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Wohin führt der Weg? Oder gibt es mehrere Ansätze, um zu mehr bezahlbarem Wohnraum zu kommen? Im Gemeinderat Taufkirchen wird darüber teils kontrovers diskutiert.

Unterstützung für Normal- und Geringverdiener

Kampf gegen die Wohnungsnot in Taufkirchen

Taufkirchen - Rund 18 000 Menschen leben in Taufkirchen, ein Viertel davon in Gewofag-Wohnungen. Allerdings konnten in die von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft in den 70er Jahren gebauten Wohnungen bis Anfang des Jahres nur Münchner Bürger einziehen. Im Taufkirchner Rathaus steht das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ deshalb ganz oben auf der Agenda.

„Wohnungsnot in Taufkirchen“ – dieser Titel prangt über der Zusammenfassung verschiedener Wohnraum-Initiativen, die Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) auf der Gemeinde-Webseite veröffentlicht hat. In und um München gehen die Preise für Grundstücke und Wohnungen seit Jahren steil bergauf. Mittlerweile haben nicht nur Geringverdiener große Probleme, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Auch für „Normalverdiener“ ist das Angebot viel zu knapp. Mit verschiedenen Initiativen will Taufkirchen hier gegensteuern.

So sollen etwa im Neubaugebiet „Am Riegerweg“ neue gemeindliche Wohnungen entstehen. Nahe des angedachten Einkaufsmarkts hat die Gemeinde ein Grundstück erworben, teilte Bürgermeister Sander in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit. Verhandlungen über Wohnbelegungsrechte führt die Gemeinde zudem mit einem privaten Bauherren an der Tegernseer Landstraße. Bislang seien die Gespräche positiv verlaufen, ist auf der Gemeinde-Webseite nachzulesen. Und es gibt weitere Ansätze: Seit Jahresbeginn ist die Gemeinde Taufkirchen Gesellschafter der Gewofag. Für die Sozialwohnungen im Ortsteil „Am Wald“ gibt es nun 150 Belegungsrechte für Taufkirchner Bürger. Allerdings kommen diese „selbstverständlich erst zum Tragen, wenn Wohnungen frei werden“, meldet Sander in seinem Überblick.

Die Taufkirchner Wohnungsbaugesellschaft (TWG) wiederum soll „einige Wohnungen“ im neuen Gebäude auf dem ehemaligen Brennerei-Gelände an der Tölzer Straße 1 erhalten, um dort bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Und im Ortsteil „Am Wald“ verhandelt Sander derzeit über Belegungsrechte für Taufkirchner Bürger in zehn bis 15 Wohnungen, die dann ebenfalls von der TWG betreut werden sollen. Allerdings: Ob sich die Wohnungsnot in Taufkirchen mit den genannten Initiativen tatsächlich schnell und wirksam lindern lässt, steht auf einem anderen Blatt. „Weil es in der Gemeinde jahrelang keine Entwicklung von Wohnbauflächen gab, existieren auch keine neuen Wohnungen der Gemeinde“, stellt der Bürgermeister auf der Gemeinde-Webseite unmissverständlich klar.

Die Fraktion der Grünen hat deshalb in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Antrag gestellt, das seit 2016 geltende Wohnraumförderprogramm des Freistaats „intensiv für Taufkirchen zu nutzen“. Über den sogenannten „Wohnungspakt Bayern“ erhalten Kommunen 30 Prozent der Gesamtprojektkosten als Zuschuss zurück, erklärte Fraktionssprecher David Grothe. Weitere 60 Prozent der Kosten können über ein „zinsverbilligtes Kapitalmarktdarlehen“ abgedeckt werden. „Nur kommunaler Wohnungsbau bringt langfristig bezahlbaren Wohnraum“, warb Grothe im Gremium. „Dafür ist der Wohnungspakt Bayern bestens geeignet.“ Bürgermeister Ullrich Sander verwies indes auf die zahlreichen Initiativen, mit denen sich die Gemeinde schon heute intensiv um bezahlbaren Wohnraum für Gering- und Normalverdiener bemühe. Sein Kommentar: Den Vorstoß der Grünen „sehe ich als einen populistischen Trittbrett-Antrag, um auf einen Zug aufzuspringen, der schon fährt“.

Rückendeckung bekam Antragssteller Grothe von Matteo Dolce (SPD): „Die Grünen fordern Vorschläge, und dagegen ist nichts einzuwenden.“ Bei der Abstimmung fiel der Antrag der Grünen „Bezahlbaren Wohnraum in Taufkirchen mit Mitteln des ,Wohnungspakts Bayern’ schaffen“ mit 9:16 Stimmen durch. Bürgermeister Sander zufolge wird der „Wohnungspakt Bayern“ bereits als ein verfügbares Mittel zur Linderung der Wohnungsnot in Taufkirchen berücksichtigt. Einen eigenen Antrag dazu brauche es nicht. Dieser Ansicht schloss sich die Mehrheit des Gemeinderats an.

Sophia Heyland

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