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Karsten Adamski mit dem Ladekabel in der Tiefgarage: Ohne kann er seinen Opel Ampera nicht fahren. Aber der Hausverwalter hat keine Steckdose eingebaut.

Gebt mir endlich Saft!

Streit um Steckdose fürs E-Auto: Anwohner klagt vor Gericht

Unterhaching - Karsten Adamski fährt ein E-Auto. Zum Laden seines Wagens möchte er eine Steckdose in der Garage einbauen - darf das aber nicht. Vor Gericht will er diese einklagen.

Was bringt ein Auto ohne Benzin? Richtig: gar nichts. Es bleibt in der Tiefgarage stehen. So geht es auch Karsten  Adamski (35) aus Unterhaching. Er ist begeisterter Fahrer eines Elektro-Autos, das man per Steckdose laden muss. Genau diese versagt ihm aber sein Hausverwalter.

Der Grund: Angeblich hätten nicht genug Eigentümer im Glonner Weg für den Einbau abgestimmt. Für Adamski ein schlechter Scherz: „Bei einer Versammlung im Juni 2015 waren 60 Prozent dafür. Danach sagte der Verwalter aber, es brauche mindestens eine Zweidrittelmehrheit.“

Anwalt Martin Klimesch führt die Klage gegen ihn.

Seither schwelt der Streit, der mittlerweile auch das Amtsgericht beschäftigt. Dort sahen sich Karsten Adamski und der Hausverwalter Siegfried B. am Mittwoch wieder. Der sagt: „Wir streben eine Gesamtlösung für alle Eigentümer an.“ Die Kosten für den Einbau liegen bei 50.000 Euro. „Die müssen wir tragen. Und alle gleich behandeln“, sagt B., der nicht einzelne Steckdosen verlegen will. Angeblich aus Brandschutzgründen. Karsten Adamski kann das nicht nachvollziehen – er würde das nötige Mini-Loch für die Leitung auch selbst in der Tiefgarage bohren. „Das wäre schnell erledigt“, sagt er. „In den umliegenden Neubauten sind die Steckdosen längst Standard.“ Sein Anwalt Martin Klimesch ergänzt: „Es handelt sich um eine bauliche Veränderung, die keinen relevanten Nachteil für die Eigentümer darstellt.“ Außerdem müsse das Gericht im Zweifel für den Umweltschutz urteilen – den Einbau also erlauben. So besagt es der Artikel 20a des Grundgesetzes.

Auch an etlichen Plätzen in der Stadt gibt es mittlerweile Ladestationen: Elektro-Autos gelten als Zukunftsmodell. „Wenn man möchte, dass sich das durchsetzt, muss man die private In­frastruktur gewährleisten“, sagt Adamski. Er behilft sich aktuell mit einem 30-Meter-Kabel, das über einen Lüftungsschacht in die Garage reicht. Sein Urteil will das Gericht am 14. Dezember fällen.

Andreas Thieme

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