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Am Freitag kam es zu einem Amoklauf in München.

Facebook aktiviert Sicherheitscheck

Hashtag #offenetuer für Schutz - Das große Herz der Münchner

München - Die Sozialen Medien haben auf die Schüsse an einem Einkaufszentrum und die unsichere Lage in München reagiert. Die Bürger zeigten ein großes Herz.

Facebook aktivierte am Freitagabend den „Safety Check“ („Sicherheitscheck“) für München, womit Bewohner mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind. Auch Münchner Moscheen bieten Unterschlupf.

Zudem twitterten etliche Bewohner der Stadt den Hashtag #OffeneTür im Kurznachrichtendienst Twitter, um Menschen in München Unterschlupf zu gewähren oder zu suchen. Nach Schüssen am Olympia-Einkaufszentrum im Norden der Stadt, bei denen nach ersten Erkenntnissen mehrere Menschen getötet wurden, war die Lage in weiteren Teilen der bayerischen Landeshauptstadt zunächst völlig unklar.

Das große Herz der Münchner

Amokalarm in München, der Verkehr komplett lahmgelegt. Ob es in der Stadt sicher ist, weiß niemand – die Angst ist riesig. Aber wie schon im Sommer 2015, als die Polizei um Hilfe für die Flüchtlinge bittet, zeigen die Münchner wieder ihre grenzenlose Hilfsbereitschaft. Ob bei Facebook oder Twitter – unter dem Hashtag #offenetuer geben Münchner bekannt, dass sie ihre Wohnung für Gestrandete öffnen. Der Zusammenhalt ist riesig. Ob Privatleute oder Restaurants – jeder will helfen. Das Lokal München 72 im Glockenbachviertel und das Nobelhotel Vierjahreszeiten in der Maximilianstraße bieten ohne zu zögern den Münchnern nicht nur Unterschlupf, sondern auch ein Abendessen an, weil nicht absehbar ist, wann sie den Heimweg antreten können. Auch die Staatskanzlei öffnet die Türen für alle Gestrandeten, und die Islamische Zeitung informiert über Facebook, dass alle Moscheen in München die ganze Nacht für Schutzsuchende geöffnet bleiben.

Hilfsbereitschaft zeigt auch Beata Reussmann (26). Sie hat ebenfalls sofort reagiert und gleich acht Personen in ihrer Wohnung am Ackermannbogen aufgenommen (Foto). Eine gute Freundin war mit ihrem Bruder und weiteren Freunden auf dem Tollwood, als der Terror begann. „Wir sind fassungslos – jeder sitzt nur vor seinem Handy und hofft, dass es den Verwandten und Freunden gut geht“. Die Twitter-User loben den überwältigen Zusammenhalt aller: „So viel Menschlichkeit, Gänsehaut“, „Was für eine tolle Aktion, Danke München“, oder „Das gibt mir Hoffnung“. „In Krisenzeiten ist das Smartphone der einzige Halt“, schreibt Angela Blumberg. Zusammenhalten: Das können die Münchner.

Julia Wille/dpa

Bilder: Schüsse im Münchner OEZ

Bilder: Amoklauf am Münchner OEZ

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