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Glückwünsche nimmt Bela Bach von Peter Paul Gantzer entgegen.

Deutlicher Sieg über Herausforderer Wolfgang Lex

Bela Bach (SPD) für Bundestagswahl nominiert

Landkreis –Bela Bach (25) heißt die SPD-Direktkandidatin für die Bundestagswahl. 75 Prozent stimmten für sie - eine deutliche Watschn für der Herausforderer Wolfgang Lex.

Der Erfolg der Jurastudentin aus Planegg bei der Nominierungsveranstaltung in Haar kommt auch in dieser Deutlichkeit nicht überraschend. Bei sieben Enthaltungen stimmten 62 Genossen für Bach, 14 für Lex. Mit dem Kreisvorstand, den Jusos und sicher auch der Kreistagsfraktion hatte Bach wichtige Kräfte im Unterbezirk München-Land hinter sich. Mit der Landtagsabgeordneten Natascha Kohnen (48) und SPD-Urgestein Peter Paul Gantzer (77) standen zwei profilierte Fürsprecher der SPD auf ihrer Seite. 

Lex, Vorstandsmitglied im Ortsverband Oberhaching, hat seinen Hut vermutlich nicht bloß zu spät in den Ring geworfen. Ein Kandidat, der sich mit den Worten vorstellt, „vermutlich kennen mich nicht alle“, scheint aussichtslos im Rennen um Berlin positioniert. Dabei hatte der 54-Jährige seine Bewerbung dem Unterbezirksvorstand schon im Sommer 2015 angekündigt, wie er erläuterte. Bereits im Vorjahr also hätte er sich als Herausforderer Bachs in Szene setzen können. 

Dass seine Kandidatur bis Juli dieses Jahres unerwähnt blieb, spricht Bände. Die Ochsentour durch die Ortsverbände kam für Wolfgang Lex zu spät. Seine letzte Chance, die Bewerbung unmittelbar vor der Wahl, nutzte der Oberhachinger nicht. Auch wenn er sich selbstbewusst gab: „Ich denke, ich brauch’ mich nicht verstecken. Ich bin reif, ein Amt zu übernehmen.“ Inhaltlich ähnelten sich die Programme beider Kandidaten. Welcher Sozialdemokrat tritt nicht für soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Mindestlöhne ein? 

Während Lex sich aber schwer zu tun schien mit einer Ansprache vor vollem Haus, wirkte Bach am Rednerpult professionell. Die Umwandlung dessen, was ihre Gegner der Studentin stets vorhalten: Jugend und Unerfahrenheit. Lex blieb in seinen Zielen zu allgemein.

Sicher hat er Recht, wenn er fragt, warum die SPD in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wird. Dem Unterbezirk Friedenssicherung, ein starkes Europa, Rentengerechtigkeit und Arbeitnehmerrechte als Themen für Berlin anzubieten, war jedoch zu wenig. Einzig mit Energiepolitik als Herzensangelegenheit überzeugte der Ingenieur, der auch als IHK-Referent und -Prüfer tätig ist und als Manager in einem taiwanesischen Unternehmen fungiert. 

Demgegenüber gelang es Bach mit einer klaren Positionierung, im linken Lager zu überzeugen. Nein zu den Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada – zumindest nicht ohne Zustimmung des Bundestags. Punkte sammelte sie zudem, indem sie Landkreis-Themen wie Verkehrsprobleme aufgriff. Trotz ihres klaren Erfolgs wird Bach den Bezirkstag am 15. Oktober im Auge behalten, wenn es darum geht, einen guten Platz auf der Liste zu bekommen.

„Noch nie hat im Kreis ein SPD-Direktkandidat gewonnen“, erinnerte Peter Paul Gantzer. „Wichtig ist die Liste.“ Gantzer hatte der damals 22-Jährigen bei ihrem ersten Versuch prognostiziert: „Du brauchst drei Versuche.“ Jetzt traut er ihr beim zweiten Anlauf den Sprung nach Berlin über die Liste zu. Platz drei hinter den beiden Bundestagskandidatinnen des Bezirks, Bärbel Kofler und Claudia Tausend, sollte seiner Ansicht nach drin sein.

Natascha Kohnen, die Bach früh schon als politisches Ziehkind unter ihre Fittiche nahm, hat diesbezüglich keine Zweifel: „Sie hat sich einen erstklassigen Ruf erarbeitet.“ Ausschlaggebend könnte sein, wer für die SPD als Kanzlerkandidat ins Rennen geht. „Martin Schulz kann richtig Wahlkampf.“ Das könnte bis auf den Bezirk Oberbayern abfärben. „Ein Platz in den vorderen 20 auf der Liste wäre dann womöglich ausreichend.“ Selbst als Direktkandidatin in einem Wahlkreis, den Florian Hahn (CSU) gepachtet zu haben scheint, traut Kohnen Bach einiges zu.

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