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Kerstin Schreyer-Stäblein postet eine Karikatur, die sie einfach witzig findet. Problem: Die Zeichnung stammt von der rechtskonservativen Zeitung Junge Freiheit.

"Es war ein Fehler"

CSU-Politikerin postet Karikatur aus der Jungen Freiheit

Unterhaching - Die CSU-Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer-Stäblein hat eine Karikatur der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit auf Facebook geteilt. „Ein Fehler“, wie sie einräumt.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer trägt einen weißblauen Umhang. Er steht auf einer Empore und winkt einer kreischenden Menge zu. Einige halten Schilder hoch, auf denen steht: „Bitte Asyl!“ oder: „Nimm uns auf“. König Horst fragt einen Anzugträger, der ebenfalls vor dem marmorweißen Geländer steht: „Sind die alle aus Syrien?“ Darauf der Anzugträger: „Nein, aus der CDU.“ In der Hand hält er eine Zeitung mit der Schlagzeile: „Flüchtlinge. Seehofer attakiert Merkel“ – wohlgemerkt das Wort attackiert ist falsch geschrieben. 

Ob diese Karikatur nun lustig ist oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Und zugegeben: Dass diese Karikatur aus der Feder eines Zeichners der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit stammt, sieht man erst auf den zweiten Blick – nämlich dann, wenn man drauf klickt und auf der Internetseite der Jungen Freiheit landet.

Kerstin Schreyer-Stäblein: "Ein Fehler, zu dem ich stehe"

Die Zeitung aus Berlin gilt als das Leitmedium der sogenannten Neuen Rechten. Die Autoren geißeln den Geist der 68er und schreiben an gegen das Konzept einer multikulturellen Gesellschaft. Manche Publizisten sprechen von einem Scharnier zwischen Rechtsextremismus und konservativem Spektrum. 

Um die Gesinnung des Blatts weiß freilich auch die CSU-Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer-Stäblein. Allerdings hat sie die Quelle der oben genannten Karikatur zunächst übersehen. Und dann ist es passiert. Ein paar Mausklicks und schwubsdiewubs: Die Stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende im Landtag hat die Karikatur der Jungen Freiheit am Dienstagnachmittag geteilt. Und diese wiederum haben bis Donnerstagnachmittag mehr als 90 Facebook-User geteilt und viele kommentiert. „Ein Fehler“ sei das gewesen, zu dem sie auch stehe, wie Schreyer-Stäblein auf Nachfrage des Münchner Merkur erklärt. „Hätte ich die Quelle gewusst, hätte ich die Karikatur nicht geteilt. Ich fand sie einfach witzig.“ Wo sie die Karikatur zum ersten Mal gesehen hat, weiß sie nicht mehr. Nur soviel: „Muss ja einer meiner Freunde auf Facebook sein, sonst geht das ja nicht.“ Löschen will sie den Post aber nicht. „Dann würde ich die Meinung der Menschen nicht ernstnehmen, die das kommentieren.“

Auf Facebook und Twitter ist die CSU-Landtagsabgeordnete sehr aktiv 

Um das zu verstehen muss man wissen, wie Schreyer-Stäblein tickt, und zwar digital. Sie ist eine Politikerin, die die sozialen Medien nutzt, um ins Volk hineinzuhören, wie sie sagt. Sie poste auch mal was, das nicht ihrer Meinung entspreche, um Diskussionen auszulösen. Auf Twitter hat sie mehr als tausend Tweets abgesetzt und mehr als 500 Follower. Auf Facebook bespielt sie zwei Kanäle: Eine öffentliche Seite, auf der sie ein Profilbild hochgeladen hat, auf dem sie ins Mikrofon spricht. Dort teilt sie derzeit jeden Tag einen Artikel aus der bayerischen Verfassung, die in diesem Jahr 70 Jahre alt wird. Und dann ist da noch das private Facebook-Profil der Kerstin Schreyer-Stäblein. Das Profilbild zeigt sie mit einem Gläschen Sekt in der Hand. Hier findet man auch die Karikatur der Jungen Freiheit. „Das eine ist professionell, das andere ist privat“, sagt sie. 

Wobei von Privatheit in eigentlichen Sinne keine Rede sein kann. Auch wer nicht mit Schreyer-Stäblein auf Facebook befreundet ist, findet fast täglich einen Post auf ihrem privaten Profil. Alles eine Frage der Einstellung. Jeder Nutzer kann individuell einstellen, wer seine Posts sehen kann und wer nicht. „’Willkommen im Neuland’ liegt mir auf der Zunge, aber dazu finde ich die Quellenangabe auf der Karikatur nun doch zu deutlich sichtbar“, schreibt die Vorsitzende der SPD im Landkreis München, Bela Bach, auf ihrer öffentlichen Facebook-Seite. Auf Bachs privatem Profil ist der letzte Post: ein Bild von einer Bergtour.

rat

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