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Die Geothermieanlage Kirchstockach liefert ab 2019 Strom für den südöstlichen Landkreis.

Anschluss an Geothermie in Kirchstockach und Dürrnhaar geplant

Fernwärme: Ausbau für 15 Millionen Euro

Ottobrunn - Viel Geld nimmt die Energieversorgung Ottobrunn für Fernwärme in die Hand: 15 Millionen Euro bis 2022. Auch der Landkreis soll mit ins Boot.

Die Energieversorgung Ottobrunn (EVO) investiert massiv in den Ausbau ihres Fernwärmenetzes im südöstlichen Landkreis. Rund 15 Millionen Euro nimmt das kommunale Unternehmen, das zu 100 Prozent den Stadtwerken Schwäbisch Hall gehört und das Stromnetz der Gemeinde Ottobrunn seit 2006 betreut, in den nächsten Jahren dafür in die Hand. 

Diese Zahl nannte EVO-Vertriebsleiter Michael Prigo bei der Versammlung des Vereins „Umwelt und Natur Südost“, bei der er die Pläne zum Ausbau des Fernwärme-Netzes vorstellte. Die beiden größten Vorhaben: Der Anschluss des Netzes an die beiden Geothermieanlage in Kirchstockach (Gemeinde Brunnthal) und Dürrnhaar (Gemeinde Aying). Langzeit-Verträge mit der Süddeutschen Geothermie Projekte GmbH& Co KG, die beide Anlagen betrieben, seien dafür bereits unterzeichnet worden, berichtete Prigo. 

In Kirchstockach und Dürrnhaar wird Thermalwasser mit einer Temperatur von 138 Grad aus 4000 Metern Tiefe gefördert und die Wärme in den Anlagen in Energie umgewandelt. Für den Anschluss des Fernwärme-Netzes an die Anlage in Kirchstockach muss die EVO „bis 2019 eine circa sechs Kilometer lange Verbundleitung“ legen, erläuterte Prigo. Der Anschluss in Dürrnhaar ist bis zum Jahr 2022 vorgesehen. Dafür „wird eine weitere, rund sieben Kilometer lange Leitung durch die angrenzenden Gemeinden Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Hohenbrunn verlegt“, sagte der EVO-Vertriebschef. 

Ist dies erfolgt, steht an beiden Standorten insgesamt eine geothermische Leitung von 100 Megawatt zur Verfügung, mit der rund 15 000 Wohnungen beheizt werden können. Des weiteren soll auch die Bioabfall-Vergärungsanlage, die der Landkreis München in Kirchstockach betreibt, ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Denn die Prozesswärme, die während der Vergärung und Energiegewinnung entsteht, „verpufft bislang ungenutzt“, sagte Prigo. Diese Wärme soll ebenfalls in die Kirchstockacher Anlage eingespeist werden. 

Derzeit bemüht sich der Landkreis aber zunächst darum, Grünes Licht für die Anhebung der Gerucheinheiten in der Biomüll-Vergärungsanlage von derzeit maximal 150 auf 500 zu bekommen – gegen den Willen der Brunnthaler. Anwohner und Kommunalpolitiker befürchten massiv steigende Geruchsbelästigungen. 

Die große Summe von 15 Millionen Euro nimmt die EVO auch in die Hand, weil sich die Fernwärme „bereits jetzt großen Zuspruchs in der Region“ erfreut“, wie EVO-Geschäftsführer Thomas Hoppenz bei der Vereinsversammlung sagte. Er ist überzeugt, dass das Versorgungskonzept Geothermie nicht nur „regional und umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich“ ist. 

Dieses regionale Produkt will auch die Gemeinde Ottobrunn fördern. Bei diversen öffentlichen Bauvorhaben wie dem Bau des neuen Gymnasiums warb Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) für den Anschluss ans Fernwärmenetz der EVO. Zahlreiche kommunale Einrichtungen sind bereits angeschlossen

mm

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