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Auf der Sonnenseite des Lebens: Abiturienten und Eltern beim Abschlussfest.

Lise-Meitner-Gymnasium

Abi-Feier unterm Sonnenschirm

Unterhaching – Ein Heer von Schirmen streckt sich Brigitte Grams-Loibl entgegen, als die Direktorin des Lise-Meitner-Gymnasiums in Unterhaching die Bühne des schuleigenen Open-Air-Theaters betritt. Mit den bunten Planen wollen sich die Anwesenden bei dieser Zeugnisverleihung aber nicht etwa vor Regen schützen, sondern vor der Sonne, die den Abiturienten in ihren Feier-Outfits die Schweißperlen auf die Stirn treibt. 

Wobei sich erstaunlich viele von ihnen gegen Ballkleid und Anzug und fürs Brauchtum entschieden haben: „Ich habe noch bei keinem Jahrgang so viele in Lederhose und Dirndl gesehen“, bemerkt auch Grams-Loibl.

Exzellenter Notenschnitt

Nicht nur in punkto Kleidungsstil setzen die Absolventen Maßstäbe, erklärt die Direktorin. Mit einem Notenschnitt von 2,2 sei dies „der beste Abitur-Jahrgang, den ich in meinen 13 Jahren verabschiedet habe“. Stolze 55 von 144 Schülern hätten eine Eins vor dem Komma. Und gleich vier dürfen sich über die Traumnote 1,0 freuen: Aurelie Tihang, Simon Baller, Tessa Reisenauer und Paul Schindler (wir berichteten).

Hans im Glück: Lebenskünstler und kein Trottel

Dieses Quartett und die anderen Absolventen erhalten neben ihrem Zeugnis traditionell auch noch eine Jahrgangstasse von der Elternbeiratsvorsitzenden Karin Sixt und dem Unterhachinger Bürgermeister Wolfgang Panzer. Zuvor aber stehen die Festreden an, die diesmal beide in der Märchenwelt spielen. Brigitte Grams-Loibl pickt sich „Hans im Glück“ heraus – jenen sympathischen Einfaltspinsel, dessen sieben Tauschgeschäfte das Unterstufentheater der Schule in einer klugen Kurzversion auf die Bühne bringt.

Als Kind habe sie den Grimm’schen Hans noch für einen „naiven Trottel“ gehalten, gesteht Grams-Loibl. Inzwischen aber erkenne sie in der Figur einen „Lebenskünstler“, der in vielerlei Hinsicht zum Vorbild für die Abiturienten tauge. Auch sie machten sich nun mit dem geistigen Rüstzeug aus ihrer Schulzeit auf den Weg durchs Leben – so wie Hans mit einem Goldklumpen im Gepäck losmarschiert. Jener erreiche am Ende des Tages „die höchste Lebenslust, weil er ohne Lebenslast ist“, so Grams-Loibl, die den Bogen spannt zur steigenden Zahl von psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen – ein Phänomen, „das wir auch an unserer Schule feststellen mussten“. 

Schüler machen sich zuviel Druck

So wollten immer mehr junge Leute „das Beste aus ihrem Leben herausholen“, weshalb sie sich selbst unter Druck setzten. Auch hier könne man vom glücklichen Hans lernen, so die Direktorin: „Ich wünsche mir, dass Sie erkennen, dass Sie jetzt noch nicht alles für Ihr Leben entscheiden.“

Derweil greifen die Abiturientinnen Laura Dengler, Carla Tischer und Leonie Wemme in ihrer Schülerrede das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ auf – verpassen ihm aber einen modernen Anstrich. Statt dem Kaiser trägt eine junge Frau ein Kleid, das nur Menschen sehen können, die liebenswürdig sind. Am Ende muss die Protagonistin erkennen, dass sie sich stets nur für andere inszeniert – anstatt auf ihre eigenen Wünsche zu hören. Diese Erkenntnis könne helfen „eine neue, positivere Welt zu kreieren“, sagt Leonie Wemme. „Denn diese Aufgabe liegt in unseren Händen.“

Abi-Ball in Sauerlach

Nach der Verleihung der Zeugnisse geht’s für die Abiturienten – anders als in den Vorjahren – nicht direkt weiter zum Abiball. Der findet diesmal erst am kommenden Freitag statt und zwar – auch das ist eine Premiere – in der Gemeindehalle in Sauerlach.

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