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Sie sehen dem Start in dieser Woche erwartungsfroh entgegen (v.l.): die Kontaktbeamten der Ottobrunner Polizeidienststelle, Thomas Arend und Rudi Elfinger, die neuen Sicherheitswächter Thorsten Schütt, Bettina Hanekop und Michael Wolters sowie Ottobrunns Polizeichef Armin Ganserer, sein Stellvertreter Robert Fritsch und Bürgermeister Thomas Loderer.

Sicherheit

Drei Wächter für Ottobrunn

Ottobrunn: Die nagelneuen Uniformjacken blitzten, deren Träger blickten erwartungsfroh. Noch in dieser Woche sollen die neuen Ottobrunner Sicherheitswächter mit ihrem Einsatz in der Gemeinde beginnen.

Beim Pressegespräch mit Bürgermeister Thomas Loderer, Polizeidienststellenleiter Armin Ganserer und seinem Team standen Bettina Hanekop, Thorsten Schütt und Michael Wolters in den Startlöchern für ihren neuen Dienst. Während in der Nachbargemeinde Neubiberg die ehrenamtlichen Streifendienste im Gemeinderat abgelehnt wurden (in Unterhaching herrscht stimmstarker Widerstand der Grünen und der Jungen Union gegen die Sicherheitswacht), folgt Ottobrunn dem Beispiel von rund 200 Kommunen im Freistaat. Diese wollen die objektiv hohe Sicherheit mit einem subjektiv verbesserten Empfinden verknüpfen. Nach Haar, Taufkirchen und Unterhaching folgt im Landkreis nun Ottobrunn. 

Beim Start im Rathaus dominierten positive Erwartungen. Bettina Hanekop freut sich auf ihre neue Aufgabe. Wie ihre beiden künftigen Kollegen kommt die 51-Jährige selbst nicht aus Ottobrunn. Die Höhenkirchnerin fühlt sich der Gemeinde aber verbunden. „Die Draufsicht von außen ist sicher kein Nachteil“, macht Bürgermeister Thomas Loderer Mut, dem die neuen Kräfte „hoch willkommen für ein weiter sicheres Miteinander“ sind. 

„Das Konzept der Sicherheitswacht hat mich sofort überzeugt“, betont Hanekop, im Zivilleben gelernte Bankkauffrau, Hausfrau und zweifache Mutter. Eine bislang offenbar eher seltene Einschätzung. „Wir hatten bislang wenige Bewerber“, konstatierte Polizeichef Armin Ganserer. Auch die in weiten Teilen negative Presseberichterstattung spiele da eine Rolle. 

Thorsten Schütt schnitt dieses Thema bei seiner Wahl fürs neue Ehrenamt nicht weiter an. Auch er ist in Höhenkirchen zuhause. Der 49-jährige Hotelfachmann will nach Jahrzehnten Bekanntschaft mit den unterschiedlichen Weltregionen jetzt vor der eigenen Haustür am Konzept der Sicherheit für alle mitarbeiten. „Es ist ein interessantes Spektrum. Klar ist auch, dass wir keine polizeilichen Aufgaben übernehmen.“ Seine Definition vom „Kommunikator“ gefällt auch den anwesenden Polizeibeamten. „Immer mehr Bürger fragen, wann denn jemand kommt, um das Sicherheitsgefühl zu verbessern.“ 

Ganserer sieht die Einführung der Sicherheitswacht in Ottobrunn als „durchaus geboten“ an. Zwar sei die Sicherheitslage objektiv gut. „Aber die vielen Krisen in der Welt sowie Einbruchserien und Straßenkriminalität im eigenen Wohnumfeld lassen die Menschen subjektiv verängstigter zurück.“ Auch die sozialen Medien mit einer Vielzahl auch ungeprüfter Informationen trügen ihren Teil zur Verunsicherung bei. „Mehr Sicherheit“ will auch der vorerst dritte Ottobrunner Sicherheitswächter diesem Zustand entgegensetzen. 

Der 47-jährige Michael Wolters aus dem Münchner Süden – bei der Bayerischen Oberlandbahn „bereits viel im Kontakt mit Menschen“ – will sich „einfach mehr kümmern und einbringen“. Wie seine Kollegen erfüllt er die Voraussetzungen und absolvierte eine rund 40-stündige Crash-Ausbildung im Münchner Polizeipräsidium. „Höchst interessant“ sei es dort beim Mix aus Rechtskunde und Praxisbeispielen der Deeskalation oder der Ersten Hilfe zugegangen, berichten die drei Neuen, die „Sheriff“ Ganserer keinesfalls als „Hilfs-Sheriffs“ tituliert sehen möchte. „Unterstützung der Polizei durch Präsenz, offene Augen und Ohren, mal einen Platzverweis, eine Zeugenbefragung und vor allem durch steten Kontakt zur Dienststelle“, umreißen Ganserer und sein Stellvertreter Robert Fritsch das Profil. Vorausschauendes Agieren und Deeskalieren seien dabei gefragt. Diese Woche geht’s los. Harald Hettich

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