Doch keine rechte Tat

Polizei ermittelt gegen Prügelopfer (39) aus Freimann

München - Ein Mann wird verprügelt, von mehreren Jugendlichen schwer verletzt. Die mutmaßlichen Täter werden gefasst. Nun stellt sich der Fall aber etwas anders dar - und die Polizei ermittelt gegen das Opfer (39).

Die Tat las sich brutal, und das war sie auch - allerdings hat sie sich offenbar anders zugetragen, als es das Opfer darstellt. Am späten Abend des 8. Juli wird ein 39-Jähriger von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen und am Boden liegend geschlagen. Er wird so verletzt, dass er zu erblinden droht. Dann werden vier junge Münchner im Alter zwischen 15 und 17 Jahren festgenommen. Plötzlich erscheinen die Ereignisse dieser Nacht in Freimann aber in einem anderen Licht.

Die Polizei fasst es ausgehend von den Vernehmungen der Jugendlichen so zusammen: "Der 39-Jährige kam in den Abendstunden des 08.07.2016 alkoholisiert mit einem Linienbus an der Haltestelle Heidemannstraße / Werner-Egk-Bogen an. Im gleichen Bus befanden sich bereits die vier späteren Täter. Die vier gaben im Bus Geräusche von sich, die Affenlauten ähnlich waren. Möglicherweise bezog das spätere Opfer diese Laute auf sich. 

Die bisherigen Ermittlungen konnten nicht bestätigen, dass der 39-Jährige nach dem Aussteigen aus dem Bus auf eine Personengruppe stieß, bei denen es sich offensichtlich um Schwarzafrikaner handelte. 

Nach dem Verlassen des Busses ging der 39-Jährige zuerst vor der vierköpfigen Gruppe. Vermutlich wurde er von den Jugendlichen verspottet. Der Lagerist drehte sich um und ging in Richtung der Gruppe. Er packte einen der Jugendlichen mit einer Hand am Hals und schob ihn von sich weg. Außerdem bedrohte er die Jugendlichen verbal. Der Jugendliche, welcher von dem Lageristen am Hals gepackt wurde, machte sich weiter über diesen lustig. Der 39-Jährige verfolgte daraufhin den Jugendlichen weiter. Bei einem Mülltonnenhäuschen fand der Jugendliche ein weißes, etwa zwei Meter langes Holzteil. Er wollte damit den Mann auf Abstand halten. Da sich dieser jedoch hiervon nicht beeindrucken ließ, warf der Jugendliche das Holzteil vor seine Füße und rannte davon.

Der 39-Jährige verfolgte den Jugendlichen weiter, woraufhin ihn die anderen drei Jugendlichen angriffen. Zunächst wurden dem 39-jährigen die Beine weggezogen, sodass er zu Boden stürzte. Auf dem Rücken liegend trat ein Jugendlicher dem Mann ins Gesicht und versetzte ihm im Anschluss noch zwei Faustschläge, wobei er mit dem Daumen ein Auge des Mannes traf. Im Anschluss an die Tat flüchteten die Jugendlichen. Gegen den 39-Jährigen wird nun auch ermittelt." 

Aufgrund des neuen Sachverhaltes geht die Polizei nicht von einer Tat mit politisch motivierter Hintergrund aus. Die Ermittlungen dauern an.

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