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Sophia Dietrich (l.) und Irmgard Eberle haben den Dreh raus: Nach einem Rezept aus dem 18. Jahrhundert formen sie Auszog’ne.

Sommerfest im Heimatmuseum

Historische Küche unter Dampf

Sauerlach - Keine bunten Sonnenschirme im Pfarrgarten, keine Bänke und Tische. Die kulinarischen Schmankerln, für die das Heimatmuseum in Arget bekannt ist, wurden heuer im alten Kuhstall serviert.

Das traditionelle Sommerfest trotzte den Wetterkapriolen, der Förderverein hatte sich auf Regen eingestellt. „Das war heute Morgen keine leichte Entscheidung“, sagt Götz von Borries, seit Mitte März neuer Vorsitzender. Glücklicherweise gibt es im Museum ausreichend Platz. Und von Borries konnte auf ein eingespieltes Team setzen. 

„Gerade in der Küche haben alle einen großen Erfahrungsschatz.“ Davon konnten sich die Gäste überzeugen, die historische Museumsküche stand ordentlich unter Dampf. 

Dafür sorgten unter anderem Irmgard Eberl (68) und Sophia Dietrich (17). Mit unermüdlichem Fleiß formen die beiden goldene Teigkugeln und legen sie auf ein bemehltes Blech. „Das werden Auszog‘ne nach einem Originalrezept aus dem 18. Jahrhundert“, erläutert Eberl. Nur Mehl, Eier, Hefe, Zucker, Salz, Milch und ein Schuss Rum kommen in den Teig. „Keine Butter“, sagt sie nachdrücklich. In einem Bad aus Rapsöl verwandeln sich die Teiglinge später in die goldgelbe Spezialität. Auch Kartoffelschmarrn und Kaspressknödel-Suppe stehen zur Wahl. 

Besonders freut sich die Küchen-Chefin über den Einsatz der 17-Jährigen Sophia: „Sie gehört zu unserem Vereinsnachwuchs, sie hat ein Faible für all die historischen Dinge.“ Drei Gebäude gibt es auf dem etwa 2100 Quadratmeter großen Museumsgelände im Herzen Argets: einen rund 350 Jahre alten Getreidespeicher, den so genannten Troadkasten, einen Bundwerkstadl und das Haupthaus, der ehemalige Pfarrhof von 1682. 

Die Besucher konnten sich hier überall nach Herzenslust umschauen. Für das Kinderprogramm sorgte Hans Grund von der Ortsgruppe des Naturschutzbundes. Seit mehr als zehn Jahren engagiert er sich mit einem Stand auf den Museumsfesten. Geöffnet war ebenfalls die Spinnstube im Stadl, es gab handwerkliche Verkaufsstände mit Getöpfertem, Genähtem und Schmuck. Im Obergeschoss des Pfarrhofes präsentierte der Künstlerkreis eine Auswahl der schönsten Werke in Aquarell, Tusche, Acryl, Öl und Pastell.

 „Heute kann ich das Sommerfest mal aus einer ganz anderen Perspektive genießen“, zeigte sich Simon Kastenmüller entspannt. Von 2013 bis 2016 war er Vereinsvorsitzender, davor Schriftführer. Er weiß, wie viel Arbeit in jedem Winkel steckt. Jetzt könne er sich freilich den vielen Fragen widmen, die das Museum hinter den alten Mauern noch verbirgt. Beispielsweise, weshalb der Pfarrhof so weit von der Kirche St. Michael entfernt liegt. „Da gibt es einige Geschichten und Sagen“, meint er fröhlich. Jetzt habe er Zeit, ihnen auf den Grund gehen. 

Der Erhalt des Ensembles an der Holzkirchener Straße liegt den rund 130 Mitgliedern des Fördervereins am Herzen. Eigner ist die Gemeinde. Unaufhörlich nagt der Zahn der Zeit am Gebälk. Eine fehlende Heizung, dringende Streicharbeiten und der Außenputz sind die drängendsten Themen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag stellt der Vorstand ein neues Nutzungskonzept vor (14. Juni, ab 19 Uhr im Rathaus).


Das Museum ist bis September jeweils am zweiten Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Nächster Termin ist am 10. Juli. Die Sauerlacher Künstlerin und Autorin Sabine Skala zeigt Bilder und Schmuck.

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