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Der Wohnungsnot geschuldet: Der Parkplatz am Dantebad (rot umrahmt) soll überbaut werden. 

Konzept gegen Wohnungsnot

Pilotprojekt am Dantebad: Unten Autos, oben Wohnungen

München - Diskutiert wird über die Vision von überbauten Parkplätzen schon länger. Nun soll auf Initiative der SPD erstmals ein Projekt verwirklicht werden.

Job-Boom und anhaltender Zuzug – nirgends ist die Stadt so gefragt wie beim Wohnungsbau. Im Jahr 2030 werden laut der jüngsten Bevölkerungsprognose bereits mehr als 1,7 Millionen Menschen in der Stadt leben. Derzeit sind es gut 1,5 Millionen. Der Stadtrat hatte sich schon im Vorjahr auf ein höheres Bauziel verständigt: Pro Jahr sollen künftig 8500 Wohnungen fertiggestellt werden, egal ob von den städtischen Unternehmen oder privaten Investoren. Bisher lag die Zielzahl bei 7000. Stadtbaurätin Elisabeth Merk erneuerte in der gestrigen Sitzung des Planungsausschusses noch einmal ihre Forderung, dass ihr Referat zur Beschleunigung der Verfahren mehr Personal benötige. „Wohnungen realisieren ist nicht wie Plätzchen backen“, hatte Merk einmal gesagt.

Bei all dem gibt es ein Kernproblem: Die Flächen in der Stadt werden immer knapper. Innovative Ansätze sind daher gefragt. Eine Idee: Gebäude auf öffentlichen Parkplätzen oder Parkplätzen von Bau- oder Supermärkten zu errichten. Nun könnte es bald konkret werden. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Alexander Reissl, Fraktionschef der Sozialdemokraten im Stadtrat, haben einen Standort für ein erstes Modellprojekt im Auge: Am Wintereingang des Dantebads, entlang der Homerstraße, gibt es einen länglichen Parkplatz, der ihrer Ansicht nach für eine Überbauung auf Ständern geeignet ist. Das knapp 4200 Quadratmeter große Grundstück neben dem Sportplatz des SC Amicitia gehört der Stadt.

Parkplätze bleiben weitgehend erhalten

Beschlossen hat der Stadtrat das Projekt noch nicht, doch das dürfte reine Formsache sein. CSU und Grüne stehen der Initiative der Sozialdemokraten aufgeschlossen gegenüber. Laut SPD hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag bereits eine Machbarkeitsstudie erstellt. Demnach könnten in dem vierstöckigen Gebäude, das in Holzbauweise errichtet werden soll, etwa 120 Wohnungen entstehen. Die Parkplätze würden weitgehend erhalten bleiben, fortan sind sie eben durch das Bauwerk überdacht. Nur für die Ständer des Gebäudes, für Müllräume und Treppen müssten ein paar Stellplätze weichen.

Reissl hofft, dass das Modellprojekt am Dantebad Vorbildfunktion haben könnte: „Die großen Parkplatzflächen, die es vor Lebensmittel-Discountern oder Schulen gibt, bedeuten eine echte Chance für München. Sie bieten Platz für neuen, dringend benötigten Wohnraum.“ Man wolle Unternehmen wie Aldi, Lidl und Co. zeigen, „welches Potenzial sie vor der Haustüre haben“. Wichtig sei auch der Faktor Zeit: Die soliden Holzhäuser können Reissl zufolge dank vorgefertigter Bauteile binnen weniger Monate aufgestellt werden. Falls beim Bau dann noch auf bestimmte Ausstattungsmerkmale verzichtet werde – zum Beispiel Duschen statt Badewannen – könnten die Wohnungen sicher auch zu einem günstigeren Mietpreis angeboten werden. Die SPD wünscht sich für das Projekt am Dantebad eine rasche Realisierung – bis zum Jahresende soll es fertig sein.

"Vernünftiger Gedanke" angesichts der Flächenknappheit

Bei den Grünen rennen die Sozialdemokraten mit ihrem Vorstoß offene Türen ein. Am Mittwoch im Planungsausschuss war man sich zum Beispiel einig, dass die Voraussetzungen für ein weiteres Modellprojekt geschaffen werden: So soll der bestehende Park-and-Ride-Platz am U- und S-Bahnhof Feldmoching überbaut werden. Ähnliche Projekte könnten sich die Grünen am U-Bahnhof Michaelibad und auf dem großen Siemens-Parkplatz in Perlach vorstellen. Stadtrat Herbert Danner: „Das Thema ist spannend. Wir begrüßen den Vorschlag der SPD.“

Auch Walter Zöller, der planungspolitische Sprecher der CSU, spricht von einem „vernünftigen Gedanken“, der angesichts der Flächenknappheit grundsätzlich weiterverfolgt werden sollte. Einziges Problem: Auch für Bewohner des Gebäudes würden ja Parkplätze benötigt. Man müsse hier Lösungen finden, wie öffentliche Parkplätze und Stellplätze für Hausbewohner aufgeteilt werden.

Klaus Vick

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