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Ärger für Pendlerin: So begründet die Bahn drei Chaostage

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Von: Dirk Walter

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Pendlerin im Pech: Doris N. aus Oberschleißheim.
Pendlerin im Pech: Doris N. aus Oberschleißheim. © Bodmer

Oberschleißheim – S-Bahn-Chaos: Pendlerin Doris N. kommt an drei Tagen in Folge viel zu spät zur Arbeit. Die Begründung der Bahn für die Probleme klingt zum Teil kurios.

Pleiten, Pech und Pannen: Pendlerin Doris N. aus Oberschleißheim (Kreis München) fühlt sich als S-Bahn-Opfer. Nicht ganz zu Unrecht, denn ihre Fahrten mit der S 1 entwickelten sich vergangene Woche zu einer Geduldsprobe. An drei aufeinander folgenden Tagen kam sie nur mit großer Verspätung in die Arbeit nach München.

Das Schlamassel begann vergangenen Montag. Um 7.15 Uhr wollte N. wie gewohnt in Oberschleißheim in die S 1 einsteigen. Der Zug hatte schon mal 15 Minuten Verspätung. Dann musste er noch am Bahnhof warten – zwei Zugüberholungen. Ergebnis: Doris N. kam 45 Minuten zu spät an. Tags darauf fast dasselbe Bild: Wieder trudelte die S 1 mit einer Viertelstunde Verspätung ein. Wieder gab es Zugüberholungen, dann endlich fuhr die S-Bahn los. Aber nur bis Moosach. Dann war Schluss – eine Störung, erfuhr N. – „Ich bin dann in Feldmoching in die U-Bahn umgestiegen.“ Wieder kam sie 45 Minuten später als gewohnt bei ihrer Dienststelle an.

Dritter Versuch: Mittwoch, 7.15 Uhr. Diesmal musste es doch mal pünktlich losgehen, dachte sich die Beamtin. Doch wieder kam die S-Bahn 15 Minuten zu spät an. Und weil der vorherige S-Bahn-Zug ganz ausgefallen war, wurde es sehr eng. „Ich habe mich in den Zug gezwängt“, berichtet N. – dass sie eine halbe Stunde zu spät kam, fiel da schon fast nicht mehr ins Gewicht.

Kurios klingt die Begründung der Bahn für das Chaos am Montag

Anfrage bei der Pressestelle der S-Bahn: Warum diese Häufung von Pannen auf der S 1. „Mit Bauarbeiten hat das nichts zu tun“, sagt der Bahnsprecher. Der Mann ist selber S-Bahn-Pendler, er weiß, dass die Warterei nervt. Die Verspätungen der vergangenen Woche kann er nur bestätigen, er entschuldigt sich auch im Namen der Bahn. Für jeden Tag gibt es freilich eine Begründung. Kurios klingt die für den Montag: Der Lokführer, der die S-Bahn am Flughafen-Bahnhof übernahm, so der Bahnsprecher, musste erst den Führerstand aufschließen. „Doch ihm brach der Schlüssel ab.“ Ein Kollege, der mit der S 8 am Flughafen eintraf, half ihm aus der Patsche, aber natürlich fuhr die S 1 zu spät los.

Am zweiten Tag gab es just am Morgen eine Oberleitungsstörung auf der Stammstrecke. „Es gab einen Kurzschluss, aber die Ursache wurde nicht gefunden, vielleicht war es ein Vogel“, sagt der Bahnsprecher. Und am dritten Tag war es ein schreckliches Ereignis, das die Bahn aus dem Takt brachte. Bei Moosach wurde neben den Bahngleisen eine Leiche gefunden. Deswegen fiel die S-Bahn aus, die nachfolgende hatte Verspätung.

Am Montag wird Doris N. wieder die S 1 Richtung München nehmen – wie jeden Tag. Mal sehen, ob sie in dieser Woche mehr Glück hat.

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