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„Steh ich jetzt unter Denkmalschutz?“ Sky du Mont liest in Baierbrunn. Für ihn ein doppeltes Heimspiel. Zum einen, weil er selbst mal im Isartal, in der Wurzelseppstraße in Pullach, gewohnt hat. Zum anderen, weil er dem Werbespot des Wort & Bild-Verlag seit Langem seine Stimme leiht. „Ich freu mich total, dass ich hier sein darf. Ich hab ein inniges Verhältnis zum Verlag, wir sind schon Freunde.“ 

Im Bürgerhaus

Sky du Mont in Baierbrunn: Humor ist das Einzige, was hilft

Baierbrunn - Der Mann sieht noch immer gut aus - und er weiß, wie man auch mit Mitte 60 noch nicht zum alten Eisen gehören muss. Wie das geht, erzählt er im Bürgerhaus Baierbrunn.

„Auch mit Mitte 60 kann man noch 40 sein – zehn Minuten.“ Solche Sätze fielen einige am Montagabend in Baierbrunn. Wo im Bürgerforum des Verlags Wort & Bild der Schauspieler und Autor Sky du Mont aus seinem neuen Buch „Steh ich jetzt unter Denkmalschutz?“ las, Untertitel: „Älterwerden ist nichts für Spaßbremsen“.

Gut 150 Besucher waren gekommen, hatten im Saal, umgeben von hochkarätiger Kunst, viel zu schmunzeln, an manchen Stellen konnte man auch richtig lachen. Wobei es von Vorteil war, dass es Sky du Mont war, der Sky du Mont las. Mit seiner einschmeichelnden Stimme. Und seiner hochcharmanten Art.

Entstanden ist das Buch, wie er auf die Fragen von Lilian-Susan Wilke vom Wort & Bild-Veranstaltungsmanagement erzählte, auf Anregung wiederum seines Verlags. Nachdem er, als Spross der „renommierten Verlegerfamilie Dumont“, geboren in Buenos Aires, im wörtlichen wie übertragenen Sinn groß geworden in London, der Schweiz und München, schon einige Krimis veröffentlicht hatte. „Wie wär’s mal mit einem lustigen Buch?“, wurde er ermuntert – und brachte das dann auch, zusammen mit seiner vierten Frau, von der er inzwischen aber auch getrennt lebt, zu Papier. Was offenbar gut klappte. „Unsere tägliche Krise gib uns heute“, heißt das Ergebnis. Mit Religion, meinte der hocherfolgreiche Schauspieler, der mit Gregory Peck und Anthony Quinn vor der Kamera stand und dessen „legendärer Stepptanz im ,Schuh des Manitu’ uns allen noch vor Augen ist“ (Wilke), habe es aber nichts zu tun.

Und dann: Wollte der Verlag eine Fortsetzung dieses gelungenen Versuchs, die verfasste Sky du Mont dann schon allein, sie ging übers Familienleben („Full House: Eine Liebeserklärung an die Chaosfamilie“). Das Älterwerden-Buch jetzt: die wieder vom Verlag angeschobene Fortsetzung der Fortsetzung. Die durchaus ein viel beschriebenes Thema behandelt, in Baierbrunn erzählte du Mont, wie er sich zuerst einmal in Buchhandlungen umgesehen habe und bei ihm Titel wie „Mein Vater, die Demenz und ich“ oder „Restlaufzeit“ eine „spontane Todessehnsucht“ ausgelöst haben. Gleichzeitig sagte er: „Wenn man alt ist, ist man alt, da hilft kein falscher Optimismus.“ Die einzige Haltung, die einem helfe, mit dem eigenen Spiegelbild ab 40 einigermaßen zurechtzukommen: Humor. Frei nach Ephraim Kishon, der meinte: „Altern ist ein hochinteressanter Prozess, man denkt und denkt und denkt – und kann sich an nichts mehr erinnern.“

Dabei, dies vielleicht vorne weg: Philosophische Überlegungen über das Leben an sich und die Endlichkeit dieses Lebens finden sich nicht im Buch. Es versammelt vielmehr heitere Episoden darüber, dass man irgendwann nicht mehr kann, was man mal konnte, nicht mehr aussieht, wie man mal aussah. Wenn „die Schwerkraft zunimmt und die Leidenschaft weniger wird“. Sky du Mont sagte in Baierbrunn: „Wer glaubt, dass Promis es beim Älterwerden leichter haben“, der irre gewaltig. „Nichts ist schlimmer, als überall erkannt zu werden.“

Mit einem solchen Moment fängt sein drittes lustiges Buch auch an, „meine Midlife-Crisis“, heißt es da, „begann an einem Montagmorgen“. Nachdem der kleine Sohn die ganze Nacht geweint hatte, nachdem der Vater kaum ein Auge zugetan hatte, völlig fertig in den Supermarkt taumelte, dort an der Kasse vorgelassen wurde von einer hochschwangeren Frau. Die Kassiererin meinte erst zu ihm: „Ich kenne Sie doch aus dem Fernsehen“ – und rief ihm dann hinterher: „Wiedersehen Herr Heesters!“ In dem Stil geht es weiter – nett, unterhaltsam.

Der Autor wird dann von seiner Frau, die im Buch wie im richtigen Leben beträchtlich jünger ist als er, im Fitness-Studio angemeldet, quält sich herum mit dem schwulen Trainer Giovanni und begleitet die Schwiegermutter auf eine Kaffeefahrt nach Helgoland, wo er in der schönen Lage ist, jünger zu sein als die Mitreisenden, er kriegt vom Bruder eine Seniorenreise nach Venedig geschenkt. Dazwischen schreibt er: „Ich bin überhaupt der Ansicht, dass Sport etwas für ganz junge Menschen ist“, zitiert Keith Richards („So alt wie ich aussehe, kann ich gar nicht werden“) und Goethe – auch den hat das Leben, als der Zenit mal überschritten war, gebeutelt.

Sky du Mont war 66, als er mit dem Buch angefangen hat. Inzwischen ist das auch schon wieder drei Jahre her. In Baierbrunn trug er ein offenes weißes Hemd, ein dunkles Sakko – und er sah blendend aus.

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