Hippes Konzept: Im "Eckpark" ist eine Mischung aus Gastronomie, Büros, Ateliers und Handel geplant.

Zwischenlösung im Werksviertel

Berg am Laim: Eine Stadt aus Frachtcontainern

München - Container assoziierte man bislang eher mit Notunterkünften und Baubaracken. Doch es geht auch anders: Im künftigen „Werksviertel“ in Berg am Laim konstruiert Eigentümer Werner Eckart aus riesigen Überseecontainern nun eine kreative „Pop-up- City“. Sie soll für drei Jahre stehen bleiben.

Hinter dem Ostbahnhof entsteht gerade ein neues Stadtquartier, das so genannte Werksviertel. Auf dem Gelände, auf dem zuerst die ehemalige Knödelfabrik Pfanni und anschließend die Kultfabrik untergebracht war, kann man bereits die ersten Schritte hin zum neuen Kunst- und Kreativviertel sehen. Das große Leuchtturmprojekt, das schicke Loftgebäude „Werk 3“, steht kurz vor der Fertigstellung. Wenn die Infrastrukturmaßnahmen abgeschlossen sind, können die ersten Mieter einziehen.

Auch am „Werk 12“ mit Büros, Wellnessangeboten, Showroom, Gastronomie- und Eventflächen wird schon gebaut. 2017 soll außerdem der zentrale Platz vor den beiden Werken, der so genannte „Knödelplatz“ – eine öffentliche Piazza für Open-Air-Events aus Kunst und Musik – fertig werden. Daran angrenzend sind Gastronomie- und Freizeitangebote geplant.

Und nun entsteht noch eine weitere, neue Attraktion auf dem Gelände: Eine „Pop-up-City“ aus Überseecontainern – sozusagen eine Stadt, die vorübergehend aufgebaut wird.

Container aus Übersee: Die Frachtboxen gelten als ideales Element für schnelle, preisgünstige Bauten.

Die riesigen Metall-Module gelten als stabil und billig, sind somit ein ideales Element für schnelle, preisgünstige Bauten. Insgesamt 30 solcher Frachtboxen sollen nach Angaben von Otec-Sprecher Markus Wiegand an der Friedenstraße 12 gestapelt werden. Otec ist die Nachfolgefirma von Pfanni und heute Eigentümerin des Areals. „Maximal drei Container übereinander, einer auch senkrecht.“ Die Frachtcontainer haben eine weltweite Normhöhe von 2,60 Meter. Am Ende soll so der „Eckpark“ entstehen. Ein Wortspiel mit dem Nachnamen des Gelände-Eigentümers, Otec-Besitzers und Pfanni-Erben Werner Eckart.

Die Überseecontainer sind als kreative Zwischenlösung gedacht. „Wir hatten hier ein unbebautes Feld, das wir nutzen wollten“, so Wiegand. Zudem wollte man ein Entree und einen Katalysator für die Idee des Werksviertels schaffen. Denn das neue Viertel soll „anders“ sein – im positiven Sinne. Lebendig, offen, mit Neuem und Altem, seriös und hipp, nur nicht konservativ, das ist Eigentümer Eckart ein großes Anliegen. Kunst und Kreatives sollen immer wieder neu erlebt werden können.

Für den „Eckpark“ hat er vom künftigen Betreiber ein innovatives und kreatives Konzept erarbeiten lassen. Es wird eine Mischung aus Gastronomie, Büros, temporären Ateliers, Ausstellungsflächen, Handel und Handwerk. „Hier soll einfach immer was los und zu entdecken sein“, erklärt Wiegand. Ein künstlerisch gestalteter Abschnitt im Baugebiet Werksviertel. Fluktuation und Ausprobieren gehöre dabei durchaus mit zum Konzept, betont Wiegand. Die ersten der ausgemusterten Metallmodule wurden bereits angekauft und werden derzeit vor Ort mit Strom-, Wasser- und Internetanschlüssen ausgestattet. Zudem werden Fenster und Türen eingesetzt, manche werden auch innen noch richtig ausgebaut.

Insgesamt sollen am Ende rund 500 Quadratmeter Mietfläche entstehen. Das Ganze erinnert an ein Projekt in Zürich mit Geschäften, Künstlerateliers, und Restaurants, wo 15 gestapelte Hochseecontainer ebenfalls ein modernes und urbanes Stelldichein geben. Schon diesen Sommer soll der „Eckpark“ in Berg am Laim starten. In drei Jahren wird das kreative Container-Provisorium dann wieder abgebaut werden.

Carmen Ick-Dietl

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