Winterspiele 2022

Olympia-Vorbereitungen kosten knapp zwei Millionen

München - Die Stadt München arbeitet an einer möglichen Bewerbung für die Winterspiele 2022 und gibt erste Kostenschätzungen bekannt.

Die Chancen auf olympische Winterspiele in München stehen so gut wie seit 41 Jahren nicht mehr. Die Stadtspitze hat sich längst pro 2022 ausgesprochen und bereitet die nächsten Schritte vor. Heute wird OB Christian Ude (SPD) den Stadtrat über den aktuellen Stand informieren. Allein die Vorbereitungen für eine mögliche Bewerbung werden knapp zwei Millionen Euro kosten.

Der teuerste Posten wird die Durchführung des für den 10. November geplanten Bürgerentscheids. Ohne das Votum der Münchner will die Stadt ihren Hut nicht in den Ring werfen. Allein die Portokosten für den Entscheid belaufen sich auf fast eine halbe Million, insgesamt wird er 975 000 Euro kosten.

Vor der Befragung will die Stadt ihre Bürger ausführlich über das Projekt Olympia informieren, mit Handzetteln, Plakaten, Veranstaltungen und einer Internet-Präsenz. Alles zusammen soll weitere 560 000 Euro kosten. Schließlich kommen noch geschätzte 400 000 Euro oben drauf, um das Bewerbungs-Konzept 2018 zu optimieren und für das Jahr 2022 anzupassen.

Seit der vergeblichen Bewerbung für die Spiele 2018 hat sich einiges geändert. Die Sportstätte Schwaiganger fällt aus dem Konzept heraus, stattdessen sollen die Biathlon- und Langlaufrennen in Ruhpolding stattfinden. Die Freestyle- und Halfpipe-Wettbewerbe werden in den Olympiapark verlegt. Neben München und Garmisch-Partenkirchen müsste dann zwar im Umfeld der Sportstätten in Schönau und Ruhpolding ein drittes Olympisches Dorf gebaut werden, im Gegenzug würde man aber Kosten sparen, weil das Konzept stärker auf bereits vorhandene Sportstätten zurückgreift. In allen beteiligten Gemeinden sollen möglichst gleichzeitig Bürgerentscheide durchgeführt werden.

Sollte sich eine Mehrheit der Bevölkerung für die Spiele aussprechen, stehen die Chancen für einen Zuschlag durch das IOC gut. Dank des Verzichts der USA sowie der Schweiz hat sich die Konkurrenzsituation entspannt. IOC-Präsident Jacques Rogge sagte unlängst, wer sich ein zweites mal bewerbe, habe ein „Kapital an Sympathie und Dankbarkeit“. Auch Ude sieht „gute Aussichten für eine erfolgreiche Bewerbung“, die Unterstützung durch Politik und Wirtschaft sei gesichert.

Der Zeitplan aber ist denkbar eng. Nur vier Tage nach einem Bürgerentscheid am 10. November endet die Anmeldefrist beim IOC. Die Anmeldegebühr schlägt mit weiteren 115 500 Euro zu Buche. Die ausführliche Bewerbungs-Unterlage – das Mini Bid Book – müsste dann bis zum 14. März 2014 abgegeben sein. Um möglichst wenig Zeit zu verlieren, will die Stadt die Liquidation der Bewerbungsgesellschaft 2018 stoppen und die bestehenden Strukturen für eine zweite Bewerbung nutzen.

Die richtig großen Kosten freilich kommen erst noch. Nach heutigem Stand schlug die erfolglose Bewerbung 2018 mit gewaltigen 33 Millionen Euro zu Buche. Die Stadt selbst musste aber nur rund 3,5 Millionen auf den Tisch legen. Den Löwenanteil steuerten private Sponsoren bei.

Thomas Schmidt

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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