Immer geradeaus: ÖDP-Chef Sebastian Frankenberger, Regine Siebert und Karl-Heinz Jobst (v. l.). Foto: std

Anzeige gegen Hausverbote in Gaststätten

Ottobrunn - Sebastian Frankenberger (ÖDP), der Initiator des Nichtraucher-Volksbegehrens, will sich nicht vor die Tür setzen lassen.

Wirte, seid gewarnt: Sebastian Frankenberger, ÖDP-Bundesvorsitzender und Initiator des Nichtraucher-Volksbegehrens von 2010, will sich in Zukunft gerichtlich gegen Hausverbote in Gaststätten wehren. Die erste Anzeige wegen Diskriminierung ist schon in Arbeit.

„Jetzt reicht’s mir einfach“, sagt Sebastian Frankenberger bei der ÖDP-Aufstellungsversammlung für die Direktkandidaten der Bezirks- und Landtagswahl im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn. Eigentlich hätte die Veranstaltung drei Wochen vorher im „Weißbräu“ in Oberhaching stattfinden sollen, doch die Wirtin Marina Achhammer machte den ÖDPlern einen Strich durch die Rechnung: den selbsternannten Mr. Volksbegehren, wollte sie aus Rücksicht auf die Gäste nicht im Haus haben (wir berichteten).

„In Zukunft werde ich mich mit Anzeigen gegen derartige Diskriminierung wehren“, verspricht der Bundesvorsitzende. Die erste gegen ein Münchner Lokal sei schon in Arbeit, Genaueres will Frankenberger derzeit noch nicht verraten. Er lächelt - die Genugtuung darüber, sich gegen die vermeintliche Willkür der Wirte zur Wehr setzen zu können, ist dem 31-Jährigen ins Gesicht geschrieben.

In den vergangenen zwei Jahren sei ihm sowohl im Münchner Raum als auch in seiner Heimatstadt Passau mit erschreckender Regelmäßigkeit die Tür vor der Nase zugeschlagen worden. Ob er privat unterwegs war oder in politischer Mission. Beim politischen Aschermittwoch im vergangenen Jahr etwa, entschied sich Bernhard Rötzer, Wirt der Erdinger Traditionsgaststätte „Zur Post“,15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung dazu, ein Hausverbot gegen den unliebsamen Redner auszusprechen. Frankenberger vermutet den „Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur“ als Drahtzieher des Boykotts. „Mir ist zu Ohren gekommen, dass der Verein die Wirte in einem Schreiben zum Handeln gegen mich aufgerufen hat.“

Die ÖDPler jedenfalls stehen einhellig hinter seiner Entscheidung, rechtliche Schritte einzuleiten. Ihr Bundesvorsitzender ist ein unverzichtbares Zugpferd: Zur ersten Aufstellungsversammlung waren nur acht Mitglieder gekommen, die Wahl der Südkandidaten für die Bezirks- und Landtagswahl fiel wegen Beschlussunfähigkeit ins Wasser. Knapp zwei Monate später und Frankenberger inklusive rannten ihnen die Parteifreunde zwar nicht die Bude ein, doch immerhin waren fünf Süd-ÖDPler zur Stelle, um Karl-Heinz Jobst und Regine Siebert zu ihren Direktkandidaten zu küren. Und dem Weißbräu-Eklat kann Frankenberger auch etwas Gutes abgewinnen: „So steht mein Name wenigstens regelmäßig in der Zeitung.“

(std)

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