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Weithin sichtbar: Das BMW-Hochhaus im Münchner Norden.

Das BMW-Hochhaus

Das sollten Sie über Münchens vierzylindriges Wahrzeichen wissen

München - Über die Sehenswürdigkeiten der eigenen Stadt weiß man als Einheimischer oft wenig. Wir stellen die beliebtesten Münchner Postkartenmotive in einer Serie vor. Heute: das BMW-Hochhaus.

Das BMW-Hochhaus am Petuelring wurde später fertig als geplant, war in den 70ern Münchens höchstes Gebäude – und wiegt 16.800 Tonnen.

Ein Kleeblatt, vier Masskrüge oder doch ein Vierzylindermotor – was den Wiener Architekten Karl Schwanzer zu seinem Entwurf für das BMW-Hochhaus im Münchner Norden inspirierte, blieb sein Geheimnis. Fest steht aber: Als die Konzernzentrale nach fünfjähriger Bauzeit 1973 eingeweiht wurde, war sie in vielerlei Hinsicht einzigartig. Denn zu seiner Zeit war das Hochhaus mit 99,5 Metern Gesamthöhe nicht nur das höchste der Landeshauptstadt, sondern zugleich auch das höchste in Hängebauweise. Letzteres bedeutet, dass die vier Zylinder des Hochhauses nicht auf einem Fundament stehen, sondern an den vier Armen des Trägerkreuzes in der Mitte des Gebäudes hängen – insgesamt 16.800 Tonnen wiegt die gesamte Konstruktion.

Während das BMW-Hochhaus schnell seinen Spitznamen „Vierzylinder“ weg hatte, hört das angeschlossene Museum auf deutlich mehr Titel – von Weißwurstkessel bis Müslischale ist alles dabei. 40 Meter ist die ebenfalls von Schwanzer entworfene Betonschüssel im Durchmesser breit. Seit einer großen Erweiterung der Ausstellungsfläche zieht das BMW-Museum jedes Jahr eine halbe Million Besucher an den Petuelring.

Bei der Planung der beiden Gebäude war dem Konzern besonders wichtig, dass sie bis zum Beginn der Olympischen Sommerspiele, die 1972 in unmittelbarer Nachbarschaft stattfanden, fertig waren. Der Plan des Unternehmens ging auf, denn zumindest von außen waren die Gebäude zu Beginn des sportlichen Großereignisses fertiggestellt.

Inwieweit BMW diese allerdings als Werbefläche nutzen durfte, darüber stritt sich der Konzern lange mit der Stadtführung. Die Verwaltung sah die am Trägerkreuz geplanten Firmenlogos als zu plakativ an. Doch gerade zu den Olympischen Spielen wollte man sich die Chance, den neu errichteten Turm als buchstäbliches Aushängeschild zu verwenden, nicht nehmen lassen.

Der damalige Vorstandsvorsitzende, Eberhard von Kuenheim, griff deshalb zu radikalen Methoden: Zu Beginn der Olympischen Spiele ließ er zu „Versuchszwecken“ an der Ost- und Westseite des Gebäudes BMW-Embleme aus Leinwandstoff befestigen. Gerade auf der Westseite war das Logo für die Besucher der Olympia-Anlagen hervorragend sichtbar. Die Stadt allerdings fand diesen Vorstoß weniger gut gelungen: Sie schickte dem Konzern einen Bußgeldbescheid über 110 000 Mark. Erst nach längeren Verhandlungen ließ die Stadt BMW schließlich doch die ursprünglich geplanten vier Logos an der Spitze des Gebäudes anbringen.

Annika Schall

Lesen Sie weitere Folgen unserer Serie über die Münchner Wahrzeichen: das Glockenspiel am Rathaus am Marienplatz, das Olympia-Dach, der Alte Peter und der Chinesische Turm im Englischen Garten. 

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