Bereits zum 1. Oktober soll die neue Gebührensatzung in Kraft treten. Seit 2010 erreichte die Gemeinde Neubiberg für ihr Gräberfeld samt Meditiatonsgarten und moderner Aussegnungshalle lediglich eine Kosten-Deckung von 42 Prozent. Durch die anstehende Erhöhung der Gebührensätze soll dieser nun auf immerhin 75 Prozent angehoben werden.

Deftige Kosten-Zuwächse, bei denen die Gemeinde Neubiberg aber nicht aus der Hüfte geschossen hatte. Das Rathaus hatte eigens und erstmals die Kommunalberatungsfirma Kubus beauftragt, Kosten- und fällige Gebühren-Kalkulationen zu verschiedenen Deckungsgraden zu erarbeiten. Im anschließenden Dialog mit den Fraktionssprechern der im Rat vertretenen Parteien hatte man sich auf das Modell einer 75-prozentigen Deckung verständigt, das der Rat jetzt insgesamt mittrug. Bei der Nutzungsdauer für die Grabrechte will man dagegen vor allem mit Blick auf ältere Bürger die Fristen verkürzen. Auf Antrag können Gräber künftig im Zuge der Verlängerung auch für einen Zeitraum von 5 Jahren gemietet werden. Bisher waren 10 Jahre verpflichtend. Norbert Strama von Neubibergs Freien Wählern hatte diesen „Wunsch vieler Bürger“ in den Gemeinderat eingebracht und wurde einmütig unterstützt.

So sehen die neuen Gebühren aus

Mit der Erhöhung der Friedhofsgebühren müssen die Nutzer der Gräber mitunter tief in die Tasche greifen. So soll das Einzelgrab in der ersten Reihe statt bislang 100 Euro pro Jahr künftig rund 173 Euro für den gleichen Zeitraum kosten. Noch drastischer fällt die Erhöhung in „Reihe 2“ aus. Statt bislang 60 Euro werden künftig ebenfalls 173 Euro fällig. Einschneidend fällt die Gebührenerhöhung auch bei den Urnenbestattungen aus. Einen Urnengrab mit Platte verteuert sich von derzeit 60 auf künftig gut 120 Euro – die bepflanzte Version von 80 auf 147 Euro. Auch die Bestattung werden spürbar teurer: Knapp 723 anstelle von bislang 560 Euro kostet die Version ohne Trauerfeier.

Harald Hettich

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