Seniorenpolitik

CSU fordert Gesamtkonzept

Unterhaching - Offensive in der Seniorenpolitik: Einen Demenzbeauftragten und eine Tagesstätte für Pflegebedürftige wünscht sich die CSU Unterhaching.

Der Idealfall: Trotz betagten Alters ist ein Mensch noch geistig und körperlich so rüstig, dass er sich in der gewohnten Umgebung selbst versorgen kann. Doch es gibt eben nicht nur diese „fitten Senioren“, wie der Unterhachinger CSU-Fraktionsvorsitzende Richard Raiser sie nennt. Sondern jene, die pflegebedürftig sind – etwa 1000 in Unterhaching, darunter die Hälfte von Demenz betroffen. Eine Herkulesaufgabe für pflegende Angehörige, die „überlastet und in Notlagen überfordert“ würden, schilderte Raiser die Lage im Gemeinderat. Für einige sei die Last gar so groß, dass sie „in dramatischer Weise selbst krank“ würden. Deshalb forderte Raiser im Namen der CSU ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept für Unterhaching, angelehnt an das aus seiner Sicht „sehr schöne“ Konzept des Landkreisen München.

Der CSU-Antrag beinhaltet vor allem zwei Punkte. Erstens solle die Gemeinde die Stelle eines Pflege- und Demenzbeauftragten einrichten, zweitens eine Tagesstätte für Pflegebedürftige anstreben. „Wir prüfen das nun“, sagte Rathaus-Sprecher Simon Hötzl.

Es ist freilich keineswegs so, dass Unterhaching eine seniorenpolitische Diaspora wäre – das betonte auch Raiser explizit. Durch Kirchen, Nachbarschaftshilfe, Vereine und das Sebiz gebe es ein reichhaltiges sozial-kulturelles Angebot „für die rüstigen, aktiven Mitbürger“, ebenfalls „noch ausreichend“ sei das stationäre Altenheim- und Pflegeangebot.

Trotzdem klaffe, so Raiser, eine Lücke. Nämlich bei der Entlastung pflegender Angehöriger. Eine Umfrage bei Hausärzten habe ergeben, „dass das vorhandene Angebot nicht ausreicht“.

Im Gegensatz zu den vorbildlichen Angeboten für fitte Senioren gebe es kein Äquivalent für pflegebedürftige, oft alleinstehende und vereinsamte Personen. Laut Raiser müsse Unterhaching die nötige Zahl an „wirklich freigehaltenen Kurzzeitpflegeplätzen sowie eine Einrichtung für Tages- oder Nachtpflege schaffen“. Ehrenamtliche Initiativen wie die Demenzgruppe „Herbstwind“ könnten nur erste Schritte in diese Richtung sein, aber professionelle Hilfe nicht ersetzen. Zumal die Demenzgruppe mangels geeigneter Räumlichkeiten nur an eineinhalb Tagen pro Woche tätig werden könne, „was natürlich in keiner Weise dem Bedarf entspricht“.

Raisers Appell: „Seniorenpolitik ist zu Ende gedachte Familienpolitik.“ Folgerichtig müsse die Kommune sich genauso um hilfsbedürftige ältere Menschen kümmern wie um jüngere.

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