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Die Sicherheitslage in Unterhaching ist gut, betont der örtliche Polizeichef Stefan Schraut.

Infoabend der Freien Wähler

"Unterhaching doppelt so sicher wie München"

Unterhaching - Lässt es sich in Unterhaching sicher leben und wohnen?  Das wollten die Freien Wähler wissen und luden zu einem Info-Abend. Ergebnis: Statistisch gesehen, lebt es sich in Unterhaching doppelt so sicher wie in München.

Zahlen sind das eine, Vorfälle das andere. In Unterhaching beispielsweise hatten Vandalen erst kürzlich in einem elfstöckigen Haus in der Johann-Strauß-Straße einen Schaden von mehreren zehntausend Euro angerichtet. Darüber berichtete Stefan Schraut, Chef der Polizei in Unterhaching, vor einem kleinen Publikum im Rathaus Unterhaching, betonte aber zugleich: „Das allgemeine Sicherheitsempfinden ist deutlich schlechter als die tatsächliche Lage.“ In Unterhaching stellt sich die Situation folgendermaßen dar. „Statistisch gesehen lebt es sich in Unterhaching doppelt so sicher wie in München“, erläuterte Schraut und lieferte die Begründung gleich mit: „Hier funktioniert die Sozialkontrolle einfach viel besser“. Zudem seien die Unterhachinger einfach schneller am Telefon. „Wenn einer seinen Grill anmacht, ärgern sich drei andere“, weiß er aus Erfahrung.

Seit Mitte Juni gibt es in Unterhaching, wie bereits seit 2012 in Taufkirchen, Ehrenamtliche in Uniform, die die Polizei als Sicherheitswacht unterstützen. Auch in Ottobrunn geht die Sicherheitswacht demnächst auf Streife (wir berichteten). „Sie sind das Verbindungsglied zwischen Gemeinde und Polizei“, erläutert Schraut. Dabei hätten die Ehrenamtlichen lediglich zwei Extrabefugnisse: ein Platzverweisungsrecht und die Namenserkennung.

Die Frage eines Besuchers nach den Erfolgen der Sicherheitswacht blieb unbeantwortet. „Die objektive Sicherheitslage ist nicht messbar, weil nur das, was angezeigt wird, bekannt wird, also das Hellfeld.“

Das allgemeine Sicherheitsempfinden sei deutlich schlechter als die tatsächliche Lage. Hier sei es Aufgabe von Polizei und Kommune, dem entgegenzuwirken, etwa durch Präsenz oder bauliche Maßnahmen wie mehr Licht an dunklen Orten.

Auch eine Anwohnerin der Ziehrerstraße wandte sich an Schraut: Neuerdings kämen regelmäßig rumänische Bettler an ihr Haus, das von keinem Zaun umgeben ist. „Es wird immer schlimmer“, so die Seniorin. Sie hätte dem Mann zwei Euro geben wollen, er hätte darauf mit Nachdruck mehr gefordert. Darauf hätte sie verängstigt die Tür geschlossen. „Soll ich da schon die Polizei anrufen?“, fragt sie Schraut. „Ja, bitte, natürlich“, antwortet der Kommissar eindrücklich.

Verboten sei Betteln, das in Richtung Nötigung gehe. Häufig handele es sich um Gruppentäter, die abends das gesammelte Geld abgeben müssten. „Es gibt keine Nichtzuständigkeit der Polizei, zumindest aber erhält der Bürger immer eine Antwort“, ergänzt Schraut. „Und was ist mit dem Quetschenspieler am Bahnhof?“, will ein anderer Bürger wissen. „Wenn jemand gut spielt, bekommt er von mir auch einen Zwickel“, lacht der Polizeichef.

Was rät er Senioren in Sachen Enkeltrick? „Das ist eine ganz perfide und hinterfotzige Methode, häufig durch Call-Center im Ausland organisiert“, so Schraut. Natürlich sollte die Polizei informiert werden. Er persönlich würde zudem eine Trillerpfeife nehmen und ordentlich in den Hörer pfeifen, reine Notwehr. „Dann haben Sie garantiert jahrelang Ruhe vor denen“, sagte Schraut augenzwinkernd. Einfach auflegen oder sagen „Du nicht!“ ginge aber auch.

Zum Abschluss wollte auch Gerhard Anton Aiwen, Initiator der Veranstaltung, wissen: „Welche Wünsche hat eigentlich die Polizei?“ Schraut ist überrascht, lacht und sagt dann: „Vertrauen Sie uns, dass wir unser Handwerk verstehen und sauber arbeiten, damit Sie sicher leben können!“ Er selbst sei mit Leib und Seele seit 33 Jahren „bei der Firma“ – und betont:. „Es ist der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann“. Am Ende entwickelten sich viele Dialoge zwischen Unterhachinger Bürgern und Polizeichef Schraut. Das wäre bei größerem Zuspruch zur Infoveranstaltung nicht möglich gewesen. Und so gingen die Bürger, die gekommen waren, gut informiert und sicher beruhigt nach Hause.

Kathrin Kohnke

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