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Die Bedarfsampel am Bahnhof ist seit Anfang Oktober defekt. Die Gemeinde hat davon angeblich jetzt erst erfahren.

Gemeinde will jetzt erst davon erfahren haben

Bürger sind sauer: Ampel seit Wochen defekt 

Unterhaching - Grün, gelb oder rot? Nein, keine der Signalfarben leuchtet: Die Bedarfsampel am Bahnhof Unterhaching bleibt schwarz. Und dies offenbar schon seit Wochen. Dahinter stecken ein Unfall – und ein etwas seltsamer Informationsfluss.

er Unterhaching – Dass die Ampel, an Bahnhof und Bushaltestelle gelegen und entsprechend stark frequentiert, nicht funktioniert, fiel Gerhard Anton Eiwen erstmals am 10. Oktober auf. „Als vorbildlicher Bürger drücke ich immer aufs Knöpferl, ehe ich die Straße überquere“, erzählt er dem Münchner Merkur. Weil er zu abendlicher Stunde niemanden mehr im Rathaus erreichte, meldete er den Ampelschaden der Polizei. Danach war der Unterhachinger im Urlaub – und stellte nach seiner Rückkehr am 27. Oktober fest, dass die Ampel immer noch einen Defekt hat. In der Buchhandlung vis-a-vis, die Unterhachings Dritter Bürgermeisterin Christine Helming (Grüne) gehört, erfuhr er, dass wohl ein Kleintransporter gegen die Ampel gerumpelt war und seitdem die Lichter ausgegangen sind. Zweieinhalb Wochen lang ist nichts passiert? Gerhard Anton Eiwen konnte es nicht fassen. Und schrieb, wie er sagt, „eine böse E-Mail“ ans Ordnungsamt der Gemeinde. Denn: „Hier müssen alte Leute und Schulkinder über die Straße hecheln. Das ist unmöglich!“

Als noch unmöglicher empfand der Unterhachinger die Reaktion aus dem Rathaus. Man habe ihn als aufmerksamen Bürger gelobt – und ihm die Telefonnummer des für die Ampel-Reparatur zuständigen Mitarbeiters bei der Firma Siemens gegeben. „Ich bin ja der Meinung, dass sich darum eigentlich das Rathaus kümmern müsste. Die lassen ihre Bürger einfach im Regen stehen“, echauffiert sich Gerhard Anton Eiwen. „Und der Weltkonzern Siemens nimmt solch ein lokales Problem auf die leichte Schulter.“ Der Gemeinde empfahl der Unterhachinger deshalb, „sich einen Eimer Farbe zu schnappen und einen Zebrastreifen auf die Hauptstraße zu pinseln“. Dazu kommt es freilich nicht, wie Rathaus-Sprecher Simon Hötzl auf Nachfrage des Münchner Merkur erläutert: Noch „diese Woche“ werde Siemens das defekte Teil, offenbar ein Lampenschalter oder ein Relais, austauschen; die Ampel sei schon länger „als störanfällig bekannt“. Man habe das mit Siemens „auf dem kurzen Dienstweg“ geregelt, sagt Hötzl und beteuert, dass „natürlich“ die Gemeinde derlei Dinge selbst in die Hand nehme und sie nicht auf die Bürger abwälze.

Was die Zeitschiene angeht, so habe die Gemeinde erst am 31. Oktober von dem Ampeldefekt erfahren, sagt Hötzl. Also drei Wochen nach dem von Gerhard Anton Eiwen registrierten Ausfall.

Martin Becker 

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