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Schwer zu sehen: Der bunt gekachelte Stützpfeiler der Unterführung (l.) und der Knick an der Böschungsmauer (r.) erschweren die Sicht.  

Nach schwerem Rad-Unfall in Ottobrunn

Mehr Sicherheit für S-Bahn-Unterführung 

Ottobrunn – Knick und Mauer verhindern die Sicht: Nach einem tragischen Unfall an der S-Bahn-Unterführung soll die nun sicherer werden. Doch das wird teuer.

Ausnahmsweise nehmen Jochen Eulitz, 77, und seine Frau Gertraud, 76, an diesem Tag im September das Rad. Das Auto ist in der Werkstatt, also geht’s auf zwei Rädern zum Mittagstisch Richtung Ortszentrum. Dort kommt das Ehepaar nie an. An der S-Bahn-Unterführung am Karl-Valentin-Weg passiert ein tragischer Unfall. „Plötzlich kommt ein Radfahrer aus entgegengesetzter Richtung herausgeschossen“, erzählt der Rentner. „Meine Frau konnte ihn nicht sehen, er fuhr auf der falschen Seite.“ Der Weg für Radfahrer und Fußgänger macht einen Knick. Die bunt gekachelte Stützmauer verhindert eine freie Sicht.

Gertraud Eulitz reißt noch den Lenker herum, kann eine Kollision aber nicht verhindern. Beide stürzen. Während Eulitz zunächst nur leicht verletzt zu sein scheint, bleibt der zweite Beteiligte, ein 74-Jähriger aus Ottobrunn, bewusstlos liegen. Beide kommen ins Krankenhaus, kurz vor der Ankunft im Klinikum wird Gertraud Eulitz bewusstlos. Es stellt sich heraus: Beim Unfall ist eine Arterie geplatzt, sie muss auf die Intensivstation, nur ein Luftröhrenschnitt kann sie retten. „Ich wäre beinahe Witwer geworden“, sagt ihr Ehemann heute. Doch seine Gattin hat Glück: Nach sechs Wochen Krankenhaus-Aufenthalt und Reha kommt sie heim. „Mittlerweile hat sie sich gut erholt“.

Was Jochen Eulitz am meisten wundert: „Dass dort noch nicht viel öfter was passiert ist.“ Die Unterführung ist für ihn „ein Planungsfehler“. Ein gefährliches Eck ohne freie Sicht. Zwar hat es in diesem Bereich „seit 2010 keine Unfälle gegeben“, sagt Robert Fritsch, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Ottobrunn. Aber auch er meint: „Das ist eine gefährliche Geschichte dort.“

Jochen Eulitz forderte deshalb in der Bürgerversammlung, die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger in der Unterführung zu erhöhen. Es folgte ein Termin vor Ort mit Polizei- und Verwaltungsvertretern. Danach wurden Schilder aufgestellt, die Radler zum langsam Fahren anhalten. Zudem wurde die Straße durch eine Trennlinie für Fußgänger und Radfahrer geteilt und die Böschung zurückgeschnitten. Doch damit nicht genug. Der Bauausschuss beschloss am Montagabend, zwei Varianten prüfen zu lassen, um den Bereich noch sicherer und besser einsehbar zu machen.

Fakt ist: „Das geht ins Geld. Es wird keine kostengünstige Lösung geben“, stellte Werner Müller, Leiter der Bautechnik, klar. Variante eins: Geplant ist ein Termin mit Verantwortlichen der DB, um zu eruieren, ob der bunt gekachelte Brückenpfeiler in der Unterführung versetzt werden kann.

Variante zwei: Den Weg auf der anderen Seite, wo die Fußgänger laufen, zu begradigen, in dem die Mauer an der Böschung zurückgebaut und durch Spundwände ersetzt wird.

Ratsmitglied Matthias Klebel (CSU) hätte es zwar viel lieber gesehen, wenn an der Unterführung Barrieren eingebaut würden, die Radfahrer zum langsam Fahren zwingen, doch er scheiterte mit seinem Antrag kläglich. Kein weiterer Mandatsträger stimmte dafür. Auch der Rathauschef hielt es für sinnvoller, „den Weg sichtbarer zu machen, statt Barrieren einzubauen“. Zumal es, worauf Sabine Athen (SPD) hinwies, „die einzige Ost-West-Verbindung für Radfahrer ist“. Gertraud Eulitz wäre sie fast zum Verhängnis geworden. 

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