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Nach Nazi-Besuch: Hirschgarten will gegen Extremisten vorgehen

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Der Hirschgarten-Biergarten. © mzv-mm

München - Der Hirschgarten positioniert sich gegen Rechts: Johann Eichmeier, der Wirt der Gaststätte Hirschgarten, hat für seine Gäste einen Ansprechpartner ernannt, sollten wieder Rechtsextreme im Biergarten auftauchen.

Eine Gruppe Rechtsextremer um Philipp Hasselbach, den Kreisvorsitzenden der Partei „Die Rechte“, hatte sich am 8. August im Hirschgarten getroffen. Gäste hatten den Wirt darauf aufmerksam gemacht, der hatte jedoch nichts unternommen. Die Neonazis verließen den Biergarten erst, als der ebenfalls anwesende Betreiber des Backstage, Hans-Georg Stocker, auf eine Bierbank gestiegen war und gerufen hatte: „Hier sitzen die Obernazis von München.“ 

„Das war eine überraschende Situation für uns, wir konnten so schnell nicht reagieren“, verteidigt sich der Hirschgarten-Wirt. Um das in Zukunft zu vermeiden, gebe es nun in jeder Schicht einen Ansprechpartner für Gäste, die Rechtsextreme im Biergarten bemerken. Aus dem Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg hieß es, man verstehe die schwierige Situation der Wirte und habe ihnen Unterstützung zugesichert. Sowohl der BA als auch Johann Eichmeier betonen allerdings, dass es schwierig sei, Vertreter extremer politischer Gesinnungen zweifelsfrei zu erkennen. Nicht immer sei es möglich, blitzartig zu reagieren, sagt Eichmeier. Er ist nicht glücklich darüber, wie die Situation mit Hasselbach Anfang August ausging: „Engagierte Gäste haben Hasselbach aus dem Biergarten geworfen und ihm damit eine Aufmerksamkeit zukommen lassen, die er eigentlich nicht bekommen sollte.“ 

Der Bezirksausschuss tagt im Moment im Hirschgarten. Wenn dort Veranstaltungen rechtsextremer Gruppierungen abgehalten würden, werde man sich jedoch gegebenenfalls einen anderen Sitzungsort suchen. Eichmeier und der BA seien sich einig, dass man Gästen keinen Raum bieten dürfe, die sich als Anhänger rassistischen oder menschenfeindlichen Gedankenguts zu erkennen gäben. „Wenn die Parolen skandieren oder singen, werde ich sie auffordern, das Areal zu verlassen“, kündigt Eichmeier an.

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