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Fliegender Wechsel: 660 neue Flüchtlinge in Notunterkunft Keferloh

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Anna Ofner, Kristiane Ofner, Tobias Knöcklein und Beate Glöckner (v.l.) sortieren gespendete Kleidung. Beate Glöckner (54) sagt: „Wir können dazu beitragen, dass die Menschen, die einem schlimmen Schicksal entronnen sind, wieder durchstarten können - es ist hier unter den Helfern ein unheimlicher Zusammenhalt. © Franz Köppl

Keferloh - Die Notunterkunft im Tennis Center Keferloh ist seit Samstag mit 660 Flüchtlingen nahezu voll belegt. Bis Sonntag werden die Hallen auf jeden Fall als Quartier genutzt. Doch angesichts der sich täglich ändernden Lage sind Prognosen extrem schwierig.

Am Samstag haben alle rund 330 ursprünglich untergebrachten Flüchtlinge die Notunterkunft im Tennis Center Keferloh verlassen. Und doppelt soviele neue sind vom Münchner Hauptbahnhof gekommen und in Keferloh einquartiert woden.

Von denen, die Keferloh verlassen haben, kamen rund 200 in die Bayernkaserne, rund 130 sind in in andere Bundesländer gebracht worden. Dafür kamen rund 660 neue Flüchtlinge, so dass Keferloh bis auf 40 Betten belegt ist. Damit ist die Auflösung der Notunterkunft, die anfangs für das vergangene Wochenende geplant war, in die Ferne gerückt. Nunmehr haben sich das Landratsamt München und Regierung von Oberbayern den kommenden Sonntag als neuen Endtermin gesetzt. Ob der - angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme und der immer enger werdenden Kapazitäten zu halten sein wird, bleibt abzuwarten.

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Trotz Stress gut gelaunt: (v.l.) Stefan Voppichler, Kommandant Hannes Bußjäger, Andreas Schwarz und Harry Bröker von der Feuerwehr reparieren den Boiler für die Duschen. © Franz Köppl

Erst einmal hat eine beispiellose Hilfsaktion durch die Bevölkerung begonnen. Rund 80 Freiwillige vom Helferkreis Grasbrunn-Vaterstetten und hilfsbereite Bürger, die beim Abgeben der Spenden spontan gleich dageblieben sind, sortierten stundenlang Unmengen von Kleidungsstücken und Hygieneartikeln, die an die neu einquartierten Flüchtlinge verteilt werden.

Wie bereits beim Aufbau der Unterkunft am Dienstag rückten Freiwillige Feuerwehr und Technisches Hilfswerk an. Die rund 50 Ehrenamtlichen unter der Leitung von Kreisbrandinspektor Walter Probst richteten wieder alles her. Dazu gehörte auch die Desinfektion der Betten beziehungsweise das Austauschen der Decken und Laken.

Inzwischen klappt auch die Zuständigkeit der Behörden. Anfangs war kritisiert worden, dass die Regierung von Oberbayern zu wenig mit Vertretern vor Ort war, da sie hauptsächlich in München am Hauptbahnhof tätig sein musste und damit die Hilfskräfte in Keferloh vieles alleine entschieden mussten. Seit Freitag sind die Zuständigkeiten eindeutiger geregelt, wie der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger bestätigte. Er wie auch Annette Ganssmüller-Maluche, ebenfalls Stellvertreterin des Landrates, verbringen viel Zeit in Keferloh und helfen an allen Ecken und Enden.

Überhaupt ist sehr viel positiver Geist zu verspüren. Die Eigentümer des Areals, die von Fincksche Gutsverwaltung und die Augustiner Brauerei, stellen das Gelände unentgeltlich zur Verfügung, wie Finck-Geschäftsführer Hubertus Löffler bestätigte. kp

Spendenaufruf

Angesichts der vielen Sachspenden und der großen Hilfsbereitschaft werden nur noch ganz bestimmte Artikel benötigt, und zwar ausschließlich für Männer: Schlafanzüge, Mützen, Schuhe, Unterwäsche, warme Jacken und schmale Hosen. Diese können am Eingang abgegeben werden.

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