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Trauer um Münchner Original: Regisseur Herbert Achternbusch ist tot - mit einem Film sorgte er für Skandal

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Von: Hannes Niemeyer

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Der Münchner Regisseur Herbert Achternbusch ist tot.
Der Münchner Regisseur Herbert Achternbusch ist tot. © Felix Hörhager/dpa

Trauer in München: Herbert Achernbusch ist tot. Der Schriftsteller und Filmemacher wurde 83 Jahre alt. Er starb bereits Anfang der Woche.

München - Trauer in der Film-Szene: Herbert Achernbusch ist tot. Der Münchner Filmemacher und Schriftsteller starb im Alter von 83 Jahren. Das teilte die Stadt München* am Donnerstag mit. Zuerst hatte die SZ darüber berichtet.

Laut dem Bericht der SZ sei Achternbusch bereits Anfang der Woche verstorben. Schon vor acht Jahren klagte der Schriftsteller und Regisseur über Schmerzen in den Beinen. Damals sagte er gegenüber der dpa, es gehe ihm nicht gut, er käme kaum noch die Treppe herunter. In seiner direkten Art sagte er daraufhin, er mache gar nichts mehr, gehe „nur noch zum Essen und Schei*en“.

Herbert Achternbusch ist gestorben - er wurde vor allem für seine skurrilen Filme bekannt

Sein Werk bleibt allerdings unvergessen. Über 20 Filme, etliche Theaterstücke und Buchpublikationen gehören dazu. Achternbusch ist vor allem für seine skurrilen Filme bekannt wie zum Beispiel „Andechser Gefühl“, „Servus Bayern“ oder „Das Gespenst“. Zudem hat er Theaterstücke, Buchpublikationen und hunderte Bilder geschaffen. Achternbusch zeichnete vor allem eine Hassliebe zu seiner Heimat Bayern aus. Schon in den 70er-Jahren kam Achternbusch in Kontakt zur Szene der deutschen Autorenfilmer um Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta. Seine oft mit geringem Aufwand gedrehten Streifen nahmen regelmäßig die so unangepasst-subversive wie obrigkeitshörige und bigotte bayerische Volksseele aufs Korn. In „Der Depp“ (1983) ließ er seinen Lieblingsfeind Franz Josef Strauß vergiften, im halbdokumentarischen „Bierkampf“ rechnet er mit einem bayerischen Heiligtum ab: dem Oktoberfest.

Herbert Achternbusch ist tot: Mit einem Film löste er einen Skandal aus

Besonders polarisierte er mit seinem Film „Das Gespenst“ von 1982. In dem Film steigt Jesus vom Kreuz herab und eröffnet mit Maria eine Kneipe. Etliche Katholiken protestierten danach gegen den Film. Sogar CSU-Innenminister Friedrich Zimmermann war wütend auf Achernbusch. Er verweigerte dem unbotmäßigen Regisseur die Auszahlung der letzten Förderrate, weil dieser das „religiöse Empfinden großer Teile der Bevölkerung“ verletzt habe.

Achternbusch kam als unehelicher Sohn einer Sportlehrerin und eines Zahntechnikers in München zur Welt und wuchs im Bayerischen Wald auf. Nach dem Abitur in Cham studierte er an den Kunstakademien in München und Nürnberg und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bevor er mit dem Schreiben begann.

Schon mit seinem ersten Roman „Alexanderschlacht“ sicherte er sich einen festen Platz in der Literatur-Avantgarde der 70er- und 80er-Jahre. Mit seinen in rascher Folge entstandenen Theaterstücken errang er zweimal den Mülheimer Dramatikerpreis. Sein Zwei-Personen-Stück „Gust“ (1986) mit Sepp Bierbichler als aus der Zeit gefallenem Bauern, der im Begriff ist, seine Frau zu verlieren, lief jahrelang erfolgreich an den Münchner Kammerspielen. 2017 wurde am Münchner Volkstheater „Dogtown Munich“ uraufgeführt, abermals ein Bekenntnis zu seiner Heimatstadt. (han/dpa)

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