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Führen den Kiosk als Familienbetrieb: Sabine und Georg Altan.

Kiosk-Geschichten

"Dallas": Keine Stadt in Texas, sondern ein Kiosk in Schäftlarn

Hohenschäftlarn – Dallas liegt in Schäftlarn. Ganz eindeutig. Allerdings nicht auf einer Fläche von knapp 1000 Quadratkilometern, sondern auf 25 Quadratmetern. Auch werden hier keine zwielichtigen Öl-Geschäfte wie bei J.R Ewing aus der gleichnamigen Fernsehserie der 70iger Jahre abgewickelt, sondern Frischwurst, Zeitungen und Süßes verkauft, fast im Minutentakt.

„Nein, langweilig wird uns nie“, bestätigt Georg Altan, seit zwei Jahren Pächter des Kiosks. „Der Name ,Dallas’ ist übrigens auf den Ehenamen der Gründerin zurückzuführen, nicht auf die Stadt in Texas.“

Gute Lage am S-Bahnhof

Die nächste Gruppe Kunden steht vor dem Fenster an dem Geschäft an der Bahnhofstraße. Bestellungen werden aufgegeben, Scherze gewechselt. Sind es morgens Kunden auf dem Weg zur S-Bahn und zur Arbeit, die sich noch ein schnelles Frühstück oder eine Brotzeit mitnehmen, sind es mittags und spätnachmittags Schüler, die hier einen kurzen Zwischenstopp einlegen, um ihrem Heißhunger auf Süßes zu stillen. 

Als „Perle“ bezeichnet Georg Altan Annemarie Neumayer, die hier Kunden bedient.


„Die meisten kommen aber wegen unserer Frischwurst“, betont Altan. Denn das ist die absolute Spezialität im Dallas. „Wir lagern sie hier am Stück“, sagt Altan und öffnet den Kühlschrank. „Jeder Kunde bekommt sie frisch aufgeschnitten. Und das, sowie die gleichbleibend gute Qualität, schmeckt man eben.“ Wurst- und Käsesemmeln werden immer frisch zubereitet. „Wer will den schon etwas essen, das ewig in der Auslage war?“ Mittlerweile kann man auch am Kiosk Weißwürste vorbestellen. „Viele Kunden kommen auf Empfehlung.“

Nach der Kündigung selbständig gemacht

Georg Altan (58), ehemaliger Logistikleiter, ist nicht ganz freiwillig Kiosk-Betreiber geworden. „Die Firma fusionierte und baute Belegschaft ab.“ Auch Altan hielt nach über drei Jahrzehnten das Kündigungsschreiben in der Hand. „Mein erster Gedanke war, wie soll es jetzt weiter gehen?“ Da bekam der Schäftlarner das Angebot der beiden Dallas-Schwestern, die sich zurückziehen, aber den Kiosk in guten Händen wissen wollten. Ob der Schorschi nicht Lust hätte?

Altan überlegte, berief den Familienrat – Ehefrau Sabine und die beiden Kinder Nina und Kilian – ein und machte sich kundig, was bei einem Schritt in die Selbstständigkeit zu beachten ist. Dann die Entscheidung: „Wir machen das.“ Seitdem beginnt der Tag um 5.15 Uhr mit Auspacken und Verteilen der Zeitungen sowie dem Herrichten der Ware. Sabine Altan (51) reduzierte ihre Arbeitszeit, um ihren Mann zu unterstützen, auch die Kinder packen mit an. „Und natürlich unsere Perle Annemarie Neumayer“, lobt Altan.

In die Stellenanzeigen schaut er längst nicht mehr

Für Ehefrau Sabine ist die Arbeit im Kiosk nichts Neues. Schon als Kind verbrachte sie ihre Zeit gerne in dem kleinem Geschäft, half mit und fühlte sich wohl. Später hatten Altans eine zeitlang ihre Wohnung im selben Haus. Elisabeth Dallas, die jüngere der Schwestern, wurde Firmpatin von Altans Tochter Nina (18), Georg Altan übernahm dieses Amt bei Dallas´ Sohn. Mittlerweile ist „Treffen wir uns unten beim Dallas“ in Schäftlarn ein geflügeltes Wort, egal ob es sich um einen tatsächlichen Treffpunkt oder auf einen kurzen Schluck nach der Arbeit mit den Kollegen handelt. Und Altan selbst? Der könnte sich kein anderes Leben mehr vorstellen. „Das habe ich auch daran gemerkt, dass ich Stellenanzeigen schon längst nicht mehr anschaue sondern gleich überblättere“ sagt er. „Wir fühlen uns wohl hier und es macht Spaß.“


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