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Polit-Prominenz on tour: Ernst Weidenbusch, Vizelandrat, Ursula Mayer, Bürgermeisterin Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Stefan Kern, Brunnthals Bürgermeister, und die Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer-Stäblein testen den neuen Radweg entlang der ST2367.

Neuer Rad- und Fußweg

Asphaltierter Behördenwahnsinn

Brunnthal - Nach über acht Jahren Vorlauf hat Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern den neuen Radweg zwischen Faistenhaar und Höhenkirchen offiziell freigegeben. Das Ende einer reise durch die "Behördenhölle".

Finzi konnte es wirklich überhaupt nicht erwarten. Der 19 Monate alte Griffton-Korthals-Rüde des stellvertretenden Landrats Ernst Weidenbusch (CSU) zog mit aller Kraft an seiner Leine und zerrte sein Herrchen in Richtung des neuen Radwegs zwischen Faistenhaar und Höhenkirchen, noch bevor dieser überhaupt eingeweiht war. Allerdings ist wohl zu bezweifeln, dass Finzis Begeisterung wirklich dem neuen Radweg geschuldet war. Viel mehr dürfte der junge Jagdhund ein Kaninchen im anliegenden Wald gewittert haben. 

Stefan Kerns Begeisterung hingegen galt ganz und gar dem nagelnauen Radweg entlang der Staatsstraße 2367. Dass Brunnthals Bürgermeister (CSU) an diesem Donnerstag die ersten Meter auf dem 1,87 Kilometern langen Asphaltabschnitt auf seinem Fahrrad zurücklegen konnte, war beileibe keine Selbstverständlichkeit. Knapp acht Jahre hatten Kern und seine Amtskollegin aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Ursula Mayer (CSU), für den Radweg gekämpft, der die beiden Gemeinden nun verbindet. Ein Mammutprojekt.

Reise durch die "Behördenhölle"

In dankenswerterweise abgespeckter Version nahm Kern die Anwesenden bei der Eröffnung des Radwegs noch einmal mit auf die jahrelange Reise durch die „Behördenhölle“. Beschlossen hatte der Brunnthaler Gemeinderat das Projekt im Dezember 2008, anschließend ging der nötige Antrag ans Bauamt des Landratsamtes München. Dort hätte man die Dringlichkeit eines Radwegs auf dieser Strecke zwar erkannt, „aber bauen wollten sie ihn nicht“, erzählt Kern. 

Also nahm die Gemeinde in Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem Höhenkirchner Rathaus das Projekt selbst in die Hand und ließ sich auch vom „vernichtenden Feedback der Anwohner“, so Kern, nicht vom (Rad-)Weg abbringen. Auch mit den Eigentümern der Grundstücke, über die der Radweg nun verläuft, lieferte sich Kern „ein zähes Ringen“. 

Im November 2014, sechs Jahre nach dem Bauantrag, waren alle Grundstücke schließlich im Besitz der beiden federführenden Gemeinden. Insgesamt 203 000 Euro ließ man sich die rund 6 000 Quadratmeter kosten, zuzüglich 9 460 Quadratmeter an Ausgleichsflächen für die Grundstückseigentümer. Wenige Monate später folgte die Bauerlaubnis für den Radweg.

Kosten für den Radweg: 1,1 Millionen Euro

Dessen Finanzierung und somit das komplette Projekt stand zwischenzeitlich allerdings gänzlich auf der Kippe. Eine E-Mail der oberbayerischen Regierung kurz vor Weihnachten 2015 habe ihn verzweifeln lassen, erzählt Kern. Der Radweg sei von der Prioritätenliste gefallen, habe man ihm mitgeteilt – Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben. Dachte Kern zumindest. Ende Januar 2016 dann die Rolle rückwärts. Die Regierung zahlt doch. Sie bezuschusste das knapp 1,1 Millionen Euro teure Projekt letztlich mit 830 000 Euro. Aufatmen in Brunnthal.

Heute führt der Rad- und Fußweg vom nördlichen Ortsausgang in Faistenhaar bis nach Höhenkirchen. Eine „sichere Verbindung“ für die Schüler, die das Gymnasium in der Nachbargemeinde besuchen, und Pendler, die auf die dortige S-Bahn-Station angewiesen sind. „Am Ende sieht es immer alles schön aus, vom Schweiß und den Nerven, die uns das gekostet hat, ist nichts mehr zu sehen“, sagte Kern. „Aber jetzt hat der Behördenwahnsinn ja endlich ein Ende.“

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