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Die "Alte Schmiede" an der Tölzer Straße.

Planungsbüro hilft

Die "Alte Schmiede" kommt weg

Taufkirchen - Die Gemeinde Taufkirchen holt sich für den Bebauungsplan Hilfe von einem Planungsbüro. Vom dem Ergebnis ist man begeistert.

Es ist eines der prägendsten Gebäude in Taufkirchen – wenngleich es seit Jahren verfällt. Die Rede ist von der „Alten Schmiede“ am Ortsausgang, Tölzer Straße, deren Zeit nun endgültig abgelaufen ist. Das Grundstück wird neu bebaut – und diesmal will die Gemeinde mitreden, bei der Frage, was auf der Fläche im alten Ortskern passiert. 

Mahnung Alte Brennerei 

Vor einem Jahr hat der Taufkirchner Gemeinderat deshalb eine Veränderungssperre erlassen: Sie gewährt dem Gremium insgesamt zwei Jahre Zeit, um einen Bebauungsplan aufzustellen und die Fläche behutsam zu entwickeln. Vor allem einer „überdimensionierten Ausnutzung“ des Gebiets wollen Verwaltung und Gemeinderat damit vorbeugen. 

Hintergrund dieser Überlegung ist die Entwicklung am Grundstück der ehemaligen Brennerei, ebenfalls an der Tölzer Straße in Taufkirchen. Hier konnte der Gemeinderat vor eineinhalb Jahren keinen Einfluss mehr auf die Bebauung nehmen und muss nun mit einer enormen Nachverdichtung im Ortskern leben.

Einen „Spagat schaffen zwischen den Vorstellungen des Eigentümers und der Gestaltung nach städtebaulichen Gesichtspunkten“ müssen Bürgermeister Ullrich Sander und der Gemeinderat Taufkirchen an der „Alten Schmiede“. Vor allem das hohe Verkehrsaufkommen an der Tölzer Straße macht das Grundstück schwer zu bebauen. Dort, wo das kleine Nebengebäudes steht, sehen die Planer die Ein- und Ausfahrt in die Tiefgarage vor.

Für den Bebauungsplanbereich „Alte Schmiede/Tölzer Straße“ hat sich die Verwaltung diesmal Hilfe geholt. Das Planungsbüro „Goergens + Miklautz Architekten“ in München hat eine städtebauliche Studie erstellt, die nun im Bauausschuss vorgestellt wurde. Städteplaner Christian Weigl bezeichnete die Alte Schmiede als „Schlüsselgrundstück in diesem Bereich“, das allerdings mit „Schwierigkeiten, wie Zuschnitt und Verkehrsbelastung“ behaftet sei. 

Schwierig zu bebauende Fläche 

In einem ersten Schritt hat das Büro die Umgebung im Umgriff analysiert, der das alte Rathaus, die Sparkasse und die Bäckerei Götz einbezieht, im Westen bis zur Pfarrer-Weidenauer-Straße und im Norden bis zum Gasthof Trenner reicht. Ergebnis: Im Ortskern von Taufkirchen dominieren „eher kleinteilige Gebäudekörper, die nicht überlang sind, und das symmetrische Satteldach“. Diese Struktur soll daher auch auf der „Dreiecksfläche“ der „Alten Schmiede“ zwischen Tölzer Straße und Hohenbrunner Weg beibehalten werden.

Das Planungsbüro empfiehlt eine winkelförmige Bebauung mit insgesamt drei Teilen: ein längliches Gebäude entlang der Tölzer Straße, einen quadratischen Körper, der an das Nachbargebäude im Nordosten anschließt und eine Tiefgarageneinfahrt samt Müllhäuschen.

Wohnungen, Läden und ein Café 

Als Nutzungsbeispiele – über die genaue Ausgestaltung entscheidet der Bauherr – nannte Stadtplaner Weigl einen „Laden im Erdgeschoss, eventuell mit Café und Sitzgelegenheiten im Freien“ in Richtung Hohenbrunner Weg. Im ersten Obergeschoss könnten Arztpraxen, Büros und Dienstleistungen sowie Wohnbebauung entstehen. Dabei wären Wohnen und Gewerbe durch jeweils separate Treppenhäuser voneinander getrennt. Das quadratische Gebäude könnte nach Vorschlag der Planer komplett für Wohnungsbau genutzt werden. Zwischen dem länglichen Baukörper und der Tiefgarageneinfahrt am Südende der Tölzer Straße empfehlen die Experten in ihrer Studie eine Glaswand, die „auch als Schallschutz“ dienen könnte. 

Innenansicht.

Die erforderlichen Parkplätze würden überwiegend unterirdisch gebaut. „Mehr als vier Stellplätze oberirdisch gehen nicht“, betonte Christian Weigl im Ausschuss. In der Tiefgarage mit Ein- und Ausfahrt Tölzer Straße sollen 18 Stellplätze entstehen.

Parkplätze draußen sind Mangelware 

An der Stellplatz-Situation entzündete sich im Folgenden die Debatte im Bauausschuss. Obgleich die Gemeinderäte die Studie unisono lobten (Paul Haberl, CSU: „Das ist die gefälligste Planung, die wir bisher gesehen haben.“ Gabriele Zaglauer, Grüne: „Ich denke, das ist die beste Variante.“), hatten einige Mandatsträger Bedenken angesichts der Verkehrs- und Stellplatzsituation. 

„Ich hab’ wahnsinniges Bauchweh mit der Nutzung der Tiefgarage“, bekannte Rosemarie Weber (SPD). „Ich finde es in der Kurve drin nicht tragbar.“ Michael Lilienthal (Freie Wähler) empfindet die Situierung der Tiefgarage als „mutig“: „Vor allem „weil an dieser Stelle deutlich schneller als die erlaubten 50 km/h gefahren wird.“ Städteplaner Weigl beruhigte insofern, als die Pkw beim Ausfahren aus der Tiefgarage noch „auf einer Rampe und nicht auf der Tölzer Straße stehen“. Zudem verlaufe die Kurve „aus städteplanerischer Sicht richtig herum“, das heißt, beim Ausfahren haben die Fahrer Einblick in den gesamten Streckenverlauf der Tölzer Straße. 

Insgesamt war der Bauausschuss von der Planung überzeugt. Einstimmig wurde beschlossen, die Ergebnisse in den Bebauungsplanentwurf „Alte Schmiede/Tölzer Straße“ einfließen zu lassen.

soh

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