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Mulde im Erdreich: An dieser Stelle im Riemer Park lag die tote Hasnaa A..

Ehemann festgenommen

Riemer Asyl-Drama: Hier starb Hasnaa A. (†30)

München - Eine aus Syrien stammende Asylbewerberin ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Die 30-Jährige wurde tot im Riemer Park gefunden. Ihr Ehemann ist festgenommen – er steht unter Mord-Verdacht.

Als ihr Hund ins Dickicht läuft und nicht mehr aufhört zu bellen, haben die zwei Spaziergängerinnen schon vermutet, dass etwas nicht stimmt. Was sie kurz darauf zu Gesicht bekommen, ist aber in höchstem Maße schockierend. Der Hund steht neben einer toten, blutüberströmten Frau. Die zwei Spaziergängerinnen alarmieren die Polizei – die Mordkommission übernimmt die Ermittlungen in dem Riemer Waldstück, unweit des De-Gasperi-Bogen 20.

Die Identität der Toten ist zunächst unklar. Keine Ausweispapiere, kein Geldbeutel, keine Handtasche finden die Beamten. Allerdings kommen sie bald durch einen Abgleich der Fingerabdrücke auf die Identität der Toten: Es handelt sich um eine 30 Jahre alte Asylbewerberin aus Syrien. Ersten Ermittlungen zufolge ist die junge Frau erst in diesem Jahr nach Deutschland eingereist und hat im April einen Asylantrag in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) gestellt. Dort wohnt sie auch mit drei ihrer vier Kinder. Das andere Kind – ein sieben Jahre alter Bub – lebt mit ihrem Ehemann in einer Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge an der Willy-Brandt-Allee in Riem. Diese liegt nur rund zwei Kilometer entfernt vom Fundort der Leiche.

Die Mordkommission fährt in die Unterkunft und holt den Ehemann Osman N. ab. In der Nacht zum Sonntag wird der Mann zunächst als Zeuge vernommen. „Dabei hat er sich in Widersprüche verwickelt“, sagt Markus Kraus, Leiter der Münchner Mordkommission am Sonntag. Daraufhin wird er unter Tatverdacht festgenommen. Die Münchner Staatsanwaltschaft will am heutigen Montag Haftbefehl wegen Mordes beantragen. Osman N. bestreitet, grundsätzlich etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun zu haben. Inzwischen verweigert er laut Kraus weitere Angaben zu machen und hat sich einen Anwalt genommen.

Unterdessen ist die Obduktion der Leiche abgeschlossen: die Frau ist verblutet. Ihr Körper hat mehrere äußere Stich- und Schnittverletzungen. Eine Tatwaffe hat die Polizei bislang nicht gefunden, weder am Tatort noch in der Asylunterkunft. Dort wurden am Sonntag unter anderem die Mülltonnen durchsucht – wohl vergeblich.

Das wahrscheinliche Motiv für die Tat sehen die Ermittler in schon länger andauernden Familienstreitigkeiten. Vor etlichen Monaten sind Osman N., seine Frau und die vier Kinder aus Syrien geflohen. Ihr Ziel ist Deutschland, aber in der Türkei bleiben sie eine längere Zeit hängen. „Dort hat sich das Paar dann offenbar getrennt“, sagt Kraus. Osman N. reist mit seinem sieben Jahre alten Sohn weiter und landet schließlich in München. Hasnaa A. reist später mit ihren 1, 9 und 10 Jahre alten Kindern – zwei Buben und ein Mädchen – ebenfalls nach Deutschland ein. Im April stellt sie einen Asylantrag in Eisenhüttenstadt, wo sie in einer Unterkunft leben. Dort gibt sie vergangene Woche an, dass sie einige Tage nach München reisen will, um ihren Sohn zu besuchen.

Wann, wo und unter welchen Umständen Hasnaa A. hier mit ihrem Ehemann und dem Sohn zusammentrifft, ist noch unklar. „Auch wo die Frau in München wohnte, wissen wir bislang nicht“, sagt Mord-Ermittler Kraus. Ein Fakt ist indes: Der nun beschuldigte Orgelspieler Osman N. hat schon vor geraumer Zeit Anzeige gegen seine Ehefrau erstattet, weil diese wiederholt die Kinder misshandelt haben soll. Streitigkeiten wegen der Kindererziehung sollen laut dem Ehemann auch der Grund für die Trennung gewesen sein. Sowohl in München als auch in Eisenhüttenstadt kümmern sich nun die Jugendämter um die vier Kinder.

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