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Offizielle Freigabe: (v.l.) Sebastian Höck (Straßenbauamt), Klaus Gegenfurtner (Strabag), Elfriede Blechinger(Schäftlarner Gewerbetreibende), Maria Reitigner ( Zweite Bürgermeisterin), Bürgermeister Matthias Ruhdorfer, Bauleiter Sebastian Klaß, StefanMeier (Staatliches Bauamt) und Gemeinderat Franz Strobl.

Nach sechs Monaten Vollsperrung

Zwischen Freud und Leid: B11 ist wieder frei

Schäftlarn - Seit Freitag 16 Uhr rollt der Verkehr wieder durch die Ortsdurchfahrt von Schäftlarn. Vertreter der Gemeinde des Staatlichen Bauamts Freising und der ausführenden Baufirma Strabag gaben die Bundesstraße nach einer sechsmonatigen Sperre wieder frei. Wenig Grund zur Freude haben allerdings die Geschäftsleute. Die Baustelle hat ihnen teilweise die Existenz ruiniert.

Es war keine leichte Baustelle“, musste Stefan Meier, Bereichsleiter Straßenbau vom Staatlichen Bauamt Freising zugeben. Zur Kalkulation der benötigten Bauzeit wurden vergleichbare Projekte herangezogen. Allerdings sei eine Vollsperrung der einzig richtige Weg gewesen. Durch eine halbseitige Sperrung hätte man die Sicherheit für die Bauarbeiter nicht gewährleisten können. „Zudem hätte sich die Bauzeit auf zwei Jahre verlängert.“ Dazu kam noch Schäftlarns topografische Lage: „Da waren keine kleinräumigen Umfahrungen möglich.“ Auch Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) ist „heilfroh“, dass der Verkehr Schäftlarn wieder passieren kann. „Die Belastung für die Geschäftsleute war extrem.“

„Existenzgefährdend“, „Schrecklich“, „Katastrophal“ – diese Worte fallen am häufigsten bei den Geschäftsleuten an der B 11. Alle beklagen finanzielle Einbußen. „Unsere Kunden kommen schließlich nicht nur aus Schäftlarn“, bestätigt Günter Appel, der an der Münchner Straße seit 20 Jahren ein Fitness-Studio betreibt. „Und nicht jeder, der aus dem nördlichen Bereich kommt, wollte den enormen Umweg in Kauf nehmen. Also sind sie weggeblieben.“ Zudem: „Für uns ist die Baustelle noch lange nicht beendet.“ Appel lässt den Blick über den Fahrbahnrand schweifen. Hier stehen rotweiß-gestreifte Baken und warnen vor zentimetertiefen Löchern. In Kürze sollen dort Parkplätze entstehen. „Aber viel zu wenig“, moniert Appel. „Im Gegensatz zu vorher etwa ein Drittel weniger. Das geht am Bedarf vorbei.“ Der Geschäftsführer hätte sich gewünscht, im Vorfeld mehr von den Verantwortlichen in die Planungen eingebunden zu werden. „Ich hatte das Gefühl, dass wir Gewerbetreibenden an letzter Stelle stehen.“

Ähnlich sieht die vergangenen sechs Monate Sahin Naldemir von der Schoenberger Group, die gleich nebenan ihre Ausstellungsräume für Markisen und Rolläden hat. „Wir sind mit den Montagewägen kaum oder gar nicht mehr rausgekommen.“ Auch das Be- und Entladen gestaltete sich als schwierig. „Einmal hat jemand die Polizei geholt, weil wir draußen geparkt hatten, um Ware in unsere Räume zu bringen.“ Naldemir hebt fragend die Hände. „Wie hätten wir es denn machen sollen? Unter den Arm klemmen? Es musste doch auch für uns weiter gehen.“

Mit am Schlimmsten getroffen hat es Monika Murr, die 13 Jahre lang die Bäckerei „Ratschiller“ betrieb: Die lange Sperrzeit hat sie ihre Geschäftsexistenz gekostet. Anfangs gab sie sich noch kämpferisch („Durchhalten ist die Devise“), doch unter anderem der Wegfall der Laufkundschaft bescherten ihr große Umsatzeinbußen. „Nach vier Monaten summierte es sich auf über 80 000 Euro. Das kann man nicht mehr einfach so reinholen.“ Murr wandte sich in einem persönlichen Brief an das Staatliche Bauamt Freising. „Auf Antwort warte ich noch heute.“ Die Geschäftsfrau ist nun dabei, sich in Wolfratshausen ein neues Standbein aufzubauen.

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