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Besorgt blicken die Anwohner (v.l.) Georgia und Günter Forth sowie ihre Nachbarin Renate Fraunhofer-Sturm in die kleine Sackgasse in Sauerlach – links heißt sie Heuweg, rechts Hofoldinger Straße. Hüben wie drüben hat das Landratsamt Häuserhälften für Asylbewerber angemietet.

Asylunterkunft Am-Otterloher-Feld

Anwohner fürchten um Immobilienwert

Sauerlach - Die geplante Asylunterkunft Am-Otterloher-Feld liegt endgültig auf Eis, das hat Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBW) jetzt auf Anfrage bestätigt. Und doch schlägt das Thema in Sauerlach weiter Wellen.

Anwohner des Heuwegs und der Hofoldinger Straße befürchten die Abwertung ihrer Immobilien, weil seit kurzem Flüchtlinge in nächster Nachbarschaft untergebracht sind. Sorgen machen sich unter anderem Georgia und Günter Forth. Sie wohnen in einer winzigen Sackgasse, die rechte Straßenseite gehört noch zur Hofoldinger Straße, die linke bereits zum Heuweg. Hier lebt Nachbarin Renate Fraunhofer-Sturm mit Familie und Mischlingshündin Sissi. Acht Doppelhaushälften gibt es am Heuweg, mehr nicht. Zwei davon wurden jüngst vom Landratsamt München für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien angemietet.

„Wir Anwohner wurden im Vorfeld über dieses Vorhaben von keiner Seite informiert“, beklagen sie sich verärgert. Ihre Befürchtung: In Kürze könnten mehr Flüchtlinge in ihrer Straße wohnen als Einheimische. „Hierdurch werden unsere Immobilien erheblich abgewertet“, sagen sie. Zudem prangern sie eine Zweckentfremdung der Haushälften an, die jeweils nur für eine Familie gedacht seien. Dies wollten sie nicht widerspruchslos hinnehmen. Im Haus am Heuweg wohnen bereits zwei Flüchtlingsfamilien, bestätigt das Landratsamt München auf Anfrage des Münchner Merkur. Tatsächlich soll das Objekt an der Hofoldinger Straße mit etwa zwölf Personen belegt werden, sodass in beiden Häusern insgesamt rund 20 Personen leben werden, so eine Sprecherin der Behörde. Und weiter: An mehreren Stellen im Landkreis gäbe es die Konstellation, dass zum Teil weit mehr Asylsuchende als „Einheimische“ in einem überschaubaren Bereich lebten, etwa in den Bereichen, in denen Traglufthallen stehen oder größere Wohnkomplexe für Asylbewerber erbaut wurden. Aus der Erfahrung her integrierten sich die Asylbewerber sehr schnell in die örtliche Gesellschaft, vor allem wenn sie in kleineren Einheiten – wie denen im Heuweg und an der Hofoldinger Straße – untergebracht sind, erläutert das Amt. Die Objekte selbst seien auf unbestimmte Zeit beziehungsweise für die Dauer von zehn Jahren angemietet worden, die Kosten orientierten sich an der ortsüblichen Miete. Die Gemeindeverwaltung sei wie bei allen Anmietungen von kleineren Objekten per E-Mail informiert worden. Bei den Anwohnern sei dies nicht üblich.

Plant das Landratsamt etwas, um die angespannte Situation in der Sackgasse zu beruhigen? Es sei beabsichtigt, eine gemischte Belegung mit Familien und Einzelpersonen zu realisieren, um mögliche Spannungen von Anfang an zu vermeiden, heißt es dazu auf Nachfrage aus der Behörde. „Zudem wird unsere Sozialbetreuung die Asylbewerber entsprechend betreuen, um die möglicherweise bestehenden Ängste der Anwohner zu nehmen.“ Inwieweit dieses Vorgehen bei den Betroffenen auf Verständnis treffen wird, bleibt abzuwarten. Barbara Bogner jedenfalls sind die Hände gebunden, die Gemeinde sei nicht involviert. „Das ist eine privatrechtliche Geschichte“, betont sie. Und: Es seien zwei Familien aus der Unterbringung am Lindenweg, die in die Haushälfte in der Hofoldinger Straße ziehen werden.

Kathrin Kohnke

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