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Weniger Umsatz: Levis’s-Mitarbeiter Duc Nguyen hat noch immer weniger Kunden als vorher.

Geschäfte mit Umsatzeinbußen

100 Tage nach dem Amoklauf am OEZ: „Nur am Samstag ist richtig viel los“

Drei Monate nach dem Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum beklagen viele Geschäfte dort noch immer Umsatzeinbußen. Erst langsam geht es mit dem Handel wieder bergauf. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichten Mitarbeiter von der schwierigen Zeit, die hinter ihnen liegt.

Unter der Woche ist es im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) derzeit kein ungewöhnlicher Anblick: In vielen Geschäften halten sich nur die Verkäufer auf, Kundschaft kommt bloß vereinzelt. Wo sich auf den rund 56 000 Quadratmetern Verkaufsfläche früher dicht die Menschen drängten, schlendern derzeit eher kleinere Grüppchen entlang. Neun Menschen kamen bei dem Amoklauf am 22. Juli am OEZ ums Leben. Das hat Spuren hinterlassen. Erst langsam erholen sich die Geschäfte wieder von dieser Tragödie.

„Wir verzeichnen seitdem Umsatzeinbußen von mindestens 20 Prozent“, berichtet Duc Nguyen, ein Mitarbeiter des Bekleidungsgeschäfts „Levi’s“. Erst nach etwa zwei Monaten seien die Kunden wieder gekommen. Nach und nach. „Wirklich betriebsstark ist bei uns nur der Samstag.“ Dennoch habe er das Gefühl, dass die Situation sich langsam wieder normalisiere, so Nguyen.

„15 Prozent weniger Kunden“

Mitarbeiter anderer Geschäfte in der Ladenstraße berichten Ähnliches. „Wir haben ungefähr 15 Prozent weniger Kunden als vorher“, sagt Georgia Landrock, eine Verkäuferin der „Dunkin’ Donuts“-Filiale. Auch bei ihnen sei der Samstag nach wie vor der verkaufsstärkste Tag. „Da kommen in der Regel zwischen 500 und 1000 Menschen.“ Unter der Woche seien es pro Tag lediglich 100 bis 200. „Vor dem Amoklauf waren es gut 200 bis 300 Kunden mehr“, so Landrock. Sorgen mache sie sich deswegen nicht. „Ich habe das Gefühl, dass es sich langsam wieder normalisiert.“ In den ersten Tagen nach der Gewalttat sei das Einkaufszentrum so gut wie leer gewesen. „Aber nach ein paar Tagen kamen die Leute schon wieder, als wäre nie etwas geschehen.“

Das bestätigt auch ein Mitarbeiter des Videospiele-Ladens „GameStop“. „Die ersten ein, zwei Wochen nach dem Amoklauf war das Geschäft tot“, sagt er. „Aber kurz danach kam schon die Ferienzeit.“ Dann hätten Touristen das Loch, das die Münchner Kundschaft hinterlassen habe, gefüllt. Heuer sei alles wieder beim Alten. „Ich merke keinen großen Unterschied mehr“, sagt der Verkäufer.

Nur am Samstags ist viel los

Andere Läden spüren die Nachwirkungen der Tragödie noch immer schmerzhaft. „Bei uns ist der Umsatz um mindestens 40 Prozent runtergegangen“, sagt ein Mitarbeiter des Schuhgeschäftes „Sidestep“. „Früher haben wir in der Woche zwischen 7000 und 8000 Euro eingenommen – heuer können wir froh sein, wenn es 5000 sind.“ Auch er berichtet, dass Samstag der einzige Tag sei, an dem richtig viel los sei. Trotzdem will er die Hoffnung nicht aufgeben. „Das wird wieder. Irgendwann geht alles wieder seinen gewohnten Gang.“

Eine Mitarbeiterin der Nagelpflege-Theke „Glossy Island“ berichtet indes, dass sich an ihren Umsätzen überhaupt nichts geändert habe. „Wir haben eine feste Stammkundschaft, die auch nach dem Amoklauf nicht weggebrochen ist.“

Insgesamt ist die Tendenz klar: Noch ist die Erholungsphase für die Geschäfte im Olympiaeinkaufszentrum nicht beendet. „Das dauert einfach“, sagt ein Mitarbeiter des Cafés „Roma Munich“. Auch bei ihnen laufe derzeit alles etwas ruhiger. „An manchen Tagen kommen aber wieder richtig viele Leute.“ Es brauche eben seine Zeit, bis die Dinge sich wieder normalisieren würden.

von Marian Meidel

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