In einem Wohnhaus an der Dachauer Straße sind am Mittwochmorgen ein Vater und seine beiden Töchter ums Leben gekommen.

Polizei gründet nach Brand Ermittlungsgruppe

Dachauer Straße: Warum mussten hier drei Menschen sterben?

München - Drei Tote und viele Fragen: Wie kam es zu dem verheerenden Feuer an der Dachauer Straße? Die Ermittlungen laufen bereits auf Hochtouren. Fest steht: Die Zustände im Haus waren alles andere als ideal.

Das Unheil begann mit einer Matratze. Sie lag im Treppenhaus und ist der Ursprung eines verheerenden Brandes, bei dem ein Vater und seine beiden Töchter am Mittwochmorgen ums Leben gekommen sind. Vom Brandherd ist nur noch das Metallgerüst übrig. Der Rest: ein Raub der Flammen. Im hölzernen Treppenhaus hatte sich das Feuer rasend schnell ausgebreitet. Die meisten der etwa 100 Bewohner - offiziell gemeldet sind 97 Personen, doch die Polizei geht davon aus, dass weitaus mehr Menschen dort leben - konnten gerettet werden.

In einem Wohnhaus an der Dachauer Straße sind am Mittwochmorgen ein Vater und seine beiden Töchter ums Leben gekommen.

Sie standen an Fenstern, sie drängten sich auf der zu kurzen Feuerleiter, Bewohner der unteren Etagen entkamen über das Treppenhaus. Für drei Menschen kam jede Hilfe zu spät. Sie wurden tot im Flur des ausgebauten Dachgeschosses aufgefunden, hatten es noch aus der Wohnung geschafft und sind dann im Treppenhaus umgekommen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei den Toten um einen Mann aus Bulgarien (37) und seine beiden Töchter, die Mädchen sollen 9 und 16 Jahre alt gewesen sein. Die Leichen werden am Mittwochnachmittag obduziert und wegen ihres Zustandes vermutlich per DNA-Abgleich eindeutig identifiziert werden müssen. Dann sollte auch die Todesursache final geklärt werden. Möglicherweise sind sie erstickt, bevor die Flammen kamen.

Die Mutter der beiden Mädchen befindet sich laut Polizei derzeit in Bulgarien. Beamte haben Kontakt zu Verwandten herstellen können und hoffen so, die Frau zu erreichen.

Bilder: Drei Tote bei Feuer an der Dachauer Straße

Bei den übrigen Verletzten - elf Personen wurden in Krankenhäuser gebracht, sechs davon sollen sich noch in ärztlicher Obhut befinden - handelt es sich laut Polizei um Bulgaren, Slowenen, Rumänen und Deutsche. In dem Haus herrschen laut Polizei unübersichtliche Wohnverhältnisse mit häufig wechselnder Belegung. Das Haus gehört einer Privatperson, gilt als „überbelegt“ und soll vor allem von Reinigungskräften ausländischer Herkunft bewohnt werden. In der Vergangenheit hatte es mehrere Polizeieinsätze unterschiedlicher Art am Anwesen gegeben.

War es Vorsatz oder einfach nur fahrlässig? Eine technische Ursache für den Brand scheidet laut Polizei aus, Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen. Genügte das Gebäude den Brandschutzverordnungen? Zumindest die Feuerleiter, die Augenzeugen zufolge drei bis fünf Meter über dem Boden endet und so nicht richtig nutzbar war, dürfte die Auflagen nicht erfüllen. Diese und weitere Fragen wird nun die Münchner Polizei klären müssen, die noch am Mittwoch die Ermittlungsgruppe „Dachau“ mit zwölf Beamten einrichtete. 

Kathrin Brack

Kathrin Brack

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Johannes Heininger

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