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Schöne, aber renovierungsbedürftige Kulisse: Junge Menschen singen und musizieren im Gotteshaus.

Benefiz-Marienkonzert

Zu wenig Publikum für talentierte Musiker

Arget - Weniger Besucher als erhofft, kamen zum Benefiz-Marienkonzert nach St. Michael in Arget. Pastoralreferent Georg Kökert ist "enttäuscht".

„Danke für ihr zahlreiches Kommen wollte ich eigentlich in der Begrüßung sagen“, sagte auf Anfrage Marianne Humpl, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. Das hätte sie sich dann aber schnell verkniffen, denn mancher Platz im Gotteshaus war frei geblieben. Warum? Humpl vermochte es nicht zu sagen. Ratlosigkeit auch bei Georg Kökert. „Wir hatten im Vorfeld viel Werbung gemacht, von dem Ergebnis bin ich enttäuscht“, sagt der Pastoralreferent. Immerhin ginge es doch um die Erhaltung der Dorfkirche.

Die etwa 30 Kinder und Jugendlichen, die sich im Altarraum versammelten, hätten mehr Unterstützung verdient. Es musizierten die Argeter Goldkehlchen und Jungbläser, die Corona- und die Schuibank-Musi sowie Dieter Mätz mit Tochter Christine. Humpl und viele Helfer hatten das Konzert organisiert.

Auf die vielen leeren Bankreihen reagierten die jungen Musiker professionell. Das wurde vom Publikum mit viel Applaus honoriert. „Am Ende kam dann doch ein stolzer Betrag von 876,60 Euro zusammen. Das hat uns ebenso überrascht wie gefreut“, betont Humpl.

Dass ein Teil der Sanierungskosten in eine neue Heizanlage gesteckt werden muss, war allen Beteiligten schnell klar: Es war recht kalt in der Kirche. Stuck, Fresken und vor allem die Elektrik sind als nächstes dran. Außen ist St. Michael bereits renoviert, innen werde 2017 begonnen, informierte Pastoralreferent Kökert zu Beginn des Konzerts.

Neben den Arbeiten an St. Michael hatte der Pfarrverband Sauerlach bereits eine Baustelle zu stemmen. Mit 530 000 Euro schlug jüngst die Renovierung von St. Andreas zu Buche. 70 Prozent der Sanierungskosten trug die Erzdiözese München und Freising, den Rest der Verband. Für St. Michael erhofft sich der Pfarrverband eine größere Kostenübernahme.

Die Moderation des Abends oblag dem 17-jährigen Hansi Aichler. Mit einem eigenen, mehrstrophigen Gedicht überraschte der Oberministrant das Publikum. „Herbstgedanken“ hat er es genannt. Der angehende IT-Systemelektroniker bewies dabei durchaus poetisches Potenzial.

Die Argeter Goldkehlchen, Buben und Mädchen im Alter zwischen acht und 14 Jahren, empfehlen sich durch Einsatzfreude. Nach dem Konzert sangen sie tags darauf im Gottesdienst. Besonders berührend: das Lied „Ave Maria – Wenn ich ein Glöckchen wär“. Zuvor bat Chorleiterin Traudl Fröhlich um Nachsicht, die kleine Solistin habe sich erkältet. Die Sorge war unbegründet. Barbara Vargas (10) sang selbstbewusst gegen den Chor an.

Begleitet wurden die Goldkehlchen von den Schwestern Johanna (15) und Viktoria Kainz (18) an Geige und Klavier. Die beiden sind auch als Hackbrett-Duo bekannt, was ihnen gleich zweimal den Bundespreis von „Jugend musiziert“ einbrachte (wir berichteten). Am Benefiz-Konzert nahmen sie als „Corona-Musi“ teil, gemeinsam mit Anna-Lena Zellner an der Querflöte. Die hohe Musikalität der Drei beeindruckte.

Trotz kühler Temperaturen zupften fleißige Finger an Harfensaiten, wurde aus vollen Kehlen gesungen. Dieter Mätz und seine Tochter Christine waren mit diatonischen Akkordeons gekommen, erfreuten mit Rhythmik und Klangfülle. Und auch die Schuibank-Musi, bestehend aus Franziska Beil (17), Nadine Bäntsch (16) und Franz Jaud (16), sorgte für viele melodische Momente. Das Konzert hatten die Argeter Jungbläser unter der Leitung von Georg Walser eröffnet – und sie beendeten es auch, unter viel Applaus, mit dem Festlichen Bauernmarsch von Karl Edelmann.

Kathrin Kohnke

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