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Gemeinsam für Oberhaching: Stefan Schelle überreichte Nikolaus Aidelsburger 2009 die Urkunde mit dem Ehrentitel des Altbürgermeisters.

70 Jahre CSU Oberhaching

Wenig Zäune, klare Linie

Oberhaching - Nachhaltiger Umgang mit Wohnraum, sozial verträgliches Wachstum und eine lebendige Ortsmitte bilden bei der Oberhachinger CSU seit den 1960er Jahren kontinuierlich wichtige Schwerpunkte. Nun feiert der Ortsverband sein 70-jähriges Bestehen.

Bereits Anfang 1946 gründeten Josef Ertl, Hans Koller, Paul Klarer, Julius Ilmberger und Xaver Frühbeis den Ortsverband unter der Prämisse, christliche und soziale Aspekte bei der Entwicklung des Ortes in den Mittelpunkt zu rücken. Keine Zugehörigkeit zur Partei der Nationalsozialisten war Voraussetzung für eine Mitgliedschaft. In dieser Zeit galt es vor allem zu überleben, denn es fehlte an den notwendigsten Dingen wie Kleidung, Lebensmittel oder auch Heizmaterial. Hinzu kamen zu Beginn der 1950er Jahre zahlreiche Heimatvertriebene. Von 4550 Einwohnern im Jahr 1952 waren über 900 Menschen, die durch Flucht ihre alte Heimat verloren hatten. „Damals mussten alle zusammenrücken“, erinnert sich Ludwig Klarer sen., der seit 1962 Mitglied der CSU ist. Auch auf dem Hof seines Vaters Paul Klarer, einem Gründungsmitglieder der CSU, war eine sechsköpfige Familie untergebracht. „Zum Teil konnten die Leute privat aufgenommen werden, zum Teil in Baracken. Die Wohnungsnot war riesig.“ Im Lauf der 1950er Jahre werden daher große Wohngebiete in Oberhaching errichtet, die Bevölkerung wächst um 40 Prozent, so stark wie nie mehr danach. Parallel entstehen Arbeitsplätze, die Infrastruktur mit Wasserversorgung, Schulen und einem neuen Rathaus wird geplant. Doch Prognosen, dass die Gemeinde zur Jahrtausendwende zwischen 50 000 und 70 000 Einwohner haben könnte, stoßen auf Widerstand quer durch alle Parteien.

966 wird Nikolaus Aidelsburger mit 28 Jahren der erste von der CSU gestellte Bürgermeister, damals der Jüngste in ganz Bayern. Er wird 36 Jahre als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde prägen, bis er 2002 aus Altergründen nicht mehr antritt, Stefan Schelle, ebenfalls von der CSU, ins Amt gewählt wird und dieses bis heute innehat. Unter Aidelsburgers Führung, zusammen mit engagierten Bürgern, Architekten und Städteplanern erteilt man der Idee einer „Trabantenstadt“ in den 60er Jahren dann eine klare Absage. Damals wurde die Gemeinde von manchen als rückständig belächelt. Heute zählt Oberhaching rund 13 000 Einwohner, ist weiterhin bemüht, seine ländlichen Strukturen trotz der Nähe zu München zu bewahren und ist als Wohnort sehr beliebt. Bereits 1975, der CSU-Ortsverband stellte damals neben dem Bürgermeister neun Gemeinderäte, wurde die Ortsgestaltungssatzung entworfen mit dem Ziel, eine durchgehende bauliche Prägung der ganzen Gemeinde zu erreichen. Diese wirkt bis heute, sodass ein charakteristischer Baustil mit klaren rechteckigen Gebäudeformen, flachgeneigten Satteldächern und offenem Bezug zum Straßenraum durch möglichst wenige Zäune das Bild Oberhachings dominiert. Nächstes Jahr steht die Neugestaltung der Ortsbausatzung an und der Ortsverband vertritt die klare Linie, diese weiterhin streng auszulegen.

Vor fünf Jahren entstanden ist die Frauen-Union Oberhaching. Vorsitzende Claudia Fohrmann betont, dass neben Themen der aktuellen Ortspolitik auch soziales Engagement für die rund 50 Mitglieder wichtig ist. „Wir freuen uns sehr über das rege Interesse der Frauen hier am Ort.“ Zur Feier ihres Bestehens veranstaltet der Ortsverband am Kirchweihsonntag, 16. Oktober, ab 12 Uhr eine „Kirta-Hutschn“ auf dem Klarer-Hof am Kirchplatz mit zünftiger Blasmusik. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Bürgersaal Forstner statt. Birgit Davies

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