+
Begegnen dem Hackbrett mit beinahe detektivischer Neugierde: (v.l.) Johanna (15) und Viktoria (18) Kainz sind erste Preisträgerinnen im Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“.

Bundespreis Jugend musiziert

Hardrock auf dem Hackbrett in Arget

Sauerlach - „Highway to hell“ von AC-DC auf dem Hackbrett? Johanna (15) und Viktoria Kainz (18) machen das mit Links. Die beiden jungen Musikerinnen aus Arget sprengen auf dem Instrument gern mal Grenzen. Das brachte ihnen bereits zum zweiten Mal den Bundespreis von „Jugend musiziert“.

Wie ein frischer Wind fegen die beiden durch die kleine, erlesene Hackbrett-Szene. Und fast nebenbei verhelfen sie dem Instrument so zu neuem Leben, fernab von Heimatabenden. So wie vor ihnen schon Brian Jones von den Rolling Stones in „Lady Jane“ oder Coldplay in „Viva la vida“.

Keine Revoluzzer

Dabei sind die hübschen Schwestern bei weitem keine Revoluzzer. Sie begegnen dem Hackbrett nur mit beinah detektivischer Neugierde, probieren aus und komponieren sogar. Viktoria ist die ältere von beiden. Sie ist bereits für das Wintersemester an der LMU München eingeschrieben, will Physik studieren. „Ich glaube, die Musik und die Naturwissenschaft haben eine Menge gemein“, sagt die 18-Jährige. Harmonielehre und Naturgesetze basierten auf logischen Strukturen. Das fasziniert die junge Musikerin. In nur sechs Wochen brachte sie sich als damals 13-Jährige das Klavierspiel bei. 

Studium der Physik

Neben dem Hackbrett beherrscht auch die jüngere Johanna ein weiteres Instrument: die Violine. Die 15-Jährige besucht wie ihre Schwester zuvor das Edith-Stein-Gymnasium der Erzdiözese München-Freising, eine katholische Mädchenschule. Es versteht sich von selbst, dass auch sie Mitglied des Schulorchesters ist. 

Flöte? Nein danke!

Warum gerade das Hackbrett? „Flöten ging ja gar nicht“, antworten beide und müssen lachen. Über eine Freundin ihrer Mutter Maria, Pfarrsekretärin an St. Michael in Arget, kamen die Zwei auf den Geschmack. Johanna als Sechsjährige, Viktoria mit Sieben. Der Rest ist Geschichte, und von der Musikschule Sauerlach-Brunnthal mit Bedacht und Professionalität gefördert. Für den Bundeswettbewerb haben die Schwestern mit ihrer Lehrerin Sabine Kadner ein etwa 20-minütiges Programm geprobt. „Stücke von der Alten Musik bis in die Moderne“, ergänzt Johanna. Zu ihren Vorbildern zählt Birgit Stolzenburg, Professorin für Hackbrett an der Hochschule für Musik und Theater in München und als Jurorin von „Jugend musiziert“ aktiv. 

Mit den "Goldkehlchen" verwurzelt

Johanna und Viktoria spielen als Duo, aber auch im eigens gegründeten „Corona-Musi“-Quartett, gemeinsam mit Anna Lena Zellner und dem Gitarristen Marinus Essendorfer. Verwurzelt sind die beiden aber auch mit den Argeter Goldkehlchen, die Chorleiterin Traudl Fröhlich seit Jahren betreut. „Als Sängerinnen können wir nicht mehr mitmachen, aber wir begleiten den Kinderchor noch ab und an mit Klavier und Geige“, erzählt Viktoria.

Mama führt Konzerttagebuch

All ihre Auftritte hält Mutter Maria seit 2009 in einem kleinen Konzerttagebuch fest. Ort, Datum und Titel der Veranstaltung werden sorgfältig notiert, es finden sich auch kleine Kommentare. Schöne Erinnerungen an so manch gemeinsamen Tag. Lange Zeit war die 48-Jährige Mutter auch Managerin und vor allem die Chauffeurin ihrer Töchter in Personalunion. „Jetzt hat Viktoria einen Führerschein und fährt selbst zu den meisten Auftritten“, erzählt die Mutter stolz. 

Bundessieger

Vor dem Bundeswettbewerb hatten die beiden die Regionalentscheidung in Grünwald zu meistern wie auch den Landesentscheid in Regensburg. „Die persönliche Leistung auf dem Instrument in der entsprechenden Altersklasse wird bewertet“, erläutert Viktoria. Ähnlich, wie in der Schule, aber nicht wie im Sport. „Entsprechend gibt es mehrere erste Bundessieger“, erläutern die Preisträgerinnen. Viktoria und Johanna traten als Duo in der Gruppe der 17- bis 18-Jährigen an, in der Kategorie „Besondere Instrumente“. Heuer gastierte der Wettbewerb in Kassel, im Jahr zuvor in Hamburg. Dort traten die beiden aber solo auf – und gewannen ebenfalls.

„Das sind dann quasi unsere Familienurlaube gewesen“, sagt Mutter Maria. Sie hätten einfach ein paar Tage drangehängt und sich die Städte angeschaut. Beim abschließenden Preisträgerkonzert in der Stadthalle Kassel begeisterte das bayrische Duo das Publikum. Für beide steht schon jetzt fest: Einmal wollen sie sicher noch dabei sein. „Irgendwann ist man halt für „Jugend musiziert“ zu alt“, bedauern beide. Die Musik wird sie stets begleiten, und wer weiß, vielleicht macht sie Johanna nach der Schule sogar zum Beruf.

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen
<center>Schokoladen-Set zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

Sauerlach sagt Grüß Gott

Sauerlach - Naturnähe, das beschauliche Leben, die Freundlichkeit: das lieben Neubürger an Sauerlach. 341 Menschen sind 2016 hergezogen. Bürgermeisterin Barbara Bogner …
Sauerlach sagt Grüß Gott

Kommentare