Gastronomie

Barrissimo“ oder die Crux mit den Stellplätzen

Unterhaching - Für Wolfgang Panzer ist es eine „Quadratur des Kreises“. Der Unterhachinger SPD-Bürgermeister wünscht sich für die Fußgängerzone „mehr Belebung, aber diese in geregelten Bahnen“. Ein zweites Dilemma beschreibt Bauamtsleiter Stefan Lauszat: „Wir müssen gleiche Sachverhalte gleich beurteilen.“ Also nicht mal so, mal so. Im aktuellen Fall: nicht einfach.

Es geht um ein Ansinnen des Restaurants „Barrissimo“ am Bahnhofsweg 3. Dort würden sie gern die Freischankfläche um knapp 20 auf 51,50 Quadratmeter erweitern. Ein Gläschen Wein in lauer Abendluft? Dagegen allein hätten sie im Rathaus nichts – doch das Problem sitzt ein bisschen tiefer. Mehr Freischankfläche bedeutet mehr „anrechenbare Nettogastraumfläche“. Und das wiederum bedeutet: mehr Stellplätze. 

Im Fall des „Barrissimo“ hatte die Bauverwaltung hübsch die Historie in einer Tabelle dargestellt. Wie das „Barrissimo“ 2005 per Nutzungsänderung vom Laden zum Bistro wurde, 2010 zum Imbiss – und seit 2014 offiziell auch „Thai-Massage-Studio“ ist. Und nun also: noch mehr Freischankfläche. Was die Stellplätze für die Kundschaft angeht, so bräuchte das Restaurant „Barrissimo“ mit der Erweiterung vier Stück. Über zwei verfügt es, ein Stellplatz wurde in der Rathaus-Tiefgarage angemietet. Über den „Fehlbedarf von einem Stellplatz“, wie es im Amtsdeutsch heißt, diskutierte nun der Bauausschuss. Das Problem: Es ist gar nicht möglich, in der Nähe diesen einen Stellplatz zu situieren. Schon in den Häusern ringsum waren die zu knapp, weshalb es 1983 eine Vereinbarung gab: Die Gemeinde verzichtete gegen eine Ablöse von je 10 000 DM auf sechs Stellplätze und baute von dem Geld einen öffentlichen Parkplatz am Deisenhofner Weg. Selbst wenn man dem „Barrissimo“ eine Ablösezahlung auferlegen würde, zweckgebunden einsetzen – für einen Parkplatz in der Nähe – könnte die Gemeinde das Geld mangels Platz nicht. Würde man unter Hinweis auf die Nähe zu S-Bahnhof und Bushaltestelle indes „einen Verzicht gewähren“, habe das Präzedenzwirkung für ähnlich gelagerte Fälle. „Es geht hier“, betonte Lauszat“, um eine Grundsatzentscheidung.“ Nämlich, wie man bei Anträgen auf Nutzungsänderung mit einem Stellplatzmangel umgeht. 

Der Einwand von Dieter Senninger (SPD), beim Freischank handele es sich „um einen reinen Sommerbetrieb, sechs Monate lang spielt sich draußen nichts ab“, mag teils richtig sein. Aber im Sommer stellt sich eben die Stellplatzfrage. Eine endgültige Antwort fanden die Kommunalpolitiker nicht. Die Baureferenten der verschiedenen Fraktionen sollen mit ihrem Spezialwissen nun nach einer politisch vertretbaren Lösung suchen.

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