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Gemeinsam Englischlernen: Markus Hehn betreut die Schülerinnen Hurih (l.) und Alaá.

"Startchance"

Perspektive durch persönliche Coaches

Kindern eine konkrete Perspektive bieten, und zwar egal welcher Herkunft: Diesem Ziel hat sich die Stiftung „Startchance“ verschrieben.

Vor einem Jahr wurde sie ins Leben gerufen. Die Stiftung verteilt keine Gelder, sondern setzt auf die persönliche Förderung der sozialen und schulischen Entwicklung durch insgesamt 35 Coaches an der Karl-Lederer- Grundschule in Geretsried, der Grundschule Schäftlarn und dem Starnberger Gymnasium. In Zukunft soll es eventuell weitere Standorte geben. 

Betreut werden derzeit jeden Freitag von 14 bis 17 Uhr insgesamt 45 Kinder im Alter zwischen sieben und 17 Jahren. Sogar ehemalige Schüler, oder die, die nun eine andere Einrichtung besuchen, finden hier eine Anlaufstelle. „Und wir sind auch offen für Geschwisterkinder oder jemanden aus der Nachbarschaft, der Hilfe braucht“, sagt Stiftungsgründer Dr. Wulf von Simmelmann. Bekannt gemacht wird die Unterstützungsmöglichkeit an den Schulen durch Lehrer, Elternbriefe, Sozialpädagogen und Mundpropaganda. „Mir ist aufgefallen“, sagt der Stiftungsgründer in einer Pressekonferenz, „dass in Deutschland 60 bis 70 Prozent aller Studenten aus Akademikerfamilien stammen. Nun hat es mich gereizt, alles dafür zu tun, dass die anderen auch die Möglichkeit bekommen, ihr Potenzial auszuschöpfen.“ Die Coaches selbst sind Gymnasiasten, Abiturienten, Studenten. „Vom Alter her eher wie ein großer Bruder oder eine große Schwester“, sagt Markus Hehn, Koordinator am Standort Schäftlarn. Die Unterstützung soll ganzheitlich erfolgen, betont die Geretsrieder Koordinatorin Gertraud Josifescu-Vogl. „Von der Aufarbeitung des Unterrichtsstoffen bis hin zu Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsplätzen oder dem Schreiben von Bewerbungen.“ 

Gerade bei den Kindern mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund steht die Sprachförderung an erster Stelle. „Und es ist toll zu erleben, welche Fortschritte gemacht werden“, sagt Yannik Müller (19), einer der Coaches. „Nach drei Monaten konnten wir uns auf Deutsch unterhalten.“ Ein Punkt, dem Kollegin Priska Wörl zustimmt: „Das was wir zurückbekommen, ist unbeschreiblich.“ Die Kinder würden gerne in die Gruppe kommen und dort Geborgenheit und Unterstützung erfahren. Zusätzlich schweißen gemeinsame Unternehmungen wie Besuche in Museen, dem Zirkus oder Ausflüge zum Starnberger See zusammen. Hierbei treffen oft alle drei Gruppen aufeinander – „und plötzlich entstehen weitere Freundschaften, mit denen wir nicht gerechnet haben“, sagt Simmelmann. 

Und auch die Coaches selbst lernen. Markus Hehn deutet auf Yannik Müller: „Er musste Schach lernen. Anfangs war es etwas zäh, aber jetzt ist er richtig gut.“ Sabine Hermsdorf

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