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Warum musste Labrador Boby sterben? Seine Familie in Putzbrunn will antworten. 

Familie trauert um ihren Hund

Polizei lässt Hund Boby einschläfern - zu Unrecht?

Putzbrunn - Hund Boby ist nur einige hundert Meter von der Wohnung seiner Putzbrunner Familie weggelaufen - und hat das mit dem Leben bezahlt. Die Polizei ließ ihn einschläfern - nur warum?

Vor acht Monaten erst ist Stelian Soare mit seiner Frau Ludi (44) und seinen beiden Kindern Stefan (13) und Daniel (10) aus Andalusien nach Putzbrunn gezogen. Mit im Gepäck: der 13 Jahre alte Labrador Boby. „Er war keine Person, aber trotzdem Teil unserer Familie“, sagt Stelian Soare. Schon als Welpe hat ihn Ludi Soare in ihrer Jackentasche umhergetragen. Nun ist Boby tot. Ein Ausflug auf eigene Faust und eine Verkettung mehrerer Umstände sind ihm zum Verhängnis geworden. 

Es ist Freitagabend, als Boby aus der Wohnung läuft. Kurze Zeit später wird er von einer Putzbrunnerin rund 700 Meter von ihrer Wohnung entfernt gefunden. Sie ruft die Polizei. Die schickt die Tierrettung vorbei. In welchem Zustand die Putzbrunnerin den Hund vorgefunden hat, bleibt bislang offen. Fakt aber ist, dass die Helfer der Tierrettung Boby für gesund halten. Und dass Stelian Soare den Labrador zu diesem Zeitpunkt bei der Polizei als vermisst gemeldet hat. Gegen 2.30 Uhr nachts beginnt die Situation undurchsichtig zu werden: Die Finderin, offenbar eine Polizistin außer Dienst, und ihre Nachbarin, eine Diensthundeführerin bei der Polizei, bringen Boby in die Tierklinik Oberhaching. Laut Stellungnahme der Tierärztin dort, wollen die beiden Boby einschläfern lassen. Doch auch die Veterinärin befindet Boby für gesund. Gegen 4 Uhr sei ein weiterer Polizeibeamter in der Tierklinik erschienen, teilt die Rechtsanwältin Evelyn Menges mit, die die Familie Soare vertritt. Er habe auf der Rückseite seiner Visitenkarte die Einschläferung angeordnet. Stelian Soare erfährt am nächsten Morgen vom Tod des Hundes. 

Was ist zwischen Fund des Hundes und der Abgabe in der Tierklinik passiert?

Was ist zwischen dem Fund des Hundes und der Abgabe in der Tierklinik passiert? Das ist nur eine der vielen Fragen, die sich der Familienvater stellt. Weder sei Boby krank gewesen, noch sei er je verhaltensauffällig geworden. Freunde seiner beiden Buben seien beinahe täglich vorbeigekommen, um mit Boby zu spielen, sagt Stelian Soare. Nie habe es Probleme gegeben. In ganz Putzbrunn war der schwarze Labrador nach seiner Aussage bekannt. Seinen Kindern will Stelian Soare die Wahrheit über Bobys Sterben nicht zumuten: „Das ist so schon schwierig genug für sie.“ 

Auch für die Anwältin der Familie, Evelyn Menges, bleibt vieles unklar. „Das ist eine ganz merkwürdige Geschichte“, sagt sie. Für sie ist die Sachlage klar: „Laut Paragraf 16a des Tierschutzgesetzes bedarf es des Urteils eines beamteten Tierarztes um eine solche Maßnahme zu rechtfertigen.“ Dies sei in diesem Fall nicht geschehen. 

Das Polizeipräsidium prüft, ob es möglicherweise ein Irrtum war

Das Polizeipräsidium München ist um Aufklärung bemüht. „Sollte ein Missverständnis oder ein anderer Umstand zur irrtümlichen Einschläferung geführt haben“, stehe das Polizeipräsidium München gegenüber dem Hundehalter in der Verantwortung, sagt Polizeihauptkommissar Peter Beck. Durch die hohe Einsatzbelastung in dieser Nacht sei es den Beamten nicht möglich gewesen, die beiden Meldungen über den Verlust und den Fund des Labradors in einen Zusammenhang zu bringen. Er macht aber auch deutlich, dass die Tierärztin aus ihrer fachlich fundierten Sicht heraus der Einschläferung hätte widersprechen können. 

Diese Schnappschüsse von Hunden sind einfach tierisch

Evelyn Menges sieht das anders und zieht einen Vergleich aus dem Straßenverkehr heran: „Wenn dir gesagt wird, du sollst deinen Führerschein vorzeigen, dann widersprichst du dem Beamten doch auch nicht.“ Familie Soare erwartet nun, dass die Polizei serklärt. „Sollte dies nicht in adäquater Form geschehen, behalten wir uns rechtliche Schritte vor“, kündigt die Anwältin der Soares an. Heute willl sie sich noch einmal mit der Putzbrunner Familie besprechen. 

Michael Hoffmann

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