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Es fehlen die Tore! Nicole, Stefanie, Sandra und Patricia (v.l.) sind enttäuscht.

Rätsel in Milbertshofen

Tor-Klau auf dem Bolzplatz: Wer war das?

München - Seltsames Spiel: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion haben offenbar Unbekannte die Tore am Bolzplatz zwischen Schmalkaldener Straße und Frankfurter Ring abgebaut. Wer’s war – ein Rätsel.

Denn sowohl die Stadt als auch die GWG behaupten, für die Entfernung der Tore nicht verantwortlich zu sein.

Wie berichtet, will die Stadt auf dem Gelände Wohnungen errichten. Die sind Teil des Sofort-Programms Wohnen für Alle. Dabei sollen vorwiegend kleinteilige Bleiben entstehen – etwa für Studenten, Azubis, Flüchtlinge.

Ende Juni hatte es Proteste der Anwohner gegeben. Sie wollen den Bolzplatz erhalten, denn seit über 40 Jahren kicken dort Generationen von Kindern. Zwischenzeitlich hatte OB Reiter versprochen: Der Bolzplatz bleibt! Das neue Gebäude würde lediglich auf einem Teil des Grundstücks hochgezogen, der Rest des Areals stünde für Hobby-Kicker zur Verfügung.

Und nun das. „Ich bin am Morgen an dem Platz vorbeigegangen, da waren die Tore weg“, sagt Anwohnerin Luise Valier. „Es hat niemand etwas mitbekommen.“

Die 58-Jährige ist eine der Kämpferinnen für den Bolzplatz, war bereits im Bezirksausschuss vorstellig. Auch der ist brüskiert: „Es ist schon eine unglaubliche Dreistigkeit, die Ferienzeit dazu zu nutzen, heimlich, still und leise die Fußballtore abzubauen – wohl in der Hoffnung, dass es Anwohner und Bezirksausschuss da nicht mitbekommen“, sagt Thomas Schwed (CSU). Seine Partei hat einen Dringlichkeitsantrag gestellt, die Tore wieder aufzubauen.

Doch vielleicht sollte man zunächst mal klären, wer die fest verankerten Metall-Konstrukte tatsächlich entfernt hat. Laut Stadt war es die GWG: „Die Tore wurden im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft beziehungsweise deren Projektleitung entfernt, die dort demnächst mit dem Bau neuer Wohnungen beginnen will“, sagt eine Sprecherin des Baureferates. Doch auch das sorgt wieder für Verwirrung beim Bezirksausschuss. „Das Bauvorhaben befindet sich gerade erst in der Anhörungsphase. Es ist weder abgeschlossen, noch ist eine Baugenehmigung erteilt worden“, sagt Schwed.

Tatsächlich steht der Bescheid laut Planungsreferat noch aus: „Es ist noch eine Petition anhängig, die im nächsten Ausschuss besprochen wird“, so ein Sprecher.

Und die GWG? Die weiß von nichts! „Von uns ist das nicht in Auftrag gegeben worden“, teilt eine Sprecherin der Wohnungsbaugesellschaft auf Anfrage mit. Mysteriös! Luise Valier will wohl am 2. Oktober noch mal Dampf machen – für den Erhalt des Bolzplatzes. Dazu soll es ein großes Fußballturnier geben. Ohne Tore wird das schwierig.

Sascha Karowski

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