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Verflixt noch eins, wie ging jetzt der Trick mit der Schlinge? Zauberkünstler Harald Voit lässt im Crashkurs den Knoten platzen.

20 Jahre Bürgerhaus

Pullacher Kulturtage top

Pullach - Einen Querschnitt durch das kulturelle Leben der Gemeinde boten die „Pullacher Kulturtage“ anlässlich des 20. Bestehens des Bürgerhauses. Alles unter einem Dach: Von der Kriminalkomödie über Volkstanz, einer Lesung bis hin zur Kunst des Zauberns. All dies ein Heimspiel von Pullacher Künstlern.

„Ich freue mich, dass ihr alle noch am Leben seid“, lobte Zaubermeister Harold Voit die Teilnehmer seines Crashkurses in Magie. Zuvor hatte er allen im Vereinsraum einen Strick in die Hand gegeben, um eine sich selbst auflösende Halsschlinge zu üben. Die, die seinen Anweisungen folgen konnten, strahlten stolz – andere verzweifelten lachend. „Jetzt kann ich meiner Enkelin mal etwas Tolles vorführen“, sagt eine ältere Teilnehmerin.

Gemeinsam mit seiner Assistentin Anette Mildenberger schreitet der Gründer der Zauber-Akademie Deutschland durch die Reihen, gibt Tipps und wiederholt die Handgriffe. „Die Schlinge legst du jetzt an den Hals, so, jetzt hoch und da rüber. Jawoll, klappt doch“, lobt der Zauberer. Selbst der fünfjährige Konstantin macht mit und schafft den Trick. „Zuhause hat er auch einen Zauberkasten“, verrät seine Mutter. Die Akademie, nur wenige Schritte vom Bürgerhaus entfernt, ist die älteste und renommierteste der Republik. Voit ist mit den Größen des Fachs per Du, Siegfried und Roy zählen zu seinen Freunden. Oft hat er sie gemeinsam mit Ehefrau Angelika in Las Vegas besucht. Aber auch Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund zog im Kurs alle Register und bewies gänzlich unerwartete Talente. „Ich habe selbst einmal vier Semester auf der Zauber-Akademie belegt“, erzählt die Pullacher Rathaus-Chefin. Sie bestand die Abschlussprüfung der staatlich zertifizierten Schule und ist daher Mitglied des Magischen Zirkels, einer internationalen Vereinigung von Zauberkünstlern. 80 Ortszirkel gibt es allein in Deutschland. Harold Voit hat die Bürgermeisterin sogar schon einmal schweben lassen. Im Bürgerhaus sorgt er regelmäßig für magische Momente. „Das ist das Schöne an meinem Beruf: Ich habe immer Menschen um mich, die Freude haben“, sagt Voit. Früher sei er Vollzugsbeamter gewesen, „da war das freilich nicht immer so“, sagt er augenzwinkernd. 

Dem Zauber-Workshop folgte die Kriminalkomödie „Altes Eisen“ vom Theater Pur. 440 Plätze gibt es im Großen Saal, die Aufführung war so gut wie ausverkauft. Ein einmalig bezahlter Kulturpass ermöglichte den Eintritt zu allen Veranstaltungen der Jubiläumstage. Der Erlös geht den Künstlern direkt zu. Wie das Bürgerhaus, so hatte auch das Laienensemble um Theaterleiter Holger Ptacek einen Grund zum Feiern: Das Theater Pur besteht heuer seit zehn Jahren. Das Stück „Altes Eisen“ aus seiner Feder war das zweite Stück nach der Gründung und der bisher größte Publikumserfolg. „Wir haben hier schon viele Premieren gefeiert, zum Zehnjähren wollen wir das „Alte Eisen“ noch einmal aufleben lassen“, begrüßte Ptacek den Saal. 

Der Beifall gab seiner Entscheidung recht. Mit großem Vergnügen und häufigem Szenenapplaus verfolgte das Publikum die Geschehnisse in der Seniorenresidenz Abendrot. Weil sie sich nach Ableben eines Mitbewohners um den versprochenen Leichenschmaus betrogen sehen, proben die Senioren den Aufstand. Das Schöne daran: Sie bekommen wieder Mumm in die Knochen, gewinnen ihre Lebenslust zurück. Auch die Outfits ändern sich. Morgenmantel und Puschen werden zu Hawaiihemd und Turnschuh. Und den alltäglichen Seniorenteller tauschen sie gegen eine Kreuzfahrt in die Karibik. Das nötige Kleingeld dafür stammt aus einem findigen Raub. Kantig und schräg die Charaktere und eine Handlung mit Pfiff – Garanten für einen unterhaltsamen Theaterabend. Das Ensemble agierte mit Spielfreude und Witz und hatte dabei auch selbst offensichtlich Spaß. Das belohnte das Publikum mit lang anhaltendem Applaus. Insgesamt boten die Pullacher Kulturtage einen kurzweiligen Mix aus dem künstlerischen Schaffen in der Gemeinde. Zu denen, die ebenfalls dazu beitrugen, gehören auch Hedwig Rost und Jörg Baesecke mit der wohl kleinsten Bühne der Welt, Karolina und Johannes Schuster vom Volkstanzkreis, die Bestseller-Autorin Tanya Stewner, das Jazz-Ensemble der Musikschule Pullach sowie die Jazz-Combo „Firststreet Workers“.

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