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Meterhoch stapeln sich die Stämme.

Borkenkäfer: Rund 300 statt genehmigter 50 Bäume in Taufkirchen umgesägt

Wäldchen unerlaubt abgeholzt

Taufkirchen – Naturschützer sind empört: Ein Privatmann hat sechsmal so viele Bäume fällen lassen wie erlaubt. Nun muss er sich rechtfertigen.

Wo früher ein Mischwald für Grün im Gewerbegebiet sorgte und Anwohner aus Ottobrunn und Taufkirchen erfreute, erwartet Spaziergänger nun eine triste, brachliegende Fläche. Davor türmen sich meterhoch gefällte Bäume. „Die ganze Biosphäre mit ihren Tieren wurde zerstört“, sagt Sebastian Lumpe empört. Er sitzt für die Fraktion der Grünen/ÖDP im Ottobrunner Gemeinderat. 

Geschehen ist dies alles ohne Erlaubnis.. Denn eine Rodung der rund 8000 Quadratmeter großen Fläche hatte die Gemeinde Taufkirchen, auf deren Flur das Areal an der der Robert-Koch-Straße liegt, nicht genehmigt, wie Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander betont. „Der Umfang der gefällten Bäume geht erheblich über den im Vorfeld abgestimmten Umfang hinaus.“

Gerade einmal 50 Stämme hätte der Eigentümer der Fläche, die in privater Hand ist, umlegen lassen dürfen. Das war mit dem Umweltamt der Gemeinde vereinbart worden. Weit über 300 Bäume sind jedoch abgeholzt worden, schätzt Sander. Fakt ist: „Das Wäldchen ist jetzt platt.“ 

Der Grund für die Fällaktion: Borkenkäferbefall. Und nicht, wie Sander ausdrücklich betont, ein Befall durch den gefürchteten Asiatischen Laubholzbockkäfer. Dieses Gerücht machte die Runde, der Rathauschef tritt diesem entschieden entgegen. 

Ebenso wie der laut gewordenen Vermutung, dass die IABG oder Airbus hinter der unerlaubten Aktion stecken. „Es handelt sich nicht um einen im dortigen Bereich ansässigen Betrieb“, stellt Sander klar. Aber wem das Areal gehört und wer die Rodung angeordnet hat, sagt der Bürgermeister auch nicht – mit Verweis auf den Datenschutz in einem nicht-öffentlichen-Verfahren wie diesem. Denn sowohl die Gemeinde als auch das Landratsamt sind eingeschaltet, um den Vorfall zu klären. 

Die Kommune hat den Grundbesitzer zu einer Stellungnahme aufgefordert. Danach werden mögliche Konsequenzen ausgelotet, die vom Bußgeld bis zur Anordnung einer Wiederaufforstung reichen können. Letzteres würde sich Holger Lange, Vorsitzender des Grünen-Ortsverbands Ottobrunn, wünschen. „Ich war ziemlich bestürzt und erschrocken“ beim Anblick der gerodeten Fläche, sagt er. „Das war eindeutig nicht rechtens.“ Auch Gemeinderat Lumpe fordert „rigorose Strafen“ und eine Wiederaufforstung. „Das war ein schöner Wald mit großem Erholungsfaktor."

Janine Tokarski

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