Ein echter Prachtkerl: Heath Hill Samurai von Ute Luig machte bei den Preisrichtern Goran Gladic (l.) aus Serbien und Rainer Jacobs aus Deutschland den besten Schnitt. foto: fkn

Hundstag in Haching

Unterhaching - Familiengründung und Hundezucht: Für Friedrich-Wilhelm Schöneberg vergleichbare Künste. „Ich habe die besten Rüden im Ring und in der Familie“, sagt der König der Foxterrier am Rande der „Oberbayern Terrier Ausstellung“ .

In der Hachinga Halle kennen ihn alle. Dabei kommt der Rekord-Züchter aus weiter Ferne. In Herford in Nordrhein-Westfalen leitet er den Deutschen Foxterrier-Verband. Die Herrschaft über Hund und Herrchen hat der adrette Vollbartträger im karierten Anzug bereits seit mehr als 40 Jahren inne.

Als 14-Jähriger bekam er im Gegenzug für ein exzellentes Zeugnis von seinen Eltern einen Foxterrier. Seither hat er den Blick für stolzen Gang, dichtes Fell und perfekte Zähne geschult. Schöneberg fehlt auf keiner Züchterveranstaltung weltweit. Er hat alle Preise gewonnen. Jedes Wochenende tingelt er mit rund zehn Tieren im Gepäck durch Europa und die Welt. Kein Wunder, dass er kaum Zeit für ein Interview hat. Dafür ist er in den wenigen Minuten Gespräch um keinen Vergleich verlegen. „Einen guten Hund erkennt man wie eine gute Frau. Die ist auch perfekt, wenn sie schön ist und außerdem ein Lächeln und freundliches Wesen mitbringt“, doziert Schöneberg. Während des Gesprächs reicht ihm sein Assistent bereits den nächsten Rüden. Kurz darauf verschwindet er - zur Jury.

Dort drehen die Hunde, die Namen wie aus einem Rosamunde-Pilcher-Film tragen, ihre Runden. 134 Tiere, kaum einer bellt mal. „Odysseus von den schönen Bergen“ gehört zum Staraufgebot in Schönebergs Zuchtparade. Das Aussehen hat er vermutlich von seiner Mutter, die offenbar Model-Maße an ihn weitergegeben hat. Kein Wunder bei dem Namen „Victoria Secret von den schönen Bergen“.

Für seinen großen Auftritt wird Odysseus aus seiner Transportbox befreit. Danach heißt es vor der Jury posieren. Immer wieder rüttelt Schöneberg an der Leine. „Dadurch wechselt die Beinstellung und die Pfoten stehen parallel“, erklärt Schönebergs Assistent. Odysseus verzieht dabei kein Barthaar. Zum Abschluss packt der Rekordzüchter seinen Star an Hals und Schwanz und platziert ihn auf einem Tisch.

Auf Handzeichen blickt der Terrier interessiert auf das Herrchen. „Dadurch kann die Jury erkennen, ob Odysseus auch aufmerksam blicken kann.“ Auf diese Weise werden Ohrstellung und Aufmerksamkeit geprüft. „Das macht den Hunden Spaß“, versichert Schöneberg.

In Sachen Zahnpflege klärt das Züchterehepaar Bauer aus dem sächsischen Leubsdorf auf. „Die Hauptsache ist der Fleischanteil im Futter. Je besser die Ernährung der Hunde, desto weniger Zahnprobleme“, erklärt Jörg Bauer die perfekte Schnauzenhygiene. Zusammen mit seiner Frau hat er sich auf West Highland und Jack Russel der australischen Linie spezialisiert. An der Zahnprüfung kann ein preisverdächtiger Terrier vor der Jury scheitern. „Aber ein erfahrener Züchter erkennt die Anlagen bei der Welpenauswahl im Alter von acht Wochen“, sagt Bauer.

cj

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