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Eine Holzdecke hat am Donnerstagabend im Wolf-Ferrrari-Haus Feuer gefangen.

Bürgermeister entdeckt Feuer an Holzdecke

Brand im Wolf-Ferrari-Haus Ottobrunn

Ottobrunn - Eine Holzdecke hat am Donnerstagabend im Wolf-Ferrrari-Haus Feuer gefangen. Der Schaden: rund 30.000 Euro.  Bürgermeister Thomas Loderer wurde zum "Held des Abends".

Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) saß am Donnerstagabend im Ratssaal, erstes Obergschoss, Wolf-Ferrari-Haus. Gegen 19 Uhr wollte er die Veranstaltung des Landkreises verlassen. „Ich hatte noch etwas zu erledigen“, sagt er. 

Doch diesen zweiten Termin verpasste er. Letztlich verließ er Ottobrunns Ortsmitte erst gegen 21.30 Uhr – nach aufregenden Stunden. 

Denn kaum hatte der Rathauschef den Saal verlassen, bemerkte er im Foyer des Obergeschosses Brandgeruch. Als er nach oben schaute, zogen dünne Rauchschwaden aus der Holzdecke. „Man glaubt ja erstmal nicht, dass es brennt“, schildert Loderer einen Tag später seine ersten Gedanken. 

Dennoch wählte er per Telefon den Notruf. Und wurde so zum „Held des Abends“, wie Ottobrunns Feuerwehr-Kommandant Eduard Klas sagt. „Super, dass er so schnell reagiert hat.“ 

Kurz nach Loderers Notruf ging auch die Alarmanlage los. Rund 75 Personen, die sich bei diversen Veranstaltungen sowie in der Gastronomie im Erdgeschoss befunden hatten, verließen daraufhin das Wolf-Ferrari-Haus und sammelten sich auf dem Vorplatz. Dort waren alle „sehr gefasst, gar nicht panisch“, erzählt der Bürgermeister. Er half mit, dass die Rettungskräfte schnell und ungehindert zum Gebäude gelangen konnten. 

Denn rund 40 Kräfte der Feuerwehr Ottobrunn waren „blitzschnell“ da, sagt der Rathauschef. Genauer gesagt: vier Minuten nach der Meldung. „Wir waren zu einer Übung unterwegs“, erklärt Kommandant Klas das rasante Tempo. 

Mit Atemschutzgerät eilten die Retter ins Haus. Die Flammen, die bereits an der Decke zu sehen waren, hatten sie schnell gelöscht. Doch der Rauch war massiv. „Nach ersten Erkenntnissen war ein technischer Defekt an einer Deckenlampe für den Brand ursächlich“, teilt die Polizei mit. 

Den Schaden schätzt sie auf rund 30 000 Euro. Ein Versicherungsfall. Viele Kabel waren verschmort, „der Ruß hat sich überall abgesetzt“, sagt Klas. 

Einen Tag später klafft ein Loch in der Decke des Obergeschosses. Diese hatten die Feuerwehrkräfte einschlagen müssen, um zum Brandherd zu gelangen. Außerdem ist „verbranntes Holz zu sehen und Brandgeruch spürbar“, sagt Horst Frank, Leiter des Wolf-Ferrari-Hauses. Da half auch ein ganzer Vormittag Lüften nichts. Der Festsaal wird seiner Schätzung nach einige Tage nicht nutzbar sein, aber „er ist auch nicht gebucht“. Alle weiteren Räume, die Bibliothek sowie das Restaurant sind „wieder voll in Betrieb“. 

Als Loderer ihn am Donnerstagabend per Handy über den Brand informierte, „hab’ ich einen Riesenschreck bekommen“, erzählt der Chef des Hauses. Nur 15 Minuten zuvor hatte er das Gebäude verlassen, drehte aber sofort mit seinem Wagen um und kehrte zurück. 

Vor Ort dann die Erleichterung. „Wir hatten Riesneglück.“ Das kann Feuerwehr-Kommandant Klas nur bestätigen: „20 Minuten später entdeckt worden, wäre der Schaden deutlich höher gewesen.“ Hätte die Deckenleuchte erst zwei Stunden später die Decke entzündet, „wäre niemand mehr im Obergeschoss gewesen“, sagt Horst Frank. Die Folgen, wenn der Brand unbemerkt geblieben wäre, will sich der Leiter nicht ausmalen. Muss er auch nicht. Dem Bürgermeister sei Dank

Janine Tokarski

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